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Heiße Diskussion über Abfall-Pläne für Wellener Stollen

Heiße Diskussion über Abfall-Pläne für Wellener Stollen

Etwa 75 Menschen haben am Dienstagabend beim Bürgerforum der Trierer Kalk-, Dolomit- und Zementwerke (TKDZ) in Nittel über die Pläne der Betriebsleitung für den Wellener Stollen diskutiert. Kontrovers ging es bei der Frage zu, wie einsturzgefährdete Bereiche des Bergwerks mit Hilfe von Abfällen abgestützt werden sollen.

Die Trierer Kalk-, Dolomit- und Zementwerke (TKDZ) wollen den Abbau von Gestein im Wellener Stollen reduzieren. Statt 800.000 Tonnen jährlich, sollen nur noch 400.000 Tonnen abgebaut werden. Darum und weil das Unternehmen, das vor anderthalb Jahren von der österreichischen Porr AG gekauft worden ist, etwa 300.000 Euro in Untertage-Siebe investiert habe, könnten Staub- und Lärmausstoß verringert werden, betonte TKDZ-Geschäftsführer Wolfgang Hirzi bei einer Versammlung vor 75 Bürgern in Nittel. Das Unternehmen setze mehr auf Qualität. Konkret bedeutet das, dass hochwertige Steinmehle abgebaut werden, die in Dünge- und Futtermitteln gebraucht werden.

Während dieser Punkt relativ wenig diskutiert wurde, wurde es beim Thema Abfall kontrovers. Noch in diesem Jahr will die TKDZ etwa 30.000 Tonnen Erdaushub und Gips-Reste in das Bergwerk bringen. 3000 Tonnen davon könnten laut TKDZ aus einer Bodenreinigungsanlage aus Saarburg kommen. Mit Hilfe dieser Stoffe sollen einsturzgefährdete Bereiche der Stollen abgestützt werden, erläuterte TKDZ-Geschäftsführer Wolfgang Hirzi.

Harald Ehses, Leiter des Landesamts für Geologie und Bergbau (LGB), bestätigte, dass Teile der Stollens einsturzgefährdet seien. Dabei handele es sich um bis zu 20 Prozent der insgesamt 330 Kilometer langen Stollengänge. Ehses machte aber auch klar, dass seine Behörde bisher keine Zulassung für einzelne Stoffe erteilt habe. Das LGB habe jedoch einen neuen Hauptbetriebsplan genehmigt, der fünf Jahre gültig sein soll. Noch arbeiten die TKDZ-Mitarbeiter aber durch eine Sondererlaubnis des Landesamts. Weil die Ortsgemeinde Wellen Widerspruch gegen den Betriebsplan eingelegt hat, ist die Genehmigung noch nicht endgültig.

Moderator Alexander Houben vom Trierischen Volksfreund führte durch den Abend, bei dem die Bürger - allen voran die Mitglieder des Vereins Sauberes Wellen - etliche, größtenteils sehr skeptische Fragen aufwarfen. Sie sorgten darum, wie die Stoffe, die in den Berg kommen und wie sie kontrolliert und durch den Ort transportiert werden sollen.

Die TKDZ-Geschäftsführung betonte mehrmals, dass sie sich zum Beispiel an gesetzlich vorgegebene Grenzwerte halte und auch in eine innerörtliche Straße investieren werde, über die täglich etwa 25 Laster rollen sollen. Die Vertreter des Landesamts versicherten, nach bestem Gewissen und Wissen zu handeln und die Genehmigung nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.Aus unserem Archiv:

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