Hermeskeil investiert im großen Stil

Hermeskeil · Der Stadt Hermeskeil steht ein Jahr der großen Investitionen bevor. Insgesamt 3,17 Millionen Euro sind im Haushalt 2012 für neue Vorhaben wie das Feuerwehrmuseum, die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes und die Erweiterung von Kindergärten vorgesehen. Der Rat stimmt am Dienstagabend über den Etatplan ab, der erneut ein Defizit aufweist.

 Ihre Villa wird größer: Die Hermeskeiler Kunterbunt-Kinder Lia, Jonas, Tom und Helena (von links) spielen Handwerker. Im Hintergrund ist die Baustelle an ihrer Kindertagesstätte zu sehen. TV-Foto: Axel Munsteiner

Ihre Villa wird größer: Die Hermeskeiler Kunterbunt-Kinder Lia, Jonas, Tom und Helena (von links) spielen Handwerker. Im Hintergrund ist die Baustelle an ihrer Kindertagesstätte zu sehen. TV-Foto: Axel Munsteiner

Hermeskeil. "Es ist klar. Dieses Jahr kumulieren sich die Investitionen. Die Projekte beruhen aber auf Beschlüssen, die wir vor Jahren gefasst haben. Es war nicht geplant, dass sie zeitgleich laufen. Wir können sie aber erst jetzt angehen." Das sagt Stadtbürgermeister Udo Moser (Bürger für Bürger) mit Blick auf den Haushaltsplan 2012, den er am Dienstag, 13. März (19 Uhr, Rathaus) dem Stadtrat zur Abstimmung vorlegen wird.
Wenn der Entwurf eins zu eins in die Realität umgesetzt wird, dann gibt die Stadt in den kommenden Monaten rund 3,17 Millionen Euro für neue Projekte aus. Zwar fließen dafür auch Zuschüsse in die Stadtkasse. Letztendlich muss sich Hermeskeil für all dieses Investitionen aber auch Geld leihen und 1,35 Millionen Euro an Krediten aufnehmen.
Zwei Vorhaben, die schon seit 2007 im Stadtentwicklungsprogramm die Priorität "1a" und "1b" haben, werden nach langer Vorlaufzeit dieses Jahr in Angriff genommen.
Für den Bau des rheinland-pfälzischen Feuerwehrmuseums gibt die Stadt 2012 in einer ersten Rate genau eine Million Euro aus. Insgesamt wird das Museum inklusive Gastronomieteil bis zu seiner Fertigstellung rund 3,7 Millionen Euro kosten.
Die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes schlägt im Etatplan mit knapp 770 000 Euro zu Buche. Allerdings ist derzeit nur sicher, dass dieses Jahr mit der sogenannten Erlebnisstation ein großer Aufenthaltsbereich auf 600 Quadratmetern entstehen wird. Dafür sind 320 000 Euro eingeplant.
Anders sieht es mit der rund 450 000 Euro teuren Umgestaltung des Busbahnhofs aus. Ob sich am tristen Aussehen dieser Asphaltfläche bereits 2012 etwas ändern wird, ist fraglich. Das Land hat als Zuschussgeber nämlich einen vorzeitigen Baubeginn abgelehnt. Deshalb geht es mit diesem Projekt, bei dem neue Parkplätze entstehen, eventuell erst 2013 los.
Keine Zukunftsmusik sind hingegen die Arbeiten zur Erweiterung und Sanierung der Kindergärten Rosa Flesch und Villa Kunterbunt. Sie sind bereits im Gange und werden laut Stadtbürgermeister Moser noch in diesem Jahr abgeschlossen. Rund 830 000 Euro werden in die beiden Kindergärten investiert. Dazu kommen 20 000 Euro Planungskosten für den dritten städtischen Kindergarten Adolf Kolping, dessen Erweiterung 2013 ansteht.
Am Ausbau der Koblenzer Straße (B 327) ist die Stadt beteiligt, weil sie die Gehwege finanzieren muss. Dafür sind 105 000 Euro im Etat eingestellt. Der Kauf eines neuenUnimogs, der insbesondere für den Winterdienst benötigt wird, kostet 110 000 Euro. Für die bereits fertiggestellte Bushaltestelle mit Wendeplatz am Gymnasium muss die Stadt 2012 noch Rechnungen in Höhe von 150 000 Euro begleichen.
Insgesamt steigt durch all diese Investitionen der Schuldenstand der Stadt von 3,5 auf 4,7 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt 821 Euro. Moser betont: "Nach den großen Projekten in diesem Jahr werden wir in Zukunft vorsichtig weiterarbeiten und mit Augenmaß an neue Investitionen herangehen. Als Mittelzentrum haben wir jedoch gewisse Aufgaben und einen Entwicklungsauftrag."

Extra

Etatlöcher sind die Hermeskeiler seit zehn Jahren gewohnt. Auch 2012 wird sich daran nichts ändern. Im Finanzhaushalt, der das laufende Geschäft inklusive Investitionstätigkeit abbildet, fehlen bei der Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben am Ende 972 093 Euro. Im Vorjahr 2011 lag das geplante Defizit noch bei 560 000 Euro. Für das dickere Minus gibt es laut Verbandsgemeinde-Kämmerer Hans-Peter Lorang vor allem eine Begründung: "Die Stadt muss dieses Jahr im Vergleich zu 2011 über 760 000 Euro mehr an Umlagen zahlen." Dieses Geld fließt unter anderem an die Verbandsgemeinde und den Landkreis. Für die Berechnung der Umlage sind die Steuereinnahmen der Stadt vom Vorjahr entscheidend. Weil es dort 2011 Zuwächse gab, sind nun höhere Umlagezahlungen (insgesamt 4,23 Millionen Euro) fällig. "Das Problem ist, dass der Stadt Hermeskeil von ihren gesamtem Steuereinnahmen so viel abgezogen wird, dass ihr davon nur noch 13,5 Prozent selbst bleiben", sagt VG-Kämmerer Lorang. Für Stadtbürgermeister Moser bedeutet das: "Dadurch wird doch deutlich, dass wir im Grunde keine finanziellen Stellschrauben mehr haben, an denen wir drehen könnten." ax

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