Hermeskeil lässt es krachen

In altbekannter Manier, aber mit einem neuen Hauptdarsteller haben die Hermeskeiler am Samstag ihre 40. Stadtwoche eingeläutet. Nach Platzkonzert und Kanonendonner vor dem Rathaus und dem gemeinsamen Zug zum Festplatz hat der frisch gekürte Stadtbürgermeister Udo Moser dort mit dem traditionellen Fassanstich seine erste große Bewährungsprobe bestanden und das wichtigste Volksfest im Hochwald offiziell eröffnet.



Hermeskeil. Da kann kommen, was will: Wenn die Hermeskeiler in die Stadtwoche starten, dann spielt sich am zweiten Samstag im Juli Jahr für Jahr die gleiche Prozedur ab. Eröffnet wird die "Donatuskirmes" immer mit Pauken und Trompeten, lauten Krachern und einem echten Hammer. Daran hat sich auch bei der Jubiläumsausgabe - die Stadtwoche feiert 2009 ihren 40. - nichts geändert. Im Zentrum des Geschehens steht zunächst der Rathaus-Vorplatz, wo sich auch diesmal eine stattliche Zuschauermenge versammelt hat. Die Musiker der Stadtkapelle geben ein kurzes Platzkonzert, dann fahren die Stadtsoldaten in ihren blau-gelben Uniformen schweres Geschütz auf und zünden mit lautem Knall. Sie verkünden damit unüberhörbar, dass die Stadtwoche eröffnet ist und geben mit dem Böllerschuss gleichzeitig das Signal zum Abmarsch, damit sich die ganze Feiergesellschaft - darunter auch viel Politik-Prominenz mit jeweils zwei Bundestags- und Landtagsabgeordneten - in Richtung "Neuer Markt" aufmacht.

Auf dem Festplatz, wo der Rummel wie gewohnt schon am Vortag begonnen hat und sich diesmal das Collossus-Riesenrad als größte Attraktion dreht, folgt schließlich der letzte Akt der Auftaktzeremonie. Eine entscheidende Nuance ist dabei jedoch neu: Denn für den traditionellen Fassanstich greift nicht mehr Ilona König, sondern ihr seit Dienstag amtierender Nachfolger Udo Moser zum Hammer. "Ich habe vorher nicht geübt", versichert er dem Publikum, das im großen Biergarten Platz genommen hat und gespannt beobachtet, wie er sich bei dieser Premiere aus der Affäre zieht. Nach mehreren kurzen Schlägen steht kurz darauf fest: Das erste Hermeskeiler Festbier ist anno 2009 ohne große Mucken und ohne große Gerstensaft-Fontäne geflossen. "Ganz zufrieden" sei er mit dem Ausgang seiner ersten echten Bewährungsprobe gewesen, sagt Moser.

Das A und O: gutes, trockenes Wetter



Was für ihn und alle Besucher aber noch erfreulicher ist: "Die Sonne ist ja rechtzeitig rausgekommen. Jetzt hoffen wir, dass sie die ganze Woche bleibt und wir ein schönes Fest erleben, das mit einem möglichst geringen Defizit abschließt."

Gutes, trockenes Wetter ist in der Tat das A und O für den Erfolg der Hermeskeiler Stadtwoche. Denn schon seit einigen Jahren gibt es kein Festzelt mehr. Gefeiert wird unter freiem Himmel, und die Organisatoren vom städtischen Arbeitskreis setzen bewusst auf bajuwarische Atmosphäre mit zwei Biergärten auf dem "Neuen Markt" und vor dem Amtsgericht. Dort befindet sich auch die diesmal einzige Bühne für das Musik- und Showprogramm, die Festplatz-Bühne ist hingegen weggefallen. "Das ist aber gar nicht schlecht. So kann alles beieinander stehen und es verteilt sich nicht alles", sagt Karin Hausen. Allerdings findet die Besucherin aus Pölert, "dass die Stadtwoche einfach zu lang ist. Das kann sich doch keiner mehr leisten. Ein Programm von Donnerstag bis Sonntag würde völlig reichen." Während es Björn Eiden vor allem "wegen der Geselligkeit und um mit Freunden zusammenzusitzen und gemütlich ein Bier zu trinken" zur Stadtwoche zieht und die für einen Ur-Hermeskeiler wie Hermann Gorges ohnehin ein "absolutes Muss" ist, freut sich Johannes Kohl vor allem auf das Konzert der Band "Chock-A-Block" und das Feuerwerk am Abschlusstag. Das so manche kritische Stimme sich gerade für die Jubiläumsausgabe größere Namen und ein besonderes Zugpferd im Programm gewünscht hätte, sieht Kohl nicht so. "Mir fehlt da nichts", meint der Besucher aus Geisfeld.

Nach der offiziellen Eröffnung wurde die Stadtwoche am Samstag mit einem Konzert der Band "Prozac" und am Sonntag mit einem Frühschoppen sowie Konzerten des Musikvereins Gusenburg und der Gruppe "All about Joel" fortgesetzt. Am heutigen Montag ist ab 12 Uhr das traditionelle Handwerker- und Firmenessen sowie am Abend der Auftritt der Big Band der Kreismusikschule vorgesehen.