Medizinische Versorgung: Hermeskeiler Krankenhaus: 20 Therapieplätze für psychisch kranke Menschen sind schon belegt

Medizinische Versorgung : Hermeskeiler Krankenhaus: 20 Therapieplätze für psychisch kranke Menschen sind schon belegt

Die Tagesklinik für psychisch kranke Menschen im Hermeskeiler Krankenhaus ist seit wenigen Wochen in Betrieb. Schon jetzt zeigt sich, dass die Nachfrage im Hochwald groß ist. Bei der offiziellen Eröffnung der Abteilung erklärte der Klinikträger, eine Erweiterung komme womöglich schneller als geplant.

Im St.-Josef-Krankenhaus werde es bald eine neue Abteilung geben. Das hatte der Träger der Hermeskeiler Klinik, die Marienhaus-Gruppe, im vergangenen Dezember angekündigt. Seitdem hätten die Telefone im Haus kaum stillgestanden, sagte Günter Merschbächer, Geschäftsführer der Marienhaus Holding GmbH, am Freitagnachmittag in der Krankenhauskapelle. Dorthin hatten Träger und Klinikleitung eingeladen, um mit Gästen aus Politik und Gesundheitswesen die offizielle Eröffnung der neuen Tagesklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik zu feiern.

In Betrieb ist das neue Angebot in den Räumen der ehemaligen Geburtshilfestation bereits seit dem 2. Januar. Es richtet sich an Menschen, die an psychischen Erkrankungen wie etwa Depression, Angst-, Ess- oder Persönlichkeitsstörungen leiden. Sie kommen tagsüber von 8 bis 16.30 Uhr in die Klinik, nehmen dort an Einzelgesprächen oder verschiedenen Gruppentherapien teil, verbringen die Abende und Wochenenden aber zu Hause in vertrauter Umgebung. Somit schließe die Tagesklinik im Hochwald „eine Lücke zwischen stationärer und ambulanter Behandlung“ in diesem Bereich, sagte Merschbächer in seinem Grußwort. Die 20 eingerichteten Plätze seien belegt, es gebe schon eine Warteliste. Mit der anvisierten Aufstockung auf 40 Therapieplätze werde man sich daher „nicht übermäßig viel Zeit lassen“.

Geleitet wird die Klinik von Chefarzt Dr. Stefan Thielscher und der Psychologin Yvonne Hoffmeister, die schon in den Marienhaus-Kliniken in Bitburg und Gerolstein zusammengearbeitet haben und laut Merschbächer ein „eingespieltes Team“ sind. Beide führten die Gäste nach der Segnung der Räume durch Dechant Clemens Grünebach in der neuen Tagesklinik herum. Neben Räumen für Gruppen- und Einzelgespräche gibt es unter anderem eine Küche, einen Kunstraum und einen Bereich für Physiotherapie.

Neben der täglichen Therapiearbeit will Chefarzt Dr. Thielscher zwei weitere Ziele verfolgen. Im März starte die Zusammenarbeit mit der Hermeskeiler Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (Afa). Außerdem wolle er für Drogenabhängige eine Substitutionstherapie anbieten, kündigte Thielscher an. Dabei wird über spezielle Medikamente, eine Art Ersatzdroge, versucht, die Abhängigen langsam von ihrer Sucht zu befreien. In der Region Trier gebe es kaum noch Ärzte, die so etwas ermöglichten, sagte Thielscher. Die gesetzlichen Voraussetzungen, um die psychiatrische Tagesklinik in Hermeskeil dafür zu nutzen, seien noch mit der kassenärtzlichen Vereinigung zu klären.

Krankenhaus-Oberin Annette Münster-Weber dankte allen Mitarbeitern für ihren Einsatz, „um die erste Etage in unserem Haus zu reanimieren“. Die Tagesklinik sei ein „enorm wichtiges Projekt“, das sich nun einen guten Namen machen müsse. Sie füge sich ein in ein vorhandenes Netzwerk aus erfahrenen Hausärzten, Psychologen und dem Gemeindepsychiatrischen Betreuungszentrum in Hermeskeil. Von dieser Zusammenarbeit hänge auch der langfristige Erfolg ab.

Günter Merschbächer dankte dem Land für den Auftrag, die psychiatrische Klinik in Hermeskeil aufzubauen. Dies habe zwar „einige Überzeugungskraft“ gekostet, zahle sich aber offensichtlich aus. Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) hatte ihre Teilnahme an der Feier kurzfristig abgesagt, weil sie in Berlin bei den Koalitionsverhandlungen für eine mögliche künftige Bundesregierung gebraucht wurde.

Kleine Krankenhäuser stünden seit einiger Zeit unter „dramatischem Druck“, sagte Merschbächer. Dennoch sei in Hermeskeil in den vergangenen zehn Jahren vieles unternommen worden. „Und das werden wir auch fortsetzen.“ Mit Hilfe von Landeszuschüssen seien beispielsweise die Eingangshalle umgestaltet, OP-Säle und Ambulanz umgebaut und die Röntgenanlage digitalisiert worden. Für die drängenden Aufgaben der Zukunft bedürfe es aber weiter der Unterstützung der Politik. Als ein Beispiel nannte Merschbächer, dass man sich auf die Versorgung einer immer älter werdenden Bevölkerung einstellen müsse.