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Hermann-Josef Momper übernimmt die Funktion in der  Verbandsgemeinde Konz nach dem Ausscheiden von Peter Musti.

Kommunalpolitik : Wahl des Behindertenbeauftragten als Kopf-an-Kopf-Rennen

Hermann-Josef Momper übernimmt die Funktion in der  Verbandsgemeinde Konz nach dem Ausscheiden von Peter Musti.

Auch über der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderates Konz schwebt – zumindest in den Köpfen – das alles beherrschende Virus. Niemand umgeht den Hände-Desinfektionssprayer am Eingang des Klosters Karthaus. Riecht etwas streng, das Zeug, gibt aber irgendwie ein Gefühl von mehr Sicherheit. Das sonst übliche Händeschütteln vor der Sitzung ist vorbei. Rote Logos an den Türen warnen davor. SPD-Ratsmitglied Jens Tossing fragt, wie die Verwaltung der Verbandsgemeinde (VG) im Falle eines internen Corona-Befalls aufgestellt sei. Tossing: „Ist die Arbeit dort dann noch gewährleistet?“ Bürgermeister Joachim Weber: „Wir stehen mit der Kreisverwaltung in ständiger Verbindung. Zusätzliche Geräte für Home-Office-Arbeit sind geplant. Wir müssen im Fall des Falles schnell reagieren.“ Ob es beim Kreis einen Notfallplan gebe, hakt Tossing nach. Weber: „Wir erwarten vom Kreis die notwendigen Informationen und gehen davon aus, dass sich in den nächsten Tagen noch viel bewegen wird.“ Man müsse notfalls so organisiert sein, dass alle von zu Hause arbeiten können. Kreissprecher Thomas Müller (CDU-Fraktion) weist zusätzlich darauf hin, dass der Kreis über eine Allgemeinverfügung alle öffentlichen Veranstaltungen bis Ende April verbieten werde.“

Im Mittelpunkt der Sitzung steht die Neuwahl eines VG-Behindertenbeauftragten, nachdem Peter Musti im Spätherbst 2019 sein Amt zur Verfügung gestellt hatte.  Bürgermeister Weber dankt dem ehemaligen Beauftragten Musti für seine Arbeit und kündigt dessen offizielle Verabschiedung an.  Auf die Neuausschreibung haben sich Marion Palm-Stalp und Hermann-Josef Momper der Wahl durch den VG-Rat gestellt.  Palm-Stalp aus Oberbillig ist Regionalgruppenleiterin der Selbsthilfevereinigung Pro-Retina für Menschen mit krankhafter oder altersbedingter Netzhautdegeneration. Wie sie sagt, umfasst die Gruppe die Stadt Trier und alle Kreise des ehemaligen Regierungsbezirks Trier. Auch sie selbst sei als einst Normalsehende betroffen. Palm-Stalp: „Ich kann Sie hier im Saal wahrnehmen, aber keine Gesichter erkennen.“ Mit einem Vergrößerungsgerät könne sie aber weiter arbeiten, „weil ich es früher so wahrgenommen habe“. In ihrer Heimatgemeinde Oberbillig hat Palm-Stalp einen behindertengerechten B-416-Übergang initiiert. Das Problem sei bei Planungen, dass der gesunde Mensch sich nicht in die Schwierigkeiten von Behinderten hineinversetzen könne. Hier gelte es anzusetzen.

Mitbewerber Momper ist Mitglied der FWG-Fraktion im VG-Rat und setzt seinen Schwerpunkt auf barrierefreies Bauen, insbesondere bei öffentlichen Projekten. Momper: „Ich will mich da einsetzen für alle Menschen mit Behinderungen und altersbedingten Einschränkungen.“  Der Pensionär Momper setzt dabei auf seine Berufserfahrung bei der ehemaligen Bezirksregierung auf dem Gebiet der Dorferneuerung, dem Um- und Neubau etwa von Bürgerhäusern und anderen öffentlichen Bauten. Momper: „Ich bin nun Pensionär, habe Zeit, und könnte mich der Aufgabe   des barrierefreien Bauens in vollem Umfang widmen.“

Kandidatin und Kandidat klingen überzeugend, auch wenn sie verschiedene Schwerpunkte setzen. So kommt der Vorschlag aus dem Rat, den Wahlverlierer als Stellvertreter einzusetzen. Bürgermeister Weber: „Das wäre eine Überlegung, über die wir heute noch nicht entscheiden können. Aber grundsätzlich ,ja‘ dazu.“

Die Wahl ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Der erste Durchgang  endet mit einem Patt von 22 zu 22 Stimmen. Im  zweiten Anlauf holt Momper mit 19 zu 15 Stimmen den Posten. Möglicherweise  wird Verliererin Palm-Stalp später die Stellvertretung übernehmen. Sie sei gerne dazu bereit, erklärt sie.