Hexenmuseum soll wachsen

GRIMBURG. Noch fehlt ein gleichwertiger Ersatzraum für die im künftigen Schulungsraum gelagerten Utensilien. Doch sobald dieser gefunden ist, könnte die Erweiterung des Hexenmuseums beginnen.

Dittmar Lauer, Vorsitzender des Fördervereins Burg Grimburg, hat ein Ziel vor Augen. Im Mai 2007 würde er gern einen Schulungs- und Seminarraum für 50 Personen im "Burg- und Hexenmuseum" einweihen. Besucher dürften nicht mit der Betroffenheit alleine gelassen werden, sollten vielmehr etwas von den gewonnenen Erkenntnissen mitnehmen können. Bei den aktuellen Raumverhältnissen im Wohntrakt eines ehemaligen Bauernhauses ist das aber kaum möglich. Dass 100 Busreisende nicht gleichzeitig ins Museum können, ist nachzuvollziehen. Doch die Kapazitäten sind laut Lauer schon bei 20 Personen erschöpft. "Wir hatten mal 30 Leute bei einer Führung, aber das ist zu eng." Daher hofft er, das Dachgeschoss von Scheune und Stall, etwa 50 Quadratmeter, dem Museum angliedern zu können. Und später ließe sich das vielleicht um ein Scheunen-Café erweitern - er scheint alles schon vor Augen zu haben. Knackpunkt: Vereine nutzen die Scheune

Doch es gibt einen Knackpunkt. Denn noch nutzen die Ortsvereine, allen voran die selbst beengte Feuerwehr, die Scheune als Lager. Grimburgs Ortsbürgermeister Franz-Josef Weber hofft jedoch einen Ersatzraum zu finden. Mit dem ins Auge gefassten Feuerwehrhausneubau wäre das Problem zwar lösbar, doch dürfte sich die Realisierung noch etwas hinziehen. Und allzu lange wollen weder der Förderverein noch Weber warten. Vielleicht finde sich ja als Zwischenlösung eine private Scheune, um alles gleichwertig zu lagern. Davon abgesehen hält Weber die jetzige Nutzung der Scheune für unangemessen: "Dieses Haus - nach Dorferneuerungsgesichtspunkten renoviert und von seiner Lage und baulichen Qualität her ein Kulturhaus - ist für einen Lagerraum zu schade." Lauer sieht dagegen vor allem die Nachteile, die es bringen würde, Besuchern mangels Platz absagen zu müssen. Um den Ausbau des Daches braucht sich die Gemeinde als Eigentümer jedenfalls nicht zu sorgen. "Wir werden den Raum auf eigene Kosten gestalten", sichert Lauer das erneute Engagement des Fördervereins zu. Die geschätzten 15 000 Euro Materialkosten wolle der Verein ohne öffentliche Gelder schultern. Was ohne das bewährte Helferteam, das auch im Museum unentgeltlich wirkt, unmöglich wäre. Mit dem Besuch des im September eröffneten Museums ist Lauer zufrieden. Das Haus könne sich zwar nicht mit einer Gedenkstätte vergleichen. Ziel des Museums ist die sachliche Information

Doch auch in Grimburg gehe es um die Auseinandersetzung damit, "was Menschen ihren Mitmenschen antun." Das Ziel des Hexenmuseums sei aber nicht, "dem Publikumsgeschmack zu entsprechen", sondern ohne "Spektakulum" oder Gruselgefühl sachlich über Hintergründe und Ursachen zu informieren. Lauer kennt die Vorurteile über die Hexenprozesse, mit denen viele nach Grimbug kommen: "Schuld hatten die Kirche und der Staat und nicht etwa die einzelnen Bürger", das sei die Überzeugung etlicher Besucher. Doch das Museum wolle nicht den Zeigefinger heben, sondern zum Nachdenken und Diskutieren anregen.