Hier wird mit Sicherheit gefeiert

Konz · Um Terroristen weniger Angriffsflächen zu bieten, bewachen Polizei und Verwaltungen Feste in besonderem Maße. Auch in der Region werden neue Konzepte erarbeitet.

 Im Kreis Trier-Saarburg gibt es viele Gelegenheiten zum Feiern – zum Beispiel beim Konzer Heimat- und Weinfest (links). Behörden und Veranstalter versuchen, die Gefahren für die Besucher zu minimieren. Beim Trierer Altstadtfest gab es beispielsweise Absperrungen mit Schneeräumfahrzeugen und Personenkontrollen (rechts). TV-Fotos (3): Archiv/Christian Kremer, Roland Morgen, Verona Kerl

Im Kreis Trier-Saarburg gibt es viele Gelegenheiten zum Feiern – zum Beispiel beim Konzer Heimat- und Weinfest (links). Behörden und Veranstalter versuchen, die Gefahren für die Besucher zu minimieren. Beim Trierer Altstadtfest gab es beispielsweise Absperrungen mit Schneeräumfahrzeugen und Personenkontrollen (rechts). TV-Fotos (3): Archiv/Christian Kremer, Roland Morgen, Verona Kerl

Foto: (h_ko )

Konz Immer wieder werden Großveranstaltungen von Terroranschlägen überschattet. Spätestens seit dem 19. Dezember 2016, an dem der Islamist Anis Amri mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge auf einem Berliner Weihnachtsmarkt fuhr, werden daher besondere Sicherheitsvorkehrungen bei Festivitäten getroffen - auch in der Region. Beim Trierer Altstadtfest wurden beispielsweise alle Zufahrten zur Festmeile in der Innenstadt verriegelt. Mögliche Terroristen sollten so an der Einfahrt gehindert werden. Dabei griffen die Behörden auch zu kreativen Lösungen: Schneeräumfahrzeuge versperrten den Eingang zur Fußgängerzone (der TV berichtete am 24. Juni: "Fröhlich feiern? Aber ganz sicher!"). In den nächsten Wochen stehen im Kreis Trier-Saarburg weitere große Feste an: Los geht's mit dem Stadtfest in Hermeskeil, das heute beginnt und bis Sonntag, 16. Juli, andauert. Auch auf dem Konzer Heimat- und Weinfest am nächsten Wochenende sowie auf dem Saarweinfest in Saarburg, dem Schweicher Stadtfest und dem Feller Markt und Weinfest im September werden viele Gäste erwartet. Ein übergreifendes Sicherheitskonzept für die gesamte Region gibt es laut Uwe Konz, Leiter der Pressestelle des Polizeipräsidiums Trier, nicht. Das Altstadtfest mit seinen 100 000 Besuchern könne man allein aufgrund der Besucherzahl nicht mit anderen Großveranstaltungen im Kreis vergleichen. Einzelne Konzepte werden "von den jeweiligen Dienststellen an örtliche Begebenheiten angepasst", sagt Konz.Die allgemeine Situation sei nach Einschätzungen des Bundesinnenministeriums unverändert: Die Sicherheitsbehörden stufen die Gefährdungslage weiterhin als "abstrakt hoch" ein. Das bedeute, dass es jederzeit zu einem Anschlag kommen könne, ohne dass dafür konkrete Hinweise vorliegen. Die Vorkehrungen werden also getroffen, um auf Eventualitäten vorbereitet zu sein und im Ernstfall Schlimmeres zu verhindern. Der TV hat sich nach den geplanten Sicherheitsmaßnahmen für die größten Feste der Region erkundigt.Wein- und Heimatfest Konz Die Konzer feiern ihr Heimat- und Weinfest von Freitag bis Montag, 14. bis 17. Juli. Und angesichts der Terroranschläge, vor allem derer mit Einsatz von Fahrzeugen, werden auch die Konzer ihr Sicherheitskonzept verschärfen. Der Konzer Bürgermeister Karl-Heinz Frieden versichert: "Wir haben die Situation in Konz zusammen mit Polizei, Sicherheitsdienst, Feuerwehr und Rettungskräften begutachtet und werden entsprechende Vorkehrungen treffen." Ob zum Beispiel wie beim Altstadtfest in Trier Fahrzeuge eingesetzt werden, um die Zufahrt zum Festgelände zu verhindern, oder wie die Saarbrücke während des Festfeuerwerks gesichert wird, will Frieden aber nicht verraten. "Details machen wir nicht öffentlich, um möglichen Tätern nicht mögliche Sicherheitslücken zu offenbaren", sagt er. Es gehe aber über die bisherigen Sicherheitsvorkehrungen hinaus. "Nicht alles ist offensichtlich, aber die richtigen Maßnahmen werden getroffen", sagt der Bürgermeister der Stadt und Verbandgemeinde Konz. Bisher gilt in Konz zum Beispiel ein Rucksack-, Glas- und Alkoholverbot für den Bereich zwischen Saar-Mosel-Platz und hinter den Verwaltungsgebäuden. Zudem patrouillieren ein Sicherheitsdienst, Mitarbeiter des Ordnungsamts und Polizisten regelmäßig auf dem Festgelände. Außerdem steigt alljährlich die Zahl der Verkehrskontrollen in Konz, wenn das Heimat- und Weinfest ansteht. Saarweinfest Saarburg Bis zum Saarweinfest in Saarburg, das von Samstag, 2. September, bis Montag, 4. September, stattfindet, vergehen noch einige Wochen. Ein konkretes Sicherheitskonzept wird derzeit erarbeitet. "Das Ordnungsamt steht in Kontakt mit der Polizei und wird sich abstimmen", sagt die Pressesprecherin der Verbandsgemeindeverwaltung Saarburg, Susanne Rendenbach.Stadtfest Hermeskeil Die Hermeskeiler gehen das Stadtfest recht gelassen an. "Unser Sicherheitskonzept für das diesjährige Hermeskeiler Stadtfest entspricht im Wesentlichem dem der Vorjahre", so Michael Wahlen, Leiter der Polizeiinspektion (PI) Hermeskeil. Die "abstrakt hohe Gefährdungslage" hat die Polizei bei ihren Planungen berücksichtigt, wobei Wahlen die Festbesucher beruhigen kann: "In Bezug auf unser Fest gibt es keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung." Dies gelte auch für die weiteren Feste in der Hochwaldregion. Trotzdem wird einiges getan, um mögliche Störungen zu vermeiden: Uniformierte Polizeibeamte werden verstärkt vor Ort sein. Während der Nachtstunden wird laut Wahlen zusätzlich ein privater Sicherheitsdienst eingesetzt.Auch über eine Absperrung der beiden Eingangsbereiche zum Stadtfest habe man sich Gedanken gemacht - und sich schließlich dagegen entschieden. "Es wird also keine künstlichen Blockaden an den Eingangsstraßen zum Festplatz geben", sagt Wahlen.Auch Einlasskontrollen wird es nicht geben. Nur im Einzelfall, wenn ein Verdacht vorliegt, würden die Beamten mitgeführte Taschen und Gegenstände kontrollieren. "Ein polizeiliches Videokonzept in Form einer zentralen Videoüberwachung "von oben" wie beim Trie rer Altstadtfest wird es ebenfalls nicht geben", sagt der Leiter der PI Hermeskeil. Dafür würden Beamte mit Body-Cams, am Körper getragenen Videokameras, eingesetzt werden.Die Eröffnung des Stadtfestes ist heute um 15 Uhr. Mit Böllerschüssen der Stadtsoldaten am Rathaus und dem Fassanstich im Zelt am Neuen Markt wird die Festwoche eingeleitet. Gefeiert wird bis einschließlich Sonntag, 16. Juli.

Stadtfest Schweich und Feller Markt und Weinfest Mitte September wird beim Schweicher Stadtfest und dem Feller Markt gefeiert. Laut Harald Licht, Leiter der Polizeiinspektion Schweich, sei die abstrakte Gefährdungslage durch islamistischen Terrorismus bundesweit zu berücksichtigen - also auch in der Verbandsgemeinde (VG) Schweich. Dabei gibt es "aktuell keine Erkenntnisse für eine konkrete Gefährdung von Veranstaltungen in unserer Region." Die Gespräche zwischen Polizei, Verbandsgemeinde, Veranstaltern und privaten Sicherheitsdiensten sowie Rettungsdiensten und Feuerwehr stehen noch aus. Insofern ist offen, ob es Absperrungen an den Zufahrten zu den Festgeländen geben wird. "Eine Videoüberwachung ist aufgrund der überschaubaren Veranstaltungsbereiche nicht angedacht", teilt Licht mit. "Die uniformierten Streifen werden aber mit Body-Cams ausgestattet sein." Mit diesen am Körper befestigten Kameras sollen genau wie beim Stadtfest in Hermeskeil mögliche Straftaten dokumentiert werden. Extra: VERKEHR UND PARKEN

Hier wird mit Sicherheit gefeiert
Foto: roland morgen (rm.) ("TV-Upload morgen"
Hier wird mit Sicherheit gefeiert
Foto: (h_st )

(cmk) Parken Der gesamte Marktplatz, die Parkplätze hinter dem Rathaus und dem Verwaltungsgebäude sind während des Heimat- und Weinfests gesperrt. Die Verwaltung weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Parkhaus im Saar-Mosel-Zentrum während der Festtage kostenlos genutzt werden kann. Verkehr In der Brückenstraße darf der Verkehr - anders als gewohnt - auch aus Richtung Saarstraße (L137) in Richtung Bahnhofstraße fahren. Damit Rettungsfahrzeuge und Autos durchkommen, wird ein einseitiges absolutes Halteverbot angeordnet. Die Straße Am Markt ist von der Brückenstraße aus nur bis zur Rathausrückfront und nur für Anlieger- und Lieferverkehr befahrbar. Die Schillerstraße (L138) wird für den fließenden Verkehr offen gehalten. Die Höchstgeschwindigkeit wird auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert. Während des Feuerwerks am Freitagabend wird die Polizei den Verkehr an den Knotenpunkten regeln. Hierzu werden die Saarstraße (L 137) und die Saarbrücke (B 51) für die Dauer des Feuerwerkes für den Durchgangsverkehr gesperrt. Busse An allen Festtagen wird ein zusätzlicher Linienverkehr eingerichtet. "Der Fahrplan wird im Bereich des Festplatzes an den Ständen mehrmals veröffentlicht", heißt es bei der Verwaltung. Nähere Informationen sind bei der Straßenverkehrsbehörde unter Telefon 06501/83-149 erhältlich. Die An- und Abfahrt der Busse erfolgt in der Granastraße, Busbahnhof Konz-Mitte.

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