Lautstarke Eröffnung Mit Kawumm zur guten Laune

HERMESKEIL · DIe Stadtsoldaten Hermeskeil kündigen die Stadtwoche mit Salutschüssen an. Wie der Start verlief und worauf sich die Gäste noch freuen dürfen.

Kanoniere gebt Feuer: Lautstark kündete die Kanone der Stadtsoldaten von der bevorstehenden Stadtwoche.

Kanoniere gebt Feuer: Lautstark kündete die Kanone der Stadtsoldaten von der bevorstehenden Stadtwoche.

Foto: Herbert Thormeyer

Mit der Stadtwoche feiert Hermeskeil seine Stadtwerdung von 1970. Seitdem werden die Tage der guten Laune mit einem Donnerschlag angekündigt: Die Stadtsoldaten zünden ihre Kanone zu Salutschüssen.

Florian Kann führt nicht nur die Feuerwehr, sondern auch diese bunte Truppe und erklärt: „Salutschüsse sind nicht als Angriff, sondern als Gruß zu verstehen.“ Schließlich habe man ja keine Munition geladen.

Dennoch gehen die Kanoniere mit Schwarzpulver um und müssen auch mit einer Prüfung durch den Landkreis nachweisen, dass sie das richtig machen, um niemanden zu gefährden. Die Kanone ist Baujahr 1978 und entstand damals in Zusammenarbeit von Willi Eiden, Ulrich Schmitt und Harry Kann.

Bevor jedoch Josef Malburg das Kommando gab: „Kanoniere gebt Feuer“, gab es erst einen Sektempfang vor dem Rathaus, zackig musikalisch begleitet von der Stadtkapelle und ihrem Dirigenten Stefan Barth.

Ein „bewaffneter“ und musikalischer Tross zog, so will es die Tradition, zum Festplatz auf den Neuen Markt. Stadtbürgermeisterin Lena Weber begrüßte die ersten Festgäste und schwang sogleich den Holzhammer zum Fassanstich. Das Orchester spielte „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ dazu.

Eine Gruppe von rund THW-Helfern saß zusammen und genoss das Freibier. „Heute sind wir mal Gast“, freute sich Zugführer Mathias Mergens, fügte aber  hinzu: „Wenn was passiert, sind wir da.“

Der gebürtige Hermeskeiler Bernd Dochow lebt eigentlich in Bad Salzsee kurz vor dem Bodensee. Der 65-Jährige erzählte dem TV mit einem Lächeln: „Ich komme seit 30 Jahren immer wieder zur Stadtwoche in die alte Heimat zurück.“ Irgendwie sei es hier halt doch am schönsten und man trifft alte Freunde. „Wäre der Neue Markt als Festplatz gestaltet, könnte das Fest noch an Attraktivität gewinnen“, findet Dochow.

Ein wenig erfreuliches Kapitel Hermeskeiler Geschichte präsentiert der Kulturgeschichtliche Verein Hochwald noch bis zum 16. Juli im Hochwaldmuseum, täglich von 14 bis 18 Uhr. Gezeigt werden 50 Fotos und Grafiken der letzten Kriegstage mit Auflistung der 103 Todesopfer, die am Tag der Eroberung am 16. März 1945 zu beklagen waren, darunter 26 Kinder und Jugendliche.

„Allein auf der Treppe hier nebenan wurden sechs Zivilisten getroffen, und zwar von deutschen Soldaten, die noch Widerstand leisteten“, erklärt dazu Heimatforscher Dittmar Lauer. Die Ausstellung sollte eigentlich schon 2019 gezeigt werden, wurde aber wegen Corona immer wieder verschoben.