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Hermeskeil: Ermittlungen zum Brand im Sägewerk am Anfang - Freibad geschlossen

400 Einsatzkräfte : Großbrand in Hermeskeiler Sägewerk: Aufräumen beginnt - Das sagen die Ermittler - Freibad vorerst geschlossen (Fotos/Video)

Stundenlang haben rund 400 Einsatzkräfte in der Nacht auf Donnerstag einen Großbrand im Sägewerk in Hermeskeil bekämpft. Es gab sechs Verletzte, der Schaden dürfte in Millionenhöhe liegen. Eine große Sorge der Wehrleute besteht inzwischen nicht mehr.

Es war eine lange, anstrengende Nacht für Hunderte Einsatzkräfte. Erst am Donnerstagmorgen gegen acht Uhr ist das letzte Feuer gelöscht in dem Sägewerk in Hermeskeil, das am Mittwochabend in Flammen aufgegangen war. Der Großbrand sei unter Kontrolle, es bestehe keine Gefahr mehr, meldet nach stundenlangem Löscheinsatz die Technische Einsatzleitung (TEL) des Brand- und Katastrophenschutzes im Landkreis Trier-Saarburg und der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil.

Letzte Glutnester auf Schulgelände in Hermeskeil werden noch gelöscht

Noch immer sind allerdings Dutzende Einsatzkräfte vor Ort auf dem Gelände unterhalb der Schulstraße und des Hermeskeiler Schulzentrums. „Wir löschen noch die letzten Glutnester ab, die sich auftun“, sagt Bernd Nellinger, verantwortlich für die Pressearbeit bei den Wehren der VG. Außerdem beginne man nun allmählich mit dem Rückbau der Lösch-Ausrüstung.

Wie dramatisch der Einsatz in der Nacht gewesen sein muss, wird beim Blick auf die Überreste der 4000 Quadratmeter großen und größtenteils abgebrannten Lagerhalle und die stapelweise verkohlten Holzstämme auf dem Gelände deutlich. Auch angrenzende Wiesen standen in Flammen. Das Hauptaugenmerk der Einsatzkräfte, von denen laut Einsatzleitung rund 400 aus der Region und aus dem Saarland vor Ort waren, lag darauf, ein Übergreifen des Feuers auf den direkt angrenzenden Wald zu verhindern. „Das war schon sehr schwierig bei dem Wind und bei der Hitze“, beschreibt Bernd Nellinger die Hürden des Einsatzes und die hohe Belastung für die Brandschützer. Die Flammen seien einigen Bäumen schon sehr nah gekommen, sagt er und zeigt auf eine bräunlich verfärbte Nadelbaum-Reihe hinter den Holzstapeln. Dank eines massiven Einsatzes der Wehrleute sei aber das Schlimmste vermieden worden. Für den Ernstfall waren allerdings laut Einsatzleitung auch mehrere Einheiten mit Spezialausrüstung in Hermeskeil in Bereitschaft, etwa Waldbrandfahrzeuge der Bundeswehrfeuerwehr, Wasserwerfer der Polizei, ein Spezialfahrzeug der US-Air-Base Feuerwehr Spangdahlem sowie landkreiseigene und überörtliche Einheiten des Brand- und Katastrophenschutzes. Beim Löschen aus der Luft hatten zeitweise auch zwei Hubschrauber der Polizei Rheinland-Pfalz und Hessen mit Löschwasser-Außenlastbehältern unterstützt.

Schon früh während des Einsatzes war am Mittwochabend die Bevölkerung über die Warnapps Nina und Katwarn vor Rauchgasen gewarnt worden. Anwohner sollten Fenster und Türen schließen, Lüftung- und Klimaanlagen abschalten und sich im Freien notfalls ein feuchtes Tuch vor Mund und Nase halten. Die Warnungen galten für die VG Hermeskeil, Teile der VG Saarburg-Kell und Teile der VG Thalfang am Erbeskopf. Schon am späten Abend hieß es jedoch, dass keine gefährlichen Messwerte vorlägen. Die Warnungen wurden am Donnerstag gegen 8.30 Uhr aufgehoben.

Laut Einsatzleitung sind durch das Feuer sechs Menschen leicht verletzt worden. Am Donnerstag hieß es, es seien vier Einsatzkräfte betroffen. Vier der Verletzten seien zeitweise im Krankenhaus behandelt worden, inzwischen aber schon wieder entlassen.

Stundenlange Löscharbeiten: Brand in einem Sägewerk in Hermeskeil

Kripo ermittelt nach Großbrand in Sägewerk - Brandursache noch unklar

Bei der Kriminalpolizei in Trier hat das Fachkommissariat 1 erste Ermittlungen aufgenommen. Wie die Pressestelle des Polizeipräsidiums am Donnerstag bestätigte, konnten die Ermittler den Brandort allerdings noch nicht betreten. Dies sei wohl frühestens am Freitag möglich. Die Brandursache sei damit noch unklar. Nach jetzigem Stand der Ermittlungen gebe es bislang keine Hinweise auf Brandstiftung. Die Schadenshöhe ist laut Kripo schwierig zu beziffern, da neben den Schäden an der Halle auch rund 2000 Kubikmeter Langholz verbrannt beziehungsweise stark beschädigt worden seien. Die Ermittler gehen aber nach eigenen Angaben von mehr als einer Million Euro Sachschaden aus.

Hautnah miterlebt hat den Löscheinsatz Hartmut Heck, Bürgermeister der VG Hermeskeil. Er hätte ab 19 Uhr eigentlich im Rathaus eine Sitzung des VG-Rats leiten sollen, bei der ein Konzept für die personelle und materielle Ausstattung der Feuerwehren in den nächsten Jahren abgestimmt werden sollte. Die Sitzungsleitung übernahm dann kurzfristig der erste Beigeordnete Theo Palm. „Ich habe den Alarm um 16.56 Uhr gelesen und bin sofort losgefahren. Die schwarze Rauchsäule habe ich schon oben von der Anhöhe am Züscher Sportplatz gesehen“, beschreibt Heck seine Eindrücke vom Vortag. Das erste Bild am Einsatzort sei „schockierend“ gewesen: „Da lagen Baumstämme von 30 Zentimetern Durchmessern, alle haben gebrannt - und direkt daneben der Wald.“ Es sei „großes Glück“, dass das Feuer nicht übergesprungen sei.

Gute Nachrichten hat der Bürgermeister auch für die Nutzer des Hermeskeiler Freibads. „Es bleibt heute und morgen geschlossen. Am Samstag werden wir es aber wieder öffnen können“, sagt Heck. Das Freibad war am Vorabend gegen 19 Uhr geräumt worden. Laut VG-Chef wurden für den Einsatz rund 330 Kubikmeter Wasser aus den Becken gepumpt, um einen Löschteich zu speisen. „30 Kubikmeter pro Stunde bekommen wir hinein, das Auffüllen dauert daher noch ein wenig.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Brand im Sägewerk: Großeinsatz der Feuerwehren in Hermeskeil