Hängebrücken und lebendige Dörfer

Hängebrücken und lebendige Dörfer

Gute Ideen werden belohnt: Die Europäische Union (EU) schüttet bis 2020 viel Geld für die Hunsrückregion aus. Für Morbach steht das bereits laufende Projekt "Antike Realität mobil erleben" im Mittelpunkt. Von Bedeutung ist auch der Premiumwanderweg "Kirchspieler Tälertour".

Büchenbeuren/Morbach/Kleinich. Derzeit bereiten sich die Regionalgruppen, die vom Geld aus dem Leader-Förderprogramm profitieren wollen, auf die kommende Förderperiode bis 2020 vor. So auch die Aktionsgruppe Hunsrück. Bis zum 31. Januar 2015 muss sie ein Konzept vorlegen, mit dem sie sich um die Aufnahme in die kommende Periode bewirbt. "Wir rechnen mit einer Wiederaufnahme in das Förderprogramm", sagt Projektleiter Joachim Albrech, Geschäftsführer von TaurusPro in Trier, bei der Auftaktveranstaltung in der Jahnhalle in Büchenbeuren.
Bei einer Aufnahme betrage die Fördersumme 3, 125 Millionen Euro für die kommende Periode, sagt Albrech. Gemeinden, aber auch private Investoren können sich um Gelder aus dem Topf bewerben - und zwar für Ideen, mit denen die Hunsrückregion nach vorne gebracht werden kann.
Mit Handlungsfeldern wie lebendige Orte gestalten, nachhaltige Wirtschaft fördern, regionale Identität und Kultur sowie kommunale Kooperationen stärken hat die LAG bereits Schwerpunkte vorgegeben, über die die Teilnehmer diskutieren oder die schon konkreter sind.
Die LAG Hunsrück hat in der vergangenen Förderperiode, die von 2007 bis 2014 dauerte, 80 Projekte unterstützt. Davon sind 33 abgeschlossen, sagte Achim Kistner, Geschäftsführer der LAG Hunsrück. Mit einer Fördersumme von insgesamt rund vier Millionen Euro seien Investitionen in Höhe von 9, 5 Millionen Euro angestoßen worden. Ein besonders spektakuläres Projekt: Bei Mörsdorf in der VG Kastellaun können Wanderer voraussichtlich in einem Jahr über eine 360 Meter lange Hängeseilbrücke das Tal über den Mörsdorfer Bach in 80 Metern Höhe überqueren. Das eine Million teure Vorhaben wird mit 700 000 Euro gefördert und ist nach seiner Fertigstellung die längste Brücke dieser Art in Europa, schreiben die Mitglieder des Projektteams auf ihrer Internetseite.
Aber auch Gemeinden aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich haben in der vergangenen Förderperiode von der LAG Hunsrück profitiert. Beispiel Lötzbeuren: Um die Dorfmitte zu beleben, sind für das Projekt "Mitte(n) im Dorf" 467 388 Euro investiert worden, 216 019 Euro davon stammen aus Leadermitteln. Dafür sind ein Spielgarten, ein Kulturgarten sowie ein Bauerngarten mit Backhaus entstanden. "Wir wollen damit die Wertigkeit unserer Kultur hochhalten. Wer kann heute noch Brot backen?", sagt der langjährige Ortsbürgermeister Klaus Reitz.
In der VG Bernkastel-Kues wird der Premiumwanderweg "Kirchspieler Tälertour" bei Kleinich mit Hilfe des Leaderprogramms gefördert, sagt Jörg Lautwein, Geschäftsführer der Wein- und Ferienregion Bernkastel-Kues. Die veranschlagte Summe beträgt 21 320 Euro, davon stammen 9175 Euro aus Leadermitteln.
Der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal verweist auf das Projekt "Straßen der Römer", das Morbach gut mit anderen Einrichtungen entlang dieser Straßen vernetze. Der finanzielle Einsatz der Einheitsgemeinde beträgt 15 000 Euro. Für eine Machbarkeitsstudie des Projekts "Antike Realität mobil erleben" hat die Gemeinde bisher 4000 Euro investiert. Dieses Projekt soll auch in der kommenden Förderperiode weitergeführt werden. Der Morbacher Bürgermeister beurteilt die Bedeutung der LAG Hunsrück für das Projekt und seine Gemeinde positiv: "Im Verbund mit den regionalen Touristikagenturen und den lokalen Touristikbüros wurde ein großes funktionierendes Netzwerk mit relativ geringen Finanzmitteln aufgebaut." cstExtra

Die LAG Hunsrück umfasst 198 Gemeinden und 25 Ortsbezirke in den Landkreisen Bad Kreuznach, Birkenfeld, Cochem-Zell, dem Rhein-Hunsrück-Kreis und Bernkastel-Wittlich. Aus der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach gehören Irmenach und Lötzbeuren, aus der VG Bernkastel-Kues Hochscheid, Kleinich, Kommen, Longkamp und Monzelfeld, aus der Einheitsgemeinde Morbach die Ortsteile Gonzerath, Hundheim, Hinzerath und Wederath zum Gebiet der LAG Hunsrück. cst