Hazmat Modine und Tingvall Trio spielen im Freilichtmuseum Roscheider Hof bei Open-Air-Konzerten

Open-Air-Konzerte und ein Fest in Konz : Drei tolle Tage im Freilichtmuseum

Die Neuauflage des Museums-Open-Air im Roscheider Hof kommt gut an. Blüten und Bienen sorgen am Sonntag für glückliche Gesichter.

Es war ein Neustart, und zwar ein richtig gelungener: Nach Jahren der Abstinenz feierten Musikfans wieder Freiluftkonzerte beim Museums-Open-Air im Konzer Wohngebiet Roscheid. „Das liegt auch an unserer schönen Atmosphäre“, sagt Geschäftsführer Hermann Kramp lächelnd. Während die Sonne am Freitagabend hinterm Horizont verschwand, spielte  die erste Band Hazmat Modine. Frei übersetzt heißt der Name: Heißes Gebläse. Musikalisch bieten die New Yorker bestimmt mehr als heiße Luft.

„New York Style“ nennen die sieben Musiker ihren Klang, ein buntes Gemisch mit vielen Varianten und mitten aus dem Leben gegriffen. Ein Song beschreibt einen Messie. Gemeint ist nicht der berühmte Fußballer, sondern ein Mensch, der alles sammelt und nichts wegwerfen kann. Bandleader Wade Schuman, sonst vor allem mit seinen Mundharmonikas aktiv, fragte, ob es Betroffene gebe. Natürlich meldete sich keiner unter den mehr als 200 Zuschauern.

Die Band hat Konzertveranstalter Christof Kramp von Station K schon zum zehnten Mal in die Region gebracht. Welche Qualität die von ihm eingeladenen Gruppen mitbringen, zeigte auch das Tingvall Trio am Samstagabend. „Für diese Jazz-Formation kamen die Leute von weit her“, bestätigte Museumsmitarbeiterin Ulrike Trilsbach. Insgesamt waren rund 150 gekommen, um die preisgekrönte Band zu hören. Das gelungene Konzept könne weiterausgebaut werden, sagt Trilsbach im Gespräch mit dem TV.

Auch das Gartenfest am Sonntag, zu dem mehr als 1000 Besucher gekommen sind, lief nicht ohne Musik ab. Liedermacher Achim Weinzen und die Tom-Petty-Tribute Band Wildflowers übernahmen diesen Part. Der Liedermacher stellte auch eigene Werke vor, und die Wildflowers schöpften aus dem großen Schaffen des erst 2017 verstorbenen amerikanischen Weltstars.

Mit von der Partie war der Imkerverein Konz. Am Bienenlehrstand auf dem Museumsgelände zeigte und erklärte der Vereinsvorsitzende Albert Walter Kindern wie der zweijährigen Emma die Lebensweise der Insekten, die für die menschliche Ernährung so wichtig sind. „Sie sieht das zum ersten Mal in ihrem Leben“, sagt Emmas Mutter Vineta Marxen aus dem Konzer Stadtteil Krettnach. Der Verein freut sich laut Walter über den enormen Zuwachs an aktiven Imkern auf derzeit 87. „Das Interesse an unserem Hobby ist bei den Museumsbesuchern sehr groß“, sagt der Vorsitzende.

Doch auch die Blütenpracht im Rosengarten des Freilichtmuseums kommt gut an. Ein kleines Mädchen schlendert zum Beispiel durch den Garten und sagt: „Mama, ich habe noch nie so schöne Blumen gesehen.“ Zwischen zwei Beeten sitzt Nicole Melchior aus Oberbillig an ihrem Spinnrad. „Diese Arbeit ist fast wie Meditation“, findet sie und erklärt den Besuchern jeden Arbeitsschritt. Birgit Möller-Scherf faltet Servietten zu Blüten. „Diese Deko verwelkt nicht und braucht nicht gegossen zu werden“, sagt sie.

Der Vorsitzende des Imkervereins, Albert Walter, zeigt Emma (2) und ihrer Mutter Vineta Marxen das Treiben der Honigbienen. Foto: Herbert Thormeyer

Bleibende Erinnerungen werden wohl auch die Spezialitäten bringen, die man an mehreren Ständen auf dem Museumsgelände kaufen konnte. Der Kreis aus Musik, Gartenerlebnis und Gaumenfreuden schloss sich.

Mehr von Volksfreund