Hermeskeiler Vorzeigeprojekt: Zusage aus Berlin sichert Bestand

Hermeskeiler Vorzeigeprojekt: Zusage aus Berlin sichert Bestand

Das Hermeskeiler Mehrgenerationenhaus (MGH) Johanneshaus wird auch in den kommenden drei Jahren vom Bund finanziell unterstützt. Bis 2014 fließen aus Berlin 90 000 Euro an Zuschüssen in die Einrichtung, deren Träger die katholische Kirchengemeinde ist. Pastor Clemens Grünebach sagt: "Das bedeutet einen großen Schub für unsere Arbeit."

Hermeskeil. Der Anruf unserer Zeitung erreichte Pfarrer Clemens Grünebach gestern mitten in einer Klausurtagung, zu der sich die Verantwortlichen des Dekanats Hermeskeil-Waldrach in Losheim zurückgezogen hatten. "Das sind ganz erfreuliche Neuigkeiten. Sie sind zum einen die Bestätigung für unsere bisherigen Leistungen und geben uns zugleich die Sicherheit für das, was wir noch vorhaben", sagt Grünebach.
Denn aus dem fernen Berlin gab es am Dienstag eine gute Nachricht für eine wichtige Einrichtung in Hermeskeil. Seit Sommer 2008 hat das Johanneshaus, das Pfarrheim der katholischen Kirche, eine neue Bedeutung hinzugewonnen. Es ist ein sogenanntes Mehrgenerationenhaus (MGH), dessen Betrieb das Bundesfamilienministerium mit einem Betrag von jährlich 40 000 Euro gefördert hat. Dieser Zuschuss wäre Ende 2011 ausgelaufen.
Wie nun der Trierer Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster (CDU) mitteilte, wird das Johanneshaus, dessen Projektleiter Christoph Eiffler vor einigen Wochen einen entsprechenden Antrag gestellt hat, auch im Nachfolgeprogramm des Bundesfamilienministeriums berücksichtigt. Damit werden in den kommenden drei Jahren rund 450 MGH in ganz Deutschland mit insgesamt 50 Millionen Euro unterstützt. Das Hermeskeiler Johanneshaus kann bis 2014 jährlich mit einem Zuschuss von 40 000 Euro rechnen. Davon kommen 30 000 Euro direkt aus Berlin. 5000 Euro steuert das Land bei. Den Rest teilen sich Stadt und Verbandsgemeinde Hermeskeil mit jeweils 2500 Euro.
Unter dem Dach des Johanneshauses werden zurzeit vom Krabbelclub bis zum Kino für Senioren Angebote für alle Altersgruppen gemacht. Hilfsbedürftige Menschen können auch zu einer Lebens- oder Schuldnerberatung gehen. Das Johanneshaus ist Sitz der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) mit ihren Kursen und beherbergt unter anderem die Büroräume der Kita GmbH.
Neuer Schwerpunkt: Demenz


Ein Schwerpunkt der künftigen Arbeit wird laut Grünebach der Umgang mit demenzkranken Menschen sein. Das wird im neu aufgelegten Aktionsprogramm des Bundes auch von den MGH explizit gefordert. "Wir haben ja schon eine Demenzgruppe im Haus, wollen das aber dezentralisieren." Das heißt: Im MGH ausgebildete, ehrenamtliche Fachkräfte sollen auch in die anderen Orte der Verbdansgemeinde gehen, um dort hilfsbedürftigen Senioren beizustehen. Der Zeitpunkt, an dem die Verlängerung des Zuschusses verkündet wurde, fällt mit dem Ende der Sanierungsarbeiten im Johanneshaus zusammen. Wie im TV berichtet, wurde das MGH für 500 000 Euro in mehreren Etappen baulich auf Vordermann gebracht. Zuletzt haben die Handwerker den großen Veranstaltungssaal renoviert. "Jetzt haben wir gleich doppelten Grund zur Freude, wenn wir am 5. November zu unserem Tag der offenen Tür einladen", sagt Grünebach.

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