Hermeskeiler Stadtvorstand komplett - Viel Zustimmung für Beigeordnete

Kommunalpolitik : Hermeskeiler Stadtspitze komplett - Viel Zustimmung für weitere Beigeordnete

Am Dienstag hat der Hermeskeiler Stadtrat die zwei Beigeordneten gewählt, die neben dem ersten Stellvertreter René Treitz künftig der Stadtbürgermeisterin Lena Weber zur Seite stehen. Für beide Bewerber gab es fraktionsübergreifende Zustimmung.

Es hat sich offensichtlich gelohnt, dass der Hermeskeiler Stadtrat bei seiner ersten Sitzung im Juli noch nicht alle Beigeordneten gewählt hat. Nur das Ehrenamt des ersten Stellvertreters für Stadtbürgermeisterin Lena Weber (SPD) war damals von dem Gremium an René Treitz (SPD) vergeben worden. Vor der Abstimmung über die beiden weiteren Posten wollten sich die fünf Fraktionen noch einmal austauschen, um – wie alle betonten – eine „gute Gesamtlösung“ zu finden. Eine Verschiebung der Wahl des dritten Beigeordneten wäre ohnehin notwendig gewesen. Denn dafür musste erst eine entsprechende Satzungsänderung in Kraft treten. Der Stadtrat hatte in seiner ersten Sitzung entschieden, die Zahl der Beigeordneten von zwei auf drei zu erhöhen.

Die zwischenzeitlich erfolgten Gespräche scheinen erfolgreich gewesen zu sein. Denn die Wahl am Dienstagabend verlief ohne Kampfkandidaturen und mit breiter, fraktionsübergreifender Zustimmung für beide Bewerber.

Wahl der Beigeordneten Die FWG schlug Andrea Piroth für das Amt der weiteren Beigeordneten vor. Die 45-jährige Betriebswirtin lebt seit 1997 in Hermeskeil, hat zwei Kinder und ist seit acht Jahren FWG-Mitglied. Sie hatte bei der Kommunalwahl am 26. Mai auf der FWG-Liste für den Stadtrat kandidiert, den Einzug aber nicht geschafft. Von 21 anwesenden Ratsmitgliedern stimmten 17 für Piroth. Somit erhielt sie auch Stimmen aus den Reihen der CDU, die gemeinsam mit der SPD die stärkste Fraktion bildet. Beide haben acht Sitze im Stadtparlament.

Noch etwas deutlicher war das Ergebnis für Christoph König von der Fraktion Bürger für Bürger (BfB). Der 50-jährige Berufssoldat und dreifache Vater sitzt – mit kurzer Unterbrechung – seit 2009 im Hermeskeiler Stadtrat und ist außerdem Mitglied im Verbandsgemeinderat. Auf König entfielen 20 Ja-Stimmen. Beide neuen Beigeordneten wurden von der Stadtbürgermeisterin als Ehrenbeamte vereidigt. „Ich freue mich darauf, dass ich mich als Beigeordnete in die Gremien und die Stadtpolitik einbringen kann“, erklärte Andrea Piroth. Christoph König hoffte auf eine „gute Zusammenarbeit“ mit dem Stadtrat und innerhalb der neuen Stadtspitze. König und Piroth erhalten im Gegensatz zum ersten Beigeordneten, der unter anderem die Verantwortung für den Bauhof trägt, keine eigenen Geschäftsbereiche.

Zwei Bauprojekte Auf der Tagesordnung standen zwei geplante Bauprojekte, die der Stadtrat zum Ende der vorherigen Wahlperiode noch auf den Weg gebracht hatte. Die neuen Ratsmitglieder beschlossen den ersten Schritt zum Ausbau der Straße Im Fohlengarten im Industriegebiet Grafenwald von der Abzweigung Im Sangenbruch bis zur Abzweigung Laurentiusweg. Geschätzte Kosten: etwa 2,8 Millionen Euro. Zunächst soll nun die VG-Verwaltung die Vergabe der Planungsleistungen durch ein Ingenieurbüro vorbereiten.

Vorgesehen ist außerdem die energetische Sanierung der städtischen Räume im Rathaus. Laut dem ersten Beigeordneten René Treitz kommen allerdings weitere Arbeiten hinzu, die bislang nicht absehbar waren. „Es gibt einen größeren Sanierungsstau“, sagte Treitz und sprach von undichten Stellen an Dach und Mauerwerk. Vor einer Planung der notwendigen Arbeiten müsse zunächst der komplette Sanierungsbedarf ermittelt werden. Detlef Schömer von der gemeinsamen Vergabestelle der Verbandsgemeinden Hermeskeil und Ruwer in Waldrach schlug vor, damit ein Architekturbüro zu beauftragen. Aus dem Bauamt der VG habe es geheißen, dass die Mitarbeiter diese Aufgabe nicht leisten könnten, sagte Schömer. Die weitere umfassende Sanierungsplanung müsse wegen Änderungen im EU-Vergaberecht „im offenen Wettbewerb“ ausgeschrieben werden. Nach längerer Diskussion beschloss der Stadtrat, noch einmal schriftlich beim Bauamt der VG anzufragen, ob dieses den Sanierungsbedarf ermitteln könne, um der Stadt Kosten zu sparen.

Diese Grafik gibt einen Überblick über den neuen Hermeskeiler Stadtvorstand und die Mitglieder der fünf Fraktionen im Stadtrat. Foto: TV/Scheidweiler, Jonas

Boule-Platz im Stadtpark Der Lions Club Hochwald-Hermeskeil will im oberen Bereich des Stadtparks einen zwölf mal sechs Meter großen Bouleplatz bauen und die Kosten dafür übernehmen. Der Stadtrat hat dem zugestimmt. Der spätere Pflegeaufwand für die Stadt sei „überschaubar“, stellte René Treitz fest. Der Park werde durch den Platz aufgewertet und entwickle sich weiter zum Treffpunkt, insbesondere auch für ältere Stadtbewohner, warb der zweite Lions-Vizepräsident Wolfgang Kaup für das Projekt.

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