Halb Platz – halb Neubau

SCHWEICH. Wie soll der Platz vor der Synagoge gestaltet werden? Diese Frage bewegt in Schweich auch weiterhin die Gemüter. Doch nach vielen Debatten, einer Unterschriftensammlung und einem TV-Forum scheint nun eine Lösung in Sicht.

In der jüngsten Sitzung des Schweicher Stadtrats stand das Thema "Synagogen-Vorplatz" erneut auf der Tagesordnung. Doch eine kontroverse Debatte - so wie in der Vergangenheit - war nicht mehr zu erwarten. Warum, erklärte Stadtbürgermeister Vitus Blang: "In einer Sitzung des Ältestenrats wurde nun ein Konsens gefunden. Die Vorschläge aus der TV-Veranstaltung vom 26. April dienten dabei als Grundlage." Architekt Hans-Peter Stolz erläuterte das Ergebnis dieser Sitzung, bei der laut FWG-Ratsmitglied Johannes Lehnert "alle guten Willens waren". Stolz betonte, dass die nun gefundene Konsens-Lösung noch keineswegs als die endgültige Platzgestaltung gesehen werden dürfe. Dargestellt würden nur die wesentlichen Grundzüge.Flächen, Zufahrt und ein Neubau

Bei dieser jüngsten Fassung des geänderten Bebauungsplans "Synagoge" handelt es sich tatsächlich um einen Kompromiss zwischen Neubebauung und freier Fläche: Ein zur Richtstraße offener Platz dient zum Kurzzeitparken und kann zeitweise auch für Freiluft-Veranstaltungen wie Wochen- oder Flohmärkte genutzt werden. Aus Richtung Richtstraße gesehen wird dieser Platz zur Linken und im Hintergrund von einem Neubau eingegrenzt, dessen Höhe sich an der nebenan vorhandenen Altbebauung orientiert. Das Gebäude könnte Büros, Einzelhandel, Schank- oder Speisegastronomie aufnehmen. Zwischen Neubau und Synagoge entsteht eine Durchfahrt, über die man auf eine weitere Freifläche hinter dem Gebäude gelangt. Denkbar ist ihre Nutzung als Außengastronomie, etwa als Biergarten. Die Reaktion der Ratsfraktionen war positiv. Johannes Heinz (CDU) sprach von einem Kompromiss, der entwickelt worden sei, und bat, "dieses Paket nicht mehr aufzuschnüren". Hans-Dieter Natus (SPD) sah eine Basis, auf der man "das Verfahren nun laufen lassen kann". Johannes Lehnert (FWG) warnte davor, "erneut einen Schritt zurück zu machen". Das Verfahren müsse nun auf den Weg gebracht werden.Noch kein endgültiger Beschluss

Architekt Stolz wies nochmals auf den vorläufigen Charakter dieses Plans hin: "Es soll noch nichts Endgültiges beschlossen werden. Es geht nur um die Entscheidung, in der nun eingeschlagenen Richtung weiterzumachen. Dem stimmte der Rat zu. Der geänderte Bebauungsplan wird nun als Grundlage für die weitere öffentliche Diskussion dienen. Weiten Raum nahm anschließend das Thema "Verkehr und Lärmschutz" ein. Bekanntlich leidet Schweich unter den erheblich zugenommenen Lärmemissionen von der A 1 und der A 602. Der Anbau von Lärmschutzwänden wurde bisher vom Landesbetrieb Straßen und Verkehr (LSV) mit Hinweis auf die Rechtslage abgelehnt (der TV berichtete). Nun Blicken die Schweicher verärgert nach Trier-Ruwer, wo entlang der A 602 eine 500 Meter lange und fünf Meter hohe Lärmschutzwand errichtet wird. Begründung: Die A 602 erhält dort eine Standspur. Durch diese Verbreiterung erwächst Ruwer ein Rechtsanspruch auf Lärmschutz. Die SPD-Fraktion wirft der Verbandsgemeinde Schweich vor, seit der Vorstellung des negativen Lärmschutzgutachtens im Herbst 2005 in der Sache keinen Finger mehr gerührt zu haben. Auf Antrag der SPD-Fraktion wurde der ebenfalls anwesende Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Berthold Biwer, zu einer Stellungnahme aufgefordert. Biwer erklärte: "Für Schweich ist uns klipp und klar gesagt worden, dass keine Ansprüche bestehen. Man kann uns aber nicht immer weiter belasten und dabei auf die Rechtslage verweisen. Man sollte daher nun die politische Schiene in Betracht ziehen." Ein entsprechendes Vorgehen wurde beschlossen. Ein Verkehrs- und Lärmschutzkonzept soll erstellt werden, in dem auch eine weitere B-53-Anbindung (CDU-Antrag) gefordert wird. Mit diesem Konzept sollen die politisch Verantwortlichen - etwa bei einem Antrittsbesuch des neuen Verkehrsministers Hendrik Hering (SPD) - in einem direkten Gespräch konfrontiert werden.