Hermeskeiler Stadtrat stimmt Bürgerumfrage zur Windkraft zu
Hermeskeil · Die Bürger der Stadt Hermeskeil sollen ihre Meinung sagen, ob aus ihrer Sicht beim Bau von neuen Windrädern ein Mindestabstand von 1000 Metern ausreicht oder größere Distanzen – nämlich mindestens die zehnfache Nabenhöhe eines Windrads – erforderlich sind. Bei den derzeit gängigen Anlagetypen würde das einer Entfernung von mindestens 1400 Metern entsprechen.
Der Hermeskeiler Stadtrat hat am Dienstagabend einstimmig den Weg für eine Einwohnerbefragung geebnet, die diese Streitfrage klären soll. An der Umfrage können alle Hermeskeiler ab 16 Jahre teilnehmen. Den Bewohnern der Hochwaldstadt wird Anfang Mai ein Stimmzettel zugeschickt.
Bis zum 25. Mai, dem Tag der Kommunalwahl, kann dieser Stimmzettel abgegeben werden. Das Ergebnis wird dann ebenfalls am Wahlabend ausgezählt. Im Vorfeld ist am 3. April eine Einwohnerversammlung geplant, bei der den Hermeskeiler umfassende Informationen zum Thema Windkraft geliefert werden sollen.
Obwohl der Rat grundsätzlich den von Stadtbürgermeister Udo Moser (BFB) gemachten Vorschlag einer Umfrage befürwortete, entwickelte sich eine längere, teils emotionale Debatte. So warf Moser beispielsweise der SPD vor, dass sie nicht mehr zu früheren Beschlüssen in Sachen Windkraft stehen würde.
Die Stadt Hermeskeil hat bereits mit Investoren Vorverträge zum Bau von Windkraftanlagen abgeschlossen. In den vergangenen Wochen wurden jedoch vor allem seitens der Interessengemeinschaft (IG) Rettet den Hochwald zunehmende Kritik an den bisher festgelegten Mindestabständen laut. In dieser Bürgergruppe nimmt der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Diller eine exponierte Rolle ein.