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Heilkunst, Cannabis und Kopfsalat erobern die Theaterbühne

Heilkunst, Cannabis und Kopfsalat erobern die Theaterbühne

In dem Schwank "Nur Zoff mit dem Stoff" von Bernd Gombold geht es um ehrliche Arbeit, wenig Lohn, Hokuspokus und einen echten Gangster. Die Katholische Frauengemeinschaft Ayl inszenierte eine Geschichte, die fast das richtige Leben geschrieben haben könnte.

Ayl. Was bringt harte Arbeit, wenn die Nachbarin mit chinesischem Hokuspokus eine ganze Menge mehr Geld verdient? Das fragen sich Bauer Kohlkopf und seine Frau Erika (Christoph Schäfer und Lydia Roos) in dem Schwank "Nur Zoff mit dem Stoff" von Bernd Gombold, den die Katholische Frauengemeinschaft Ayl inszeniert hat.
In bislang zwei Vorstellungen waren 300 Zuschauer von den turbulenten Verwicklungen und der darstellerischen Leistung der Hobbyschauspieler begeistert. Nach dreimonatigen Proben geht ein Stück über die Bühne des Jugendheimes, in dem die Charaktere sorgfältig ausgesucht und das Bühnenbild aufwendig gestaltet wurden.
Obst und Gemüse zieren den Rand der Bühne und stehen als Grenze zwischen dem konventionell arbeitenden Bauern und seiner ökobewussten Nachbarin Maja Müslein (Christel Baltes). Die spricht mit ihrem Gemüse und bietet allerlei dubiose Kuren an, von denen die wohlhabende Kundin Henneliese von Wolkenstein (Sonja Schäfer) begeistert ist.
Das Bühnenbild ist nagelneu und hat 1000 Euro gekostet. "Wir wollten mal was richtig Großes haben", erklärt dazu Vorstandsmitglied Rosi Schons. Dennoch wird ein Erlös für einen guten Zweck gespendet. Wie hoch der ausfällt, ist noch offen.
Richtig aufregend wird es auf der Bühne, als Mario (Berthold Hilsamer), der Drogendealer, auftaucht und Bauer Kohlkopf "Wunderpflanzen" zur Aufzucht überlässt. Die stellen sich bald als Cannabis heraus.
Die Hobbydarsteller zeigen vollen Körpereinsatz beim Auftritt. Bauer Kohlkopf kann sich wunderbar aufregen, bis hin zur knallroten Gesichtsfarbe. Kostüm- und Lichtwechsel zeigen, um welche Uhrzeit etwas passiert. Die Charaktere passen perfekt zum Erscheinungsbild ihrer Darsteller.
"Das ist so urig und schön", findet die 87-jährige Anna Zimmer aus Ayl, denn sie hat eigene Theatererfahrung. Helmut Kiefer (48), ebenfalls aus Ayl, sagt: "Wenn ich eine Note vergeben sollte, ist das für mich eine Zwei." Er kenne die Darsteller aus dem richtigen Leben und erlebe sie nun von einer anderen Seite.
Am Schluss siegt die Gerechtigkeit. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden, denn es gibt am Freitag, 23. November, um 20 Uhr die dritte und letzte Aufführung. doth
Restkarten sind noch bei der Vorsitzenden, Steffi Gelz, Telefon 06581/3735, erhältlich.