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Gute Chancen für regionale Apfelbauern

Gute Chancen für regionale Apfelbauern

Bei einer Podiumsdiskussion zum 13. Trier-Luxemburger Obstbautag sehen fünf Experten weiterhin gute Wachstumschancen für den Obstanbau der Region. Lediglich über den Weg zu mehr Absatz gibt es unterschiedliche Meinungen.

Schweich. Das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz lud zum 13. Trier-Luxemburger Obstbautag. Im Hotel Leinenhof in Schweich trafen sich Vertreter des DLR, Obstbauern, Händler und andere, um über neue Chancen im Apfelanbau der Region zu sprechen.
Gerahmt von einigen Fachvorträgen wurde in einer Podiumsdiskussion folgende Frage erörtert: Ist das obstbauliche Potenzial in der Region ausgeschöpft? Unter der Moderation von Martin Balmer vom DLR tauschten fünf geladene Experten ihre Argumente zum Anbau und Verkauf von Tafeläpfeln in der Region aus. Alle waren sich einig: Das Potenzial der Region ist weiter groß. Hans-Josef Weber vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz sieht die Absatzchancen in der Region gar "so gut wie nirgendwo in Europa". Vor allem das gute Klima sorge für "optimale Produktionsbedingungen". Um diese guten Voraussetzungen noch besser zu nutzen, empfiehlt Nico Hoffmann, ein Obstbauer aus Limpach in Luxemburg, die Äpfel auf der Wiese vor Hagel zu schützen und nach der Ernte in Kühlhäusern zu lagern.
Für Francis Demesse von Cactus Cafruta, einer großen Luxemburger Handelskette, sind die regional angebauten Äpfel besonders interessant, da die Kunden bereit seien, höhere Preise zu zahlen. Da die Produktion der Handelspartner aus der Region manchmal jedoch nicht ausreiche, müsse er in Belgien zukaufen.
Die fünf Experten waren sich einig, dass die Wertschöpfung in der Region gehalten werden soll. Über das Wie gingen die Meinungen auseinander. Andreas Löbke ist Geschäftsführer einer internationalen Vermarktungskooperation von Obstbaubetrieben mit dem Titel Region Obst Lux-Trier-EWIV. Für ihn ist der Weg klar: "Qualität vor Quantität!
Deshalb muss die Wertschöpfung in der Region auch nicht nur durch Wachstum bestehender Betriebe, sondern auch durch neue Betriebe erreicht werden." Außerdem sei eine bessere Abstimmung mit dem Handel notwendig, um gezielt auf die Kundenwünsche eingehen zu können.
Zu einer anderen Einschätzung kommt Margret Wicke vom DLR Rheinpfalz: "Die Betriebe der Region müssten größer werden, aber nicht zu groß, um weiterhin den Überblick zu behalten." Hierbei sei es für die Inhaber der Betriebe wichtig, ihre Kinder für den Apfelanbau zu begeistern, um Investitionen auf lange Sicht rentabel zu machen.
Margret Wicke: "Der Verdienst für die Obstbauern der Region ist gut. Dies schafft einen Anreiz für eine innerfamiliäre Übernahme des Betriebs." Zudem sei die Abnahme der Ernte durch einen starken Marktpartner wie beispielsweise Cactus langfristig gesichert. mwe