1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Hausmodernisierer sparen bei Steuern

Hausmodernisierer sparen bei Steuern

Das Haus modernisieren und gleichzeitig Steuern sparen, das soll in Naurath bald möglich sein. Im kommenden Jahr will die Ortsgemeinde ein Sanierungsgebiet ausweisen und so den Immobilienbesitzern einen Anreiz zur Sanierung ihrer Gebäude geben.

Naurath. Das Hochwalddorf Naurath soll schöner und für die Zukunft fit gemacht werden. Das wünschen sich jedenfalls Ortsbürgermeister Werner Weber und der Naurather Ortsgemeinderat. Deshalb soll im Ort ein Sanierungsgebiet ausgewiesen werden.
Die Naurather Bürger hätten so einen Anreiz, ihre Immobilien zu modernisieren und instandzusetzen und dabei zugleich die Gelegenheit, sich einen Teil der Kosten über Steuerersparungen wieder reinzuholen. Gefördert werden können beispielsweise die Erneuerung sowie der Ausbau und Umbau von älteren privaten Häusern sowie der Erhalt und die Gestaltung von ortsbildprägenden Gebäuden wie ältere Bauernhäuser.
"Wenn die Bürger ihre Häuser sanieren, bekommen sie Geld vom Finanzamt", bringt Weber die Vorteile eines ausgewiesenen Sanierungsgebietes auf den Punkt.
Bei einer Bürgerversammlung haben der Ortsbürgermeister und Hubert Deubert vom gleichnamigen Planungsbüro aus dem pfälzischen Quirnheim Details über die weitere Vorgehensweise vorgestellt. So soll die Sanierung im sogenannten vereinfachten Verfahren erfolgen. Der Unterschied zum klassischen Verfahren: Die Bürger brauchen zum Abschluss des Verfahrens nicht wegen möglicher sanierungsbedingter Wertsteigerungen ihrer Grundstücke zu bezahlen.
Analyse: Was stört im Ortsbild?


Naurath soll in den kommenden Wochen von Mitarbeitern des Planungsbüros daraufhin untersucht werden, wo städtebauliche Missstände vorhanden sind. Diese Untersuchungen sind eine Voraussetzung für die Ausweisung eines Sanierungsgebiets. Dazu zählen laut Weber alle Ortsteile mit Ausnahme des Neubaugebietes.
Sind diese Untersuchungen abgeschlossen, legt der Gemeinderat voraussichtlich im März 2017 die endgültigen Grenzen des Sanierungsgebiets fest. Dabei fließen auch die ausgefüllten Fragebögen mit ein, die die Immobilienbesitzer bereits erhalten haben. Darauf können sie einen Sanierungsbedarf angeben, der von außerhalb des Gebäudes nicht zu erkennen ist. Dazu zählt beispielsweise eine fällige Erneuerung der Elektroinstallationen. Schönheitsreparaturen gehören allerdings nicht dazu, sagt Deubert.
Die Abschreibung sei auch kombinierbar mit Mitteln aus dem Förderprogramm zur Dorferneuerung, sagt Deubert. Wichtig sei jedoch, dass mit den Arbeiten nicht begonnen werde, bevor nicht die Freigabe durch die zuständigen Behörden erfolgt sei. Nicht kombinierbar sei die steuerliche Abschreibung mit einer Finanzierung über die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW.
Die Laufzeit des Sanierungsgebiets beträgt voraussichtlich 15 Jahre, sagte Ortsbürgermeister Weber auf Nachfrage aus den Reihen der 16 interessierten Bürger, die zur Infoveranstaltung gekommen waren.Extra

Hubert Deubert vom gleichnamigen Planungsbüro stellt folgende Beispiele für Steuerersparnisse bei einer Modernisierung im Sanierungsgebiet vor: Investition von 50 000 Euro bei einem vermieteten Gebäude und einem Steuersatz von 32 Prozent: In den ersten acht Jahren können neun Prozent der Kosten steuerlich berücksichtigt werden, in den darauffolgenden vier Jahren jeweils sieben Prozent. Gesamte Steuerersparnis: 16 000 Euro. Für selbst genutzte Immobilien gelten andere Bedingungen. Der Hausbesitzer kann innerhalb von zehn Jahren jeweils neun Prozent der Investitionssumme steuerlich absetzen. Bei einer Investitionssumme von 50000 Euro und einem Steuersatz von 42 Prozent beträgt die Gesamtsteuerersparnis 18 900 Euro. cst