1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Haushalt und die Schwarzwildplage im Ortsgemeinderat Kastel-Staadt

Kommunalpolitik : Viele wilde Schweine bei Kastel-Staadt verursachen jede Menge Schäden

Der Haushalt und die Schwarzwildplage waren Themen im Ortsgemeinderat Kastel-Staadt. Im Bürgerhaus, einem Schinkelbau, gibt es Feuchtigkeitsprobleme.

Fehlbeträge durchziehen den Haushalt von Kastel-Staadt, der jetzt vom Ortsgemeinderat einstimmig beschlossen wurde. 155 000 Euro will die Gemeinde in diesem, 80 300 Euro im nächsten Jahr investieren. Was die Beträge nach oben treibt, sind die Ausbaupläne für die Kita in Freudenburg. An den Kosten muss sich Kastel-Staadt anteilmäßig nach der Zahl der Kinder, die die Einrichtung besuchen, beteiligen. „Es bewegt sich was im Ort“, lobt der erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell, Martin Alten, das Zahlenwerk. Viele Unterhaltungsmaßnahmen wie etwa der Anstrich des historischen Pavillons am Brunnenvorplatz werden umgesetzt. Das geht aber fast nur über neue Kredite.

Was Ortsbürgermeister Reiner Schmitt am meisten sorgt, ist das Bürgerhaus, ein Bau von Karl Friedrich Schinkel, der als Oberlandesbaudirektor den Klassizismus und Historismus in Preußen entscheidend mitgestaltete. „Wir haben hier ein Feuchtigkeitsproblem, das wir lösen müssen“, erklärt der Ortschef und sieht in der Zwangsbelüftung für den Jugendraum und die Ratsstube nur eine kurzfristige Abhilfe. „Wir müssen eine Bestandsaufnahme machen“, fordert der Ortschef. Vor allem gelte es, die enormen Heizkosten zu reduzieren. Dafür stehen in diesem Jahr 21 000 Euro und im nächsten Jahr die Summe von 60 000 Euro im Haushalt. Derzeit werden Angebote von Fachfirmen geprüft. Die Heizöleinsparung könne, da ist Schmitt sicher, die Investitionen in ein paar Jahren amortisieren.

Was Schäden, und damit Kosten verursacht, sind die nächtlichen Streifzüge einer viel zu großen Schwarzwildpopulation rund um das Dorf. „Die Schäden an Weizen-, Maisfeldern und Wiesen bleiben an mir hängen“, bedauert Jagdpächter Erwin Gehl aus Perl. Das gehe von Jahr zu Jahr immer stärker in den vierstelligen Bereich. In dem Kastel- Staadter Jagdbezirk von 520 Hektar Größe wurden neue Ansitze gebaut, von wo aus schon seit April acht Tiere erlegt werden konnten. „Eine Drückjagd ist wegen der Gefahr einer Verbreitung der Schweinepest derzeit verboten“, informiert Schmitt. Mittlerweile kommen die Wildschweine bis in die Gärten am Ortsrand um nach Futter zu suchen. Die sechs Jäger des Ortes haben aufgerüstet und nutzen jetzt Nachtsichtgeräte um der Schwarzkittelplage Herr zu werden.

Ihre derzeitige Zahl ist schwer zu schätzen, denn dieses Wild ist nicht standorttreu und schert sich nicht um Reviergrenzen. „Das sind keine dummen Schweine, die sind clever“, sagt auch Ortsbürgermeister Schmitt.

Aus der Beschwerde eines Mitbürgers über einen Hahn, der ihn in seiner Nachbarschaft in aller Herrgottsfrühe aus dem Schlaf reißt, will sich der Ortschef heraushalten. Hier gelte das Nachbarschaftsrecht. Wie mit Hahn Hannes umzugehen sei, müsse untereinander geklärt werden.