Gusenburg will weg vom lahmen Internet

Gusenburg · Der Gusenburger Rat will bei der Versorgung der Bürger mit schnellem Internet keine Zeit verlieren. So schnell wie möglich sollen die 420 Privathaushalte und 38 Betriebe des Ortes an die Datenautobahn angeschlossen werden. Die inzwischen installierte Funk- Technik genügt dem Rat nicht.

Gusenburg. Ein Turm in Hermeskeil funkt Gusenburg bei der Versorgung mit schnellen Internet-Zugängen mächtig dazwischen. Die LTE-Technik (siehe Extra) bringt es auf derzeit zwei Megabit pro Sekunde Übertragungsgeschwindigkeit. "Damit gilt unser Dorf als grundversorgt", bedauert Ortsbürgermeister Josef Barthen. Konsequenz: Das Land gewährt keine Zuschüsse mehr. Bis zu 90 Prozent der Wirtschaftlichkeitslücke, die von der Telekom für den Anschluss ans Glasfaserkabel vorgerechnet wird, hätte Mainz zuvor übernommen. Das sind derzeit 45 000 Euro.
"Beteuerungen der Betreiber, dass LTE in den nächsten Jahren leistungsfähiger wird, wollen wir nicht abwarten", sagt Barthen. Außerdem sei die LTE- Übertragungsrate von derzeit 3,42 Megabit pro Sekunde nur im Freien gemessen worden. Doch das Signal werde durch die Hauswände geschwächt. Zudem müssen sich alle Internet-Surfer, die gleichzeitig im Netz sind, die Kapazität teilen. Das ist ein Effekt, als ob in einem Haushalt gleichzeitig geduscht wird, die Wasch- und Spülmaschine läuft und der Garten genetzt werden soll. Die Normalversorgung der 420 Haushalte und 38 Gewerbebetriebe liegt derzeit zwischen 186 und einem Megabit pro Sekunde. Nur wer LTE bucht, bekommt mehr.
Bei einer Befragung im vergangenen Herbst sprachen sich 294 Gusenburger Haushalte für eine schnelle, wirklich schnelle DSL-Versorgung aus. "Wir können doch unsere Bürger nicht im Regen stehen lassen, und wollen deshalb ans Glasfaser der Telekom", sagt Barthen.
In der jüngsten Sitzung beschloss der Ortsgemeinderat die Wirtschaftlichkeitslücke von 45 000 Euro selbst zu schließen. Zuvor jedoch soll mit der Telekom, die gleichzeitig auch günstigster Anbieter ist, noch über den Preis verhandelt werden.
Außerdem wird geprüft, in wieweit die Verbandsgemeinde Hermeskeil sich an den Kosten beteiligen kann. "Schnelles DSL zu haben gehört heute zur Grundversorgung ", findet Barthen. Außerdem werden wohl kaum neue Firmen und Häuslebauer nach Gusenburg kommen, solange das Internet hier so lahm ist.
Bleibt noch eine große Hürde: die Kommunalaufsicht in Trier. Nachdem Gusenburg in den vergangenen Jahren sich mit Sanierungen der Straßen, Plätze und Kanäle fein herausgeputzt hat, drückt eine Schuldenlast von 623 000 Euro im Haushalt. Gibt die Kreisverwaltung dennoch ihr OK, will die Ortsgemeinde so schnell wie möglich mit der Telekom einen Vertrag über die Internet-Verbindung per Glasfaser abschließen. doth
LTE steht für "Long Term Evolution" (Langzeitentwicklung). Diese Technik ist 2010 möglich geworden, weil nach der Umstellung des Fernsehnetzes, von analog auf digital, Frequenzen frei wurden. Die LTE Frequenzen liegen im Bereich von 1.4 bis 20 MHz. Die LTE- Technik soll UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) ablösen und ist deswegen noch der dritten Generation (3.9 G) zugeordnet. Die Ziele für LTE sind die Verbesserung der Effizienz, eine Senkung der Kosten, die Verbesserung der Dienstleistungen, die Nutzung neuer Frequenzen, sowie eine bessere Integration mit anderen offenen Standards. doth Quelle: www.mobiles-lte-internet.de/lte-technik/