haus der jugend konz : Feiern, chillen, lernen, knutschen

Mehrere Generationen von Konzern verbinden viele Erinnerungen mit dem Haus der Jugend. Beteiligte erzählen im TV, wie sich die Institution verändert hat.

Es ist ein Ort, an dem mehrere Generationen von Konzern ihre Jugend verbracht haben. So ist das Haus der Jugend zur einzigartigen Instanz geworden. Jugendliche aus der Saar-Mosel-Stadt und dem Umland finden dort Freunde und Hobbies, sie bekommen ihre ersten Küsse und feiern ihre ersten Parties. Seit 40 Jahren ist das Haus der Jugend (HDJ) eine Anlaufstelle für junge Erwachsene, die ein wenig Abstand vom Schul- oder Arbeitsalltag suchen.

Lisa Vu (15) aus Konz gehört zur aktuellen HdJ-Generation. Sie geht regelmäßig ins Jugendcafé. Fast all ihre Freunde seien dort, sagt sie im Gespräch mit dem TV. „Das ist ein Ort, an dem man sich treffen kann, wenn man gerade nichts geplant hat.“ Es gehe mehr ums „Chillen als um Party“. Es läuft Musik, die Jugendlichen unterhalten sich und entspannen. Das HdJ sei eine unverzichtbare Institution in Konz, sagt 15-Jährige, die zum Konzer Gymnasium geht.

Das war auch schon vor 25 Jahren so: 1992 ging es aber noch mehr um Partys als ums Chillen. Damals hat sich im HdJ zum Beispiel ein Team gefunden, das in den frühen 90er Jahren mit der eigenen Technik von zu Hause den Keller des Jugendhauses regelmäßig in eine Partyzone mit bis zu 400 Gästen verwandelt hat. Marc Ebeling (40) und Thorsten Müller (41) gehörten damals dazu.

Beide haben ihre Leidenschaft für Musik und Partys im HdJ entdeckt und bis heute bewahrt. Während Ebeling sich im Nebenerwerb als DJ Sovereign einen Namen gemacht hat, betreibt Thorsten Müller seit 2002 eine eigene Firma für Veranstaltungstechnik in Trier.  „Das war eine wirklich sehr prägende Zeit“, sagt Ebeling mit Blick auf die 1990er-Jahre. „Ich glaube nicht, dass ich heute in dem Maße mit Musik zu tun hätte, wenn das Haus der Jugend nicht gewesen wäre.“ Er und Müller halten auch weiter den Kontakt mit dem HdJ. DJ Sovereign hat zum Beispiel bei der 40. HdJ-Geburtstagsparty aufgelegt, die das Junetko montags beim diesjährigen Heimat- und Weinfest auf Flächen hinter dem Verwaltungsgebäude 2 gefeiert hat.

Ein treibender Charakter hinter dem Diskoteam von damals und dem pädagogischen Konzept von heute ist Dietmar Grundheber. Der heutige Geschäftsführer des Jugendnetzwerks Konz hat 1993 als Jugendpfleger beim HdJ angefangen. Aus seiner Sicht ist das Angebot des HdJ heute für Jugendliche wichtiger denn je: „Der Alltag der Jugendlichen ist heutzutage oft mit Leistungsdruck und viel Stress verbunden. In unserem Jugendcafé können sie auch mal entschleunigen und zur Ruhe kommen. Früher wäre das als faulenzen bezeichnet worden“, erklärt Grundheber. Aber nicht nur das Jugendcafé gehört zum festen Repertoire des Hauses. Eine Vielzahl abwechslungsreicher Angebote soll Jugendlichen und Kindern früher wie heute ein Forum bieten, auch wenn sich Rahmenbedingungen und Trends immer wieder ändern.

„In den 90ern gab es Techno-Discos, bis Techno irgendwann out war. Vor fünfzehn Jahren drehte sich dann alles um die Themen Sucht und Prävention. Aktuell steht vor allem das Thema Bildung im Mittelpunkt“, resümiert Grundheber. Dem versucht das Team durch Ausflüge, eine Spielstadt oder die Adventure-Week gerecht zu werden.

Letztere verdeutlicht besonders gut den pädagogischen Anspruch, den die Verantwortlichen nach wie vor an sich und ihre Arbeit stellen. „Wir wollen Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsbildung unterstützen. Abenteuerliche Grenzerfahrungen wie Klettern können dabei helfen“, betont Grundheber.

Denise Ziehm, die Leiterin des Hauses, sagt, dass es wichtig sei, in ihrem Job hellhörig zu sein und die Interessen der Jugendlichen aufzuschnappen. Sie müsse ein unterstützender Ansprechpartner sein und  mit ihnen zusammen etwas auf die Beine zu stellen. So hat sie es im Herbs zum Beispiel bei einem Jugendmediencamp gemacht. „Dort lernen Jugendliche, wie sie mit ihren Tablets eigene Comics zeichnen und Videos schneiden können erklärt Ziehm.

Solche Angebote bei denen es um das eigene Gestalten und nicht nur um das bloße Konsumieren von Medien geht, seien in der heutigen Zeit des Überflusses besonders wichtig und trügen ebenfalls zum Kernziel der Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen bei.

Welche Erlebnisse verbinden Sie mit dem Haus der Jugend? Schreiben Sie uns an echo@volksfreund.de