Helmtherapie: Kinder müssen im Fokus stehen, nicht das Geld

Ihre Meinung : Helmtherapie: Kinder müssen im Fokus stehen, nicht das Geld

Gesundheit

Zum Artikel „Kein Geld für Gesundheitshelm: Eltern hoffen auf Umdenken“ (erschienen am 9. Januar in der TV-Ausgabe für Konz, Saarburg und Hochwald):

Dieser Artikel passt perfekt in die Zeit, in der Krankenhäuser aus Kostengründen Geburtsstationen schließen (aktueller Fall ist das Krankenhaus Maria Hilf in Daun). Offensichtlich zählt einzig das Geld, nicht das Wohlergehen der Kinder. Das Geld – der Hinweis sei an dieser Stelle erlaubt –, das nicht den Krankenkassen oder Krankenhäusern gehört, sondern den Menschen, die hart dafür arbeiten müssen und es den Krankenkassen nicht zur Selbstbereicherung zur Verfügung stellen, sondern um für Gesundheit zu sorgen.

Der TV berichtet, dass die gesetzlichen Krankenkassen eine Helmtherapie für Kleinkinder, die unter einer Schädelasymmetrie leiden, nicht erstatten, weil der zuständige Bundesausschuss den Nutzen dieser Behandlungsmethode noch nicht geprüft habe. Es wäre dringend an Zeit, dass sich die Mitglieder dieses Ausschusses und besonders auch die Verantwortlichen der Krankenkassen sachkundig machen würden. Bereits 1857 hat Herr Joh. Christ. Luce in einer Dissertation einen Schädel mit Asymmetrie und möglichen Störungen beschrieben. Ebenfalls 1857 hat Rudolf Virchow sein Werk „Schädelform, Gesichtsbildung und Gehirnbau“ veröffentlicht. Na ja, das ist ja erst knapp 162 Jahre her ... Da besteht ja durchaus noch Hoffnung.

Aus dem Bereich der Zahnmedizin gibt es zudem eine Vielzahl von wissenschaftlichen Arbeiten, die sich mit den Gesundheitsfolgen von Symmetrieabweichungen, besonders im Kieferbereich, befassen.

Abschließend sei erwähnt, dass jede Abweichung von der Symmetrie einen Störfaktor darstellt. Das wiederum bedeutet, jede Schädel­asymmetrie sollte behandelt werden, um Spätfolgen und damit zum Teil erhebliche Behandlungskosten zu verhindern. Die Probleme „wachsen sich auch nicht aus“, sie müssen behandelt werden. Mit spezieller Physiotherapie, durch Lagerung und im Besonderen durch Osteopathie. Und schwere Abweichungen, wie in dem TV-Artikel beschrieben, mittels Helmtherapie. Setzen wir die Gesundheit und die Zukunft der Kinder wieder in den Fokus, nicht nur das Geld!

Jürgen Schäfer, Kinderostheopath, Kelberg

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