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Heimatverein kämpft weiter für den Wanderweg

Heimatverein kämpft weiter für den Wanderweg

Ob bei Farschweiler ein zertifizierter Rundwanderweg ausgewiesen wird, entscheiden am 12. August die Einwohner per Bürgerentscheid. Der Heimatverein ruft in einem Infoblatt zur Rettung des Projekts auf. Zudem planen die Mitglieder eine Wanderung auf der voraussichtlichen Strecke.

Farschweiler. Die Entscheidung über den Bau eines Rundwanderwegs bei Farschweiler rückt näher. Direkt nach den Sommerferien, am Sonntag, 12. August, werden die Einwohner bei einem Bürgerentscheid über die Einrichtung eines zertifizierten Premiumwegs, einer sogenannten Traumschleife, abstimmen.
Der Hintergrund: Nach knapp sechs Jahren Planung hatte der Gemeinderat Farschweiler den Weg durch den Gemeindewald im Januar überraschend mehrheitlich abgelehnt - unter anderem aus Angst vor sinkenden Jagdpachteinnahmen und Schäden für die Waldwirtschaft.
Patt im Gemeinderat


Der Heimat- und Verkehrsverein wollte das Projekt retten, sammelte für ein Bürgerbegehren rund 90 Unterschriften und zwang den Rat somit zu einem erneuten Beschluss. Diesmal stimmten fünf Ratsmitglieder für, fünf gegen den Weg. Die Konsequenz dieses Patts ist nun der erste Bürgerentscheid in der Verbandsgemeinde (VG) Ruwer (der TV berichtete).
Wenige Wochen vor der Wahl will der Verein die Traumschleife in Erinnerung rufen. Alle Haushalte im Ort haben jetzt einen Flyer erhalten - mit Infos zur Wahl und Argumenten für den Weg. Die bereits existierenden Premiumwege seien "einzigartig erfolgreich" und hätten in den vergangenen Jahren "Tausende Gäste angelockt", heißt es dort etwa. "Wir wollen die Leute noch mal auf den Entscheid hinweisen, bevor sie in die Ferien fahren", erklärt Vorstandsmitglied Ulrike Mergens.
Weil viele Dorfbewohner mit dem Begriff Traumschleife noch wenig anfangen könnten, habe der Verein zusätzlich eine Broschüre beigelegt. Diese informiert über die 62 Traumschleifen, die es entlang des Saar-Hunsrück-Steigs, der von Mettlach bis Trier und Idar-Oberstein führt, schon gibt
Die rund zwölf Kilometer lange Schleife bei Farschweiler ist zu etwa 80 Prozent fertig. Die Kosten trägt die VG, die 1000 Euro Gemeindeanteil will der Heimatverein übernehmen. Am Sonntag, 29. Juli, will der Verein mit Bürgern auf der voraussichtlichen Rundwegroute wandern. Treffpunkt ist die Sternfelder Grillhütte, Start- und Endpunkt der Traumschleife. "Die Leute sollen den Weg kennenlernen, über den sie abstimmen werden", erklärt der zweite Vorsitzende Christian Bigge.
620 Stimmberechtigte


Die Vorbereitungen für den Bürgerentscheid (siehe Extra) laufen seit einigen Wochen. Laut Verbandsgemeinde-Bürgermeister Bernhard Busch liegen die Stimmzettel der Verwaltung bereits vor. Die Besetzung des Wohllokals am 12. August sei organisiert. Bis zum 23. Juli sollen auch die Wahlunterlagen an die rund 620 Stimmberechtigten verschickt werden. Wer will, kann seine Stimme auch per Briefwahl abgeben. Wahlhelfer, Druck und Versand der Unterlagen kosten die Ortsgemeinde Farschweiler etwa 1000 Euro, schätzt Busch.
Der Heimatverein ist optimistisch, dass die Bürger sich am 12. August für die Traumschleife entscheiden. Im Ort habe es viele positive Rückmeldungen gegeben, sagt Eva Werner. "Wir müssen die Menschen nur rechtzeitig wach rütteln", ergänzt Mergens.
Extra

Ein Bürgerentscheid ist ein Instrument der direkten Demokratie auf kommunaler Ebene. Damit können Bürger über Fragen, die ihre Ortsgemeinde betreffen, direkt entscheiden. Ausgenommen sind etwa Haushaltsfragen oder Bauleitpläne. Die genauen Voraussetzungen regelt der § 17a der rheinland-pfälzischen Gemeindeordnung. Vor dem Entscheid müssen der Antragsteller (der Heimatverein) und die Gemeindeorgane - Ortsbürgermeister und Gemeinderat - ihre Meinung zum Thema im Amtsblatt mitteilen (in Farschweiler ist das in der Ausgabe vom 22. Juni geschehen). Bei der tatsächlichen Abstimmung in geheimer Wahl müssen die Stimmberechtigten den Gegenstand des Entscheids in Form einer Frage auf dem Stimmzettel vorfinden, die sie mit Ja oder Nein beantworten können. Im Fall Farschweiler muss, damit die Traumschleife gebaut wird, eine Mehrheit dies befürworten. Diese Mehrheit muss gleichzeitig 20 Prozent der etwa 620 Stimmberechtigten umfassen. cweb