Verkehr : Bagger rollen wohl erst 2019

Die Greimerather wollen ihre Hauptstraße erneuern. Die groben Pläne für den Ausbau hat das beauftragte Ingenieurbüro im Gemeinderat präsentiert. Dabei wurde klar, dass teilweise nachgebessert werden muss.

Der Ausbau der Hauptstraße ist eines der großen Projekte, das die Gemeinde Greimerath mit Hilfe hoher Zuschüsse aus dem Städtebau-Förderprogramm für ländliche Zentren anpacken will. Ende August wurden die Anlieger erstmals bei einer Versammlung darüber informiert. Ihre Fragen und Vorschläge hat das Ingenieurbüro inzwischen in die Pläne eingearbeitet und den aktuellen Stand im Gemeinderat vorgestellt. Dabei zeigte sich, dass es noch ein paar ungelöste Probleme gibt.

Anhand von Straßenplänen und Fotos der kniffligsten Stellen erläuterte Edgar Mohsmann vom Büro Paulus + Partner zunächst, was in der Hauptstraße passieren soll. Geplant ist, auf einer Länge von 650 Metern inklusive der Abzweigung zum Friedhof Fahrbahn, Gehwege, Leitungen und Kanäle zu erneuern. Laut Mohsmann gibt es dabei mehrere „Knackpunkte“, wo Häuser sehr dicht an die Fahrbahn gebaut sind. Diese Engstellen werde sich das Büro gemeinsam mit Vertretern der Verbandsgemeinde-Werke und einem Statiker in den nächsten Wochen genau anschauen.

Wo möglich, soll entlang der Hauptstraße auf beiden Seiten ein Gehweg entstehen. In der engen Kurve kurz vor der Einmündung der Kirchstraße wird laut Mohsmann jedoch vom Ortskern her kommend nur auf der linken Fahrbahnseite ein Bürgersteig geplant. So werde auch gewährleistet, dass Fußgänger nicht in der Kurve, sondern im „sicheren Bereich“ in der Kirchstraße die Straßenseite wechselten. Bei einer weiteren Engstelle auf dem Weg hoch zum Friedhof müsse die Fahrbahnbreite auf 3,80 Meter reduziert werden. Weil dort keine zwei Autos aneinander vorbeifahren könnten, müsse die Vorfahrt dort geregelt werden: „Wir haben vorgeschlagen, dass der bergauf Fahrende dort zuerst fahren darf.“

Insgesamt sind vier Bauabschnitte vorgesehen, beginnend im Ortskern. Laut Mohsmann soll der aktuelle Abschnitt immer fertiggestellt werden, bevor die Arbeiten im nächsten beginnen. „Das Ziel ist, die Einschränkungen für die Anlieger so gering wie möglich zu halten und ihnen immer eine Zufahrt zu ihren Anwesen zu ermöglichen.“ Bei Abschnitt eins gebe es noch die Möglichkeit, innerorts um die Baustelle herumzufahren. Für spätere Bauphasen müsse eine weiträumige Umfahrung über Wirtschaftswege genutzt werden.

Diese Umfahrung zeigte der Planer auf der Karte. Sie soll nach ersten Überlegungen aus dem Ort heraus über Feldwege am Waldrand entlang bis hinunter auf die K 139 führen. Der Vorschlag stieß bei einigen Ratsmitgliedern jedoch auf Widerspruch. „Das ist eine wahnsinnig lange Strecke“ stellte Simone Martini (CDU) fest und fragte nach, ob es keine kürzere Verbindung gebe. Sie regte an, stattdessen die Brücke über den Altbach zur Hochwaldstraße zu nutzen. Möglicherweise sei es „günstiger, diese Brücke zu sanieren“, als die Umfahrung anzulegen. Dem stimmte auch Herbert Martini (CDU) zu. Die Kosten für die Umleitungsstrecke würden schließlich auch auf die Anlieger umgelegt: „Da kann es nicht sein, dass die Umfahrung fünfmal so lang ist wie die eigentliche Ausbaustrecke.“ Auch Sebastian Ottrembka (FWG) forderte eine kürzere Ausweichroute und plädierte dafür, dass zumindest die Anlieger mit ihren Autos die Schulstraße nutzen sollten. Planer Mohsmann gab zu bedenken, dass man auch den Baustellenverkehr aus dem Ortskern fernhalten wolle. Dazu ergänzte Ortsbürgermeister Edmund Schmitt, dass auch bei der Anliegerversammlung gewünscht worden sei, die Baustellenfahrzeuge nicht an Schule und Kita vorbeirollen zu lassen.

Da die geplante Umfahrung ohnehin noch nicht im Detail feststehe, werde man sich darüber noch einmal Gedanken machen, versprach Mohsmann. Auch die Alternative über die Brücke werde das Büro prüfen und die Kosten ermitteln. Dies und die Abstimmung mit den Werken werde noch eine Weile dauern. Der Baubeginn verschiebe sich daher. Realistisch sei die Ausschreibung der Arbeiten im Herbst 2018, damit dann im Frühjahr 2019 der Ausbau beginnen könne. Dieser werde rund zwei Jahre dauern. Orts­chef Schmitt kündigte an, den Rat und die Anlieger „auf dem Laufenden“ zu halten.