Heiße Musik und dicke Jacken

SAARBURG. Wer am Wochenende mächtig was auf die Ohren haben wollte, war im Saarburger Kammerforst am richtigen Ort. "Rock im Wald" lautete der Titel des Musik-Festivals, das der Trierische Volksfreund präsentierte. Trotz schlechten Wetters mit Temperaturen unter der Zehn-Grad-Marke feierten einige hundert Rock-Fans ausgelassen.

Wer sich am Wochenende auf den Weg zum Saarburger Kammerforst machte, musste schon ein bisschen mehr mitbringen als gute Laune. Gut beraten war, wer eine dicke Jacke und einen Regenschirm mitnahm. Mieses Wetter mit reichlich Regen und Temperaturen unter der Zehn-Grad-Marke hatten die nicht unbedingt zur Jahreszeit passende Ausrüstung notwendig gemacht. Dennoch: Obwohl die äußeren Bedingungen für das Musikfestival "Rock im Wald" nicht optimal waren, hatte es das Programm in sich. Zwei Tage lang durfte gerockt werden, was das Zeug hielt. Insgesamt sieben - in der Region und darüber hinaus bekannte - Bands und Einzelmusiker waren angetreten, um dem Publikum musikalisch einzuheizen. Den Auftakt am Freitagabend machte Wolfgang Prinz, unter anderem bekannt als Leadsänger der Konzer "Unplugged Gang". Ein bisschen einsam wirkte der Gitarrist - nicht nur, weil er hauptsächlich alleine agierte. Im Umkreis von 50 Metern um die Waldbühne herrschte gähnende Leere, denn die meisten der rund 200 Musikhungrigen hatten unter den Getränke- und Essensständen Schutz vor dem Nass von oben gesucht. Daran änderte sich kaum etwas, als die drei von "Spinning Wheel" loslegten. Dennoch vermochten es Michael Grasmück (Gitarre und Gesang), Schlagzeuger Hanno Schmitt und Alexander Merzkirch (Bass), das "Volk" in Wallung zu versetzen. Ihr Rezept: Energiegeladene Rock'n'Roll-Nummern - vom "Jailhouse Rock" über "My Generation" bis hin zu einer etwas eigenwilligen Interpretation von "Proud Mary". Kommentar von "Spinning Wheel"-Bassist Merzkirch nach dem Auftritt: "Klar, es hätten mehr Leute kommen können, aber es hat trotzdem Spaß gemacht."Reminders heizten Zuhörern ein

Für den Glanzpunkt des Abends sorgte eine Band, die einst Erfolge feierte. Nach einer mehrjährigen Pause hatten sich die "Reminders" vor einiger Zeit wieder zusammengetan - und zwar in der Originalbesetzung mit Frontmann Manfred Heinz, Willi Thein am Schlagzeug, Bassist Werner "Tilly" Klahr, Gitarrist Alois Kirchen und Erich Fahl am Keyboard. Trotz einsetzenden Regens füllte sich der Platz vor der Bühne, und für Stimmung brauchte Sänger "Manni" Heinz erst gar nicht zu sorgen: die war bereits bestens. Wie in alten Tagen schmetterte das Quintett seine Ohrwürmer von Simon & Garfunkel, den Rolling Stones und Co. in die "Menge". Band-Chef Heinz zeigte sich erstaunt über die stimmliche Leistungsfähigkeit des relativ kleinen Publikums. Etwas mehr als zwei Stunden dauerte das Oldie-Feuerwerk und es schien, als spiele das miese Wetter für die Zuhörer keine Rolle mehr. Veranstalter Markus Schu hingegen blickte immer noch skeptisch in die Runde. Denn deutlich mehr als 1000 Festivalgäste hätten auf der großen Wiese Platz gefunden. "Das mit dem Wetter ist eben Pech", erklärte der leicht resigniert wirkende Schu. "Vielleicht wird es am Samstag besser." Es wurde nicht besser - jedenfalls was das Wetter und die Besucherzahlen betrifft. Das Programm hingegen verhieß auch am zweiten Veranstaltungstag aufreibende Stunden. "Mr. Guylow" (Rock), "Solexx" (Folk Rock) und die Mannheimer Formation "Groove Guerrilla" (Soul, Funk, R'n'B und eine Prise Hip-Hop) hatten wohl für jeden Musikgeschmack etwas parat. Als "Headliner" hatte sich die Queen-Coverband "Mayqueen" angekündigt - und als Glücksgriff erwiesen. Instrumentale Filigranarbeit, unter anderem von Gitarrist Ralf Sädler, und die Mega-Hits von Freddy Mercury und Kollegen überzeugten das Publikum. Knapp über 200 Besucher dürften es am Samstag gewesen sein. Auch wenn "Rock im Wald" hinsichtlich der Besucherzahlen weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, hatten die, die gekommen waren, dank des hochkarätigen Programms zweifellos ihren Spaß.

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