Hentern will nicht ohne weiteres mitmachen

Hentern will nicht ohne weiteres mitmachen

Die Ortsvertreter von Hentern sind der Meinung, dass alle Bürger von der Gewinnung von Windstrom partizipieren müssen. Das Gremium nimmt noch Abstand vom Beitritt in eine Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) und den Planungen der Verbandsgemeinde Kell.

Hentern. "Es gibt in der Verbandsgemeinde Kell keine erkennbare Richtung, an welchen Standorten Windenergie gewonnen werden soll", bedauert der Henterner Ortsbürgermeister Bernhard Wagner. Der Standort Hentern-Baldringen sei jetzt wieder in der Diskussion.
Den Ratsmitgliedern lag in ihrer jüngsten Sitzung die Satzung einer künftigen Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) vor, mit deren Hilfe die Verbandsgemeinde zur Windkraftunternehmerin werden könnte. Was der Rat davon hält, formuliert Josef Thiel so: "Da müssten mal Zahlen auf den Tisch."
Edgar Mohsmann erinnert an die Verantwortung für das Landschaftsbild. Karl-Josef Fuchs verlangte, genau zu formulieren, was Hentern will. Thiel erinnert zudem an den Knackpunkt für Hentern: "Wir haben entlang des Beuriger Weges keine eigene Flächen." Einige Landwirte haben aber bereits einen Vorvertrag mit einem Windkraftanbieter in der Tasche. Ortschef Wagner bringt die Idee einer Genossenschaft in die Diskussion, damit die Bürger auch etwas von den Einnahmen hätten. Michael Lehnen stellte fest: "Haftung, Risiken und die Gewinnverteilung sind bei der AöR doch völlig ungeklärt."
Das Gremium einigte sich auf einen Antrag an die Verbandsgemeinde (VG) Kell, das in Frage kommende Gebiet beiderseits dem Beuriger Weg an der B 268 untersuchen zu lassen. "Außerdem wollen wir wissen, welche Risiken eine AöR birgt", verlangt Wagner. Deshalb nehme man zunächst von einem Beitritt Abstand. Ziel sei es, einen Flächennutzungsplan in der VG hinzubekommen, dem auch Hentern zustimmen kann.
Standortfrage klären


"Baldringen und Hentern gehen gemeinsame Wege", sagt Baldringens Ortschef Willi Emser. Bislang sei die Windkraft in Kell doch eine Luftnummer. Emser verlangt, wie Wagner, von der VG Klarheit über die Standortfrage von Windkraftanlagen: "Sind wir dabei oder nicht?"
Der Ortsbürgermeister von Vierherrenborn, Franz Mersch, hat die Entscheidung von Hentern kommen sehen: "Es gibt bestimmt noch Standortmöglichkeiten, die geprüft werden können." Zum Beispiel der Wald. Den könne man rekultivieren, so Merschs persönliche Meinung. Wenn in nur einem Dorf die Kasse wegen der Windkraft stimmt, habe doch niemand was davon. Vierherrenborn ist jedoch AöR- Mitglied geworden, aus Solidarität, wie Mersch sagt.
Christian von Wenzlawowicz hilft als Vierherrenborner dabei über Gefahren aufzuklären: "Wir wollen keine Windräder vor die Nase gesetzt bekommen." Besonders die sehr tiefen Schwingungen, der sogenannte Infraschall, sei in seinen Auswirkungen auf den Menschen noch gar nicht richtig untersucht. "Letztendlich geht es wieder ums Geld", kritisiert er.doth

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