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Hermeskeiler Klinik schließt Geburtshilfe

Hermeskeiler Klinik schließt Geburtshilfe

Die Entbindungsstation am Hermeskeiler St. Josef-Krankenhaus steht vor dem Aus. Der Klinikträger, die Marienhaus GmbH, und das Krankenhaus-Direktorium haben am Montag auf Anfrage von volksfreund.de bestätigt, dass die Geburtshilfe bis spätestens Mitte des Jahres geschlossen wird.

Zuvor hatten die Klink-Verantwortlichen die führenden Politiker von Stadt und Verbandsgemeinde und später auch die Mitarbeiter des St. Josef-Krankenhauses über diese Entscheidung informiert. Die Geburtshilfestation in Hermeskeil ist derzeit noch mit drei Belegärzten besetzt, die von drei freiberuflichen Hebammen unterstützt werden. Am Hermeskeiler Krankenhaus ist die Zahl der Entbindungen in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich zurückgegangen. 2012 erblickten dort nur 115 Kinder das Licht der Welt. 2007 waren es noch 190. Diese stark rückläufigen Geburtenzahlen nennt der Klinikträger als wichtigsten Grund für die Schließung der Abteilung. "Dass sich dieser Trend in absehbarer Zeit umkehrt, ist nicht zu erwarten. Parallel dazu sind die qualitativen Anforderungen in den Geburtshilfeabteilungen stetig gewachsen. Je geringer die Geburtenzahlen sind, um so schwieriger wird es, diese Standards auch rund um die Uhr zu gewährleisten", heißt es seitens des Marienhaus GmbH . Zudem könne die Station angesichts der zurückgehenden Fallzahlen auch nicht mehr kostendeckend betrieben werden. Die Gynäkologie-Abteilung in der St. Josef-Klinik ist von der Schließung nicht betroffen und wird weiter betrieben. Für Schwangere aus Hermeskeil wären ab Sommer 2013 die Geburtshilfestationen im Elisabeth-Krankenhaus Birkenfeld (23 Kilometer) beziehungsweise im Marienkrankenhaus Trier-Ehrang (30 Kilometer) die nächstgelegenen Möglichkeiten. Erst im November 2011 hatte die Geburtshilfe im Kreiskrankenhaus St. Franziskus in Saarburg geschlossen. Bereits seit 2007 gibt es im - nahe an Hermeskeil gelegenen - Marienkrankenhaus Wadern (Saarland) keine Entbindungsstation mehr. Im Zusammenhang mit der im Jahr 2010 aufgekommenen Diskussion um die Zukunft des Hermeskeiler Krankenhauses, das aktuell eine Bestandsgarantie bis Ende 2016 hat, gab es immer wieder auch Gerüchte um ein mögliches Aus der Geburtshilfe. Allerdings betont der Träger, dass es bei der Schließung der Geburtshilfe um einen "notwendigen Schritt zur Konsolidierung des Hauses" handele. Auch Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Hülpes (CDU) und der Hermeskeiler Stadtchef Udo Moser (Bürger für Bürger) zeigten sich nach den Gesprächen mit den Trägern davon überzeugt, dass der Bestand des Krankenhauses auch über den Termin Ende 2016 hinaus gesichert werden kann.