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Helau ist auch für Engel ein Muss

Helau ist auch für Engel ein Muss

ZEMMER-RODT. (ae) Gute Laune und familiäre Harmonie einer intakten Dorfgemeinschaft vermittelte der Bunte Abend des Frauenclubs Rodt. Mit einem originellen Bühnenprogramm und ansteckender Begeisterung bescherten die Fideier Närrinnen und Narren ihren Gästen von nah und fern äußerst vergnügliche Stunden.

Die Welt stand Kopf, an diesem Abend in der Rodter Narhalla. Der Pfarrer erschien erst als Teufel, dann als Engel, kernige Kerls als blonde Damen und der Bürgermeister wagte den Sprung von der politischen auf die Showbühne. Verantwortlich dafür waren die Frauen des Rodter Frauenclubs unter Vorsitz von Elfi Keilen, die auch diesmal wieder zahlreiche Mitbürger zu karnevalistischer Kreativität inspirieren konnten. Die äußerte sich etwa im rhetorischen Feuerwerk des "Joggers" Hermine Schmitt zum Miteinander, Füreinander und Untereinander im Dorf, den derb zweideutigen Ausführungen des "Schornsteinfegers" oder den Gesangsdarbietungen der "Strolche". Neben einer Liebeserklärung an das Leben auf der Fidei vertonten sie zahlreiche politische Seitenhiebe - mit Beistand von höchster Stelle. Engel Bernardus, alias Pfarrer Bernd Seibel, brachte in einem spritzigen Wortgefecht mit Engel Karla Arens eine günstige Alternative zum Bau eines weiteren Kreisels in Spiel: Bürgermeister und Ortsvorsteher als Schülerlotsen! Die Antwort der Narren fiel sonntagstauglich aus: "Wir bitten dich, erhöre uns". Nach soviel geistig-geistlicher Kost wurden die von Jutta Jahnen und Irene Koster einstudierten akrobatischen und Show-Tänze der Jugendtanzgarde sowie des Solomariechens Sandra Jahnen mit viel Applaus bedacht. Lachtränen liefen bei den Auftritten des Männerballetts, etwa als blonde Sekretärinnen, aber auch angesichts der Verwandlung des Ortsbürgermeisters Winfried Wollscheid in Roberto Blanco. Daneben wirkte - jedenfalls rein optisch - selbst der souverän durchs Programm führende Karnevalspräsident Albert Goldau blass. Den Höhepunkt des Abends bestritten die Rodter Frauen selbst. Gemäß ihrer tragenden Rolle im Dorf erschienen sie als afrikanische Mamas mit deutlich betonten Attributen holder Weiblichkeit. Kein Halten gab es mehr, als sie der Bürgermeister, diesmal im Bastrock, als Stammeshäuptling umkreiste. Noch bis tief in die Nacht feierten die Gäste, darunter das Prinzenpaar aus Kordel und Abordnungen befreundeter Karnevalsvereine, in ausgelassenen Stimmung.