Hermeskeiler Schüler radeln mit Fairplay Tour durch die Großregion

Radeln für den guten Zweck : Hermeskeiler Schüler fahren mit Fairplay Tour durch die Großregion

Hermeskeiler Schüler starten erstmals bei der Fairplay Tour der Großregion. Mit 400 Radbegeisterten fahren sie ab dem 22. Juni rund 800 Kilometer für Hilfsprojekte in Afrika. Wer sie unterstützen will, kann Trainingspate werden.

So mancher Mitschüler wird sie beneiden. Denn für acht Hermeskeiler Schüler beginnen die Sommerferien eine Woche früher. Sie sind vom Unterricht befreit, weil sie bei der 21. Fairplay Tour der Großregion in die Pedale treten werden (siehe Info). Rund 800 Kilometer durch Rheinland-Pfalz, das Saarland, Frankreich, Belgien und Luxemburg müssen die sieben Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Hermeskeil und ein Gymnasiast zwischen dem 22. und 29. Juni bewältigen.

Das bedeutet hartes Training, aber die Jugendlichen aus Kell, Reinsfeld, Gusenburg und Hermeskeil sind mit viel Spaß dabei. Alle sind begeisterte Radfahrer. Elijah Witzack (11) trat schon bei regionalen Rennen an. Noah Ludwig (12) findet es interessant, „so eine lange Tour“ mitzufahren. Alle hoffen, dass sie das schaffen werden. Aber notfalls könnten sie ja umsteigen in den Besenwagen, bleibt Paul Köhler (14) gelassen.

Bei der Faiplay Tour gehe es außerdem nicht einfach nur ums Radfahren, sagt Johannes Neufing (14). Vielmehr stehe darüber der Antrieb, gemeinsam Spenden für hilfsbedürftige Kinder zu sammeln. Paul „Begga“ Becker (14) hofft, nächstes Jahr ein zweites Schulteam am Gymnasium zusammentrommeln zu können. Diesmal habe es nicht geklappt, daher fahre er mit den IGS-Schülern im „Team IGS Hermeskeil & Begga“.

Die Teilnehmer der Fairplay Tour setzen sich für Fairness, grenzüberschreitende Zusammenarbeit und offene Grenzen ein. Gleichzeitig unterstützen sie Entwicklungsprojekte im rheinland-pfälzischen Partnerland Ruanda. In Kooperation mit der Welthungerhilfe werden seit 20 Jahren unter anderem Spenden für den Schulbau gesammelt.

Das Hermeskeiler Team verdankt seine Motivation auch radbegeisterten Erwachsenen, darunter mehreren Vätern, die sich von der Hochwälder Radstation in Kell am See und den Teufelskopf-Radrennen des Vereins RC Bike Mandern kennen. Michael Krämer (Radstation) ist dankbar, dass IGS-Schulleiter Christian Schmidt dem Vorhaben zustimmte, wofür Lehrer Hagen Wiehle als Türöffner fungiert habe. Wiehle sagt, er habe dies gern übernommen. Denn viele Jungs aus seiner Klasse seien sehr gute Radfahrer.

Laut Krämer trainieren die Schüler seit Wochen, fuhren zunächst einmal pro Woche 40 bis 50 Kilometern am Stück. Kürzlich hätten sie die 100 Kilometer Tagespensum geknackt, die während der Tour Standard sind. Die Jugendlichen werden dort nicht allein unterwegs sein. Als Begleiter fahren IGS-Lehrer Joachim Altvater und zwei Väter mit: Tobias Witzack, Ex-Südwest-Mountainbike-Meister und Trainer beim RC Bike Mandern, und Triathlet Volker Israel als verantwortlicher Tour-Polizist. Ebenfalls mit im Team ist Elternbeirat Jörg Neufing. 40 Trainingskilometer seien sie am vergangenen Dienstag gefahren, erzählt Witzack: „Den Kids hat das einen richtigen Schub gegeben.“ Zusätzlich motiviert habe sie, dass einige Eltern anschließend spontan für die Sportler gekocht hätten.

Hans-Jürgen München, stellvertretender IGS-Leiter, ist beeindruckt vom Einsatz der Schüler. Sie trainierten eisern, was aber notwendig sei für die anstrengende Tour. Zusätzlich angespornt werden die Jugendlichen von Paten wie Manfred Sänger aus Reinsfeld. Für jeden gefahrenen Trainingskilometer spenden die Paten einen Cent oder auch mehr (siehe Info). Sänger begründet seine Hilfe mit der eigenen Leidenschaft fürs Radfahren, aber auch damit, dass „die Jungs Spaß daran“ hätten.

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