Haushaltsdebatte im Verbandsgemeinderat Konz

Kostenpflichtiger Inhalt: Haushaltsdebatte : Konzer brauchen mehr Rathaus-Mitarbeiter

Der Verbandsgemeinderat hat den Haushalt für 2020 verabschiedet. Unter anderem sollen Personalprobleme ausgeglichen werden. Mit Hilfe des Kreises bahnt sich eine Lösung für mehr Schulsozialarbeit an.

Die Verbandsgemeinde Konz ist und bleibt verschuldet. Trotzdem investiert sie weiter in Schulen, Feuerwehren und Umwelt. Zudem könnte sich 2020 durch die Beteiligung an einem Windpark eine neue Geldquelle auftun.

Rahmendaten Bürgermeister Joachim Weber erläutert die Grundlagen des Haushalts. Die Stadt Konz und die Ortsgemeinden müssen nicht mehr Geld an die VG abführen. Die Umlage bleibt mit 32 Prozentpunkten gleich. Zwar stehe ein Minus von rund 800 000 Euro im Ergebnishaushalt, aber der Umlagebedarf steige nicht, weil insgesamt 970 000 Euro als Überschuss aus dem Jahr 2018 in den Haushalt einfließen. Die stabile Umlage sei ein positives Signal an die Stadt Konz und die Gemeinden.

Personal Besonders zu erwähnen ist aus Sicht des Bürgermeisters, dass ab Juli 2020 vier zusätzliche Stellen im Rathaus geschaffen werden. So sollen die Abteilungen für Personal, Beiträge, Tiefbau und Gebäudemanagement aufgestockt werden. Der Grund: „Wir haben mit einem Aufgabenvolumen zu kämpfen, das die Ressourcen der Verwaltung sehr anspannt“, sagt Weber. Er bedanke sich bei allen Mitarbeitern, die zum Beispiel geholfen hätten, längerfristige Krankheitsfälle abzufangen.

Die Einrichtung neuer Stellen im Rathaus tragen alle Fraktionen des VG-Rats einmütig mit. Peter Lauterborn (SPD) sagt zum Beispiel: „Wir brauchen eine effektive Verwaltung, und die hat einen Preis.“ Jürgen Thelen (FDP) erläutert, dass die wichtigen Investitionen der VG nur mit ausreichendem und gut geschultem Personal umzusetzen seien. Das komme auch der Wirtschaft zugute. Josef Weirich (CDU) betont: „Wir können nur hoffen, dass die chronischen Personallücken geschlossen werden können.“ Alle Fraktionen und die Verwaltung sind sich einig, dass der Kampf um qualifizierte Fachkräfte wegen der Konkurrenz zu anderen Behörden und dem Arbeitsmarkt in Luxemburg nicht einfach wird.

Umwelt Von insgesamt 3,3 Millionen Euro geplanten Investitionen im Jahr 2020 fließt mehr als ein Drittel (1,14 Millionen Euro) in Bachrenaturierungen in Konz, Oberemmel, Könen, Wasserliesch oder Tawern. Doch nicht nur so fördert die VG den Umweltschutz. Josef Weirich (CDU) spricht an, wie wichtig die Windkraft im kommenden Jahr wird. Denn Anfang des Jahres werde der VG-Rat entscheiden, ob die VG nur Projektentwickler bleibe oder ob sie als Investor im Pellinger Windpark einsteige. Das sei eine Möglichkeit, als VG einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Er erwarte spannende Beratungen.

FWG-Mann Detlef Müller-Greis betont: „Zwar bietet die derzeitige Situation gute Aussichten auf einen beachtlichen Gewinn, aber dazu müssen auch die notwendigen Strukturen geschaffen werden.“

Grünen-Fraktionssprecher Karl-Georg Schroll sagt, dass seine Fraktion auf jeden Fall eine klimafreundliche Energiepolitik unterstütze. In Bezug auf das Umweltthema plädiere er für eine zusätzliche Position im Haushalt. Die Grünen kündigen dazu einen entsprechenden Antrag an, in dem die Inhalte genauer definiert werden sollen.

Schulsozialarbeiter SPD-Fraktionschef Peter Lauterborn bringt das Thema  – wie schon in den vergangenen Jahren – aufs Tableau: „Wir brauchen einen zusätzlichen Schulsozialarbeiter.“ Er begründet das damit, dass es zwar zwei entsprechende Teilzeitstellen in der Stadt Konz gebe, aber dass die Schulen in den Dörfern davon nicht profitierten. „Leider sind die geänderten Lebensverhältnisse in den Schulen angekommen“, sagt Lauterborn. Karl-Georg Schroll (Die Grünen) springt ihm zur Seite und rechnet vor: Auf derzeit zwei 50-Prozent-Stellen kämen fünf Grundschulen in der VG sowie die beiden in der Stadt Konz. Das sei zu wenig.

Bürgermeister Joachim Weber hat gute Nachrichten für die beiden. Am Montag, 16. Dezember, seien zusätzliche Schulsozialarbeiter eine Grundlage für die Haushaltsberatungen im Trier-Saarburger Kreistag. Das Thema sei bei einer Besprechung der Bürgermeister der Verbandsgemeinden in der Kreisverwaltung aufgekommen. „Man greift auf, was wir hier schon praktizieren“, sagt Weber. Der Vorschlag sei, dass der Kreis 50 Prozent der Kosten für eine Stelle übernehme. So sei eine Aufstockung möglich, ohne dass für die VG zusätzliche Ausgaben notwendig würden.

Redaktion: In einer früheren Version des Artikels waren bei der Beispielrechnung von Karl-Georg Schroll nur die fünf Grundschulen in der VG aufgeführt.