Hilfe nahe bei den Menschen - Beratungsstelle für Asylbegehrende in Konz hat Arbeit aufgenommen

Konz/Schweich/Osburg · So wie in Konz soll es auch in Saarburg, Schweich, Osburg und Kell laufen. Seit einigen Wochen werden in einer Anlaufstelle Asylsuchende und Flüchtlinge betreut und geschult. Aufgrund der laufenden Vorbereitungen wird es vermutlich bis Anfang 2016 dauern, bis die geplante Zahl von Wohncontainern aufgebaut ist.

Foto: friedemann vetter (ve.), Friedemann Vetter ("TV-Upload vetter"

Ob die geplanten etwas mehr als 400 zusätzlichen Plätze in Wohncontainern reichen, um alle Asylbegehrenden im Landkreis Trier-Saarburg unterzubringen? Auf diese Frage hat Landrat Günther Schartz bei der Vorstellung der Beratungsstelle für Asylbegehrende und Flüchtlinge in Konz keine Antwort. Dazu verändern sich die Prognosen über die Zahl der Menschen zu schnell, die in Deutschland Asyl beantragen werden. Und Karl-Heinz Frieden, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Konz, vermutet, "dass uns die richtige Bewährungsprobe noch bevorsteht."TV-Serie Flüchtlinge in der Region


So wie in Konz soll es auch in Kell, Osburg, Saarburg und Schweich sein. Ein Großteil der Flüchtlinge wird an zentral gelegenen Orten untergebracht. In der Nähe zu diesen Unterkünften gibt es dann Beratungsstellen, die die Integration fördern sollen: durch Beratung, durch Sprachkurse, durch Information. In anderen Orten untergebrachte Flüchtlinge werden dann mittels Fahrdiensten zu den von Landkreis und Caritas getragenen Büros gebracht. Nach Auskunft von Jürgen Jäger von der Caritas wird das Angebot angenommen. 129 Männer und Frauen sind in den vergangenen Wochen in Konz beraten worden.

Schartz geht davon aus, dass im Herbst mit dem Bau neuer Unterkünfte für Asylbegehrende begonnen werden kann. 80 Containerplätze sollen in Konz entstehen, 120 in Schweich im Bereich Schlimmfuhren, 120 in Saarburg unweit der Kasernen, 40 in Kell und rund 50 in Osburg. Wobei im Fall Osburg der Standort nicht feststeht. Parallel zu den Unterkünften werden Beratungsstellen eröffnet.

Diese Hilfsangebote sollen nur ein Zwischenschritt sein, sagt Schartz. Denn Ziel ist es, die Menschen aus anderen Ländern dauerhaft zu integrieren, die ein Bleiberecht haben. In diesem Zusammenhang verweist er auf das Engagement des Hotel- und Gaststättenverbands sowie von Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer, die sich gemeinsam mit Diakonie, Caritas oder den Volkshochschulen für Flüchtlinge einsetzen. Wie das aussehen kann, sagt Rudolf Müller, Chef der Trier-Saarburger Kreisvolkshochschule: "In diesem Jahr haben wir annähernd 300 Asylbewerber in 2000 Stunden unterrichtet." Hinzu kommen Unterrichtsangebote der Caritas.

Wie die Hilfen auf Dauer finanziert werden können, ist wohl allen Beteiligten nicht klar. Eigentlich sollte Geld aus dem Europäischen Sozialfonds dabei helfen, diese Herausforderung zu meistern. Doch ein entsprechender Antrag wurde abgelehnt (der TV berichtete). Die von Jürgen Jäger übereichte Spende der Caritas von 10 000 Euro an die Zukunftsstiftung des Kreises, ist da ein gut gemeinter Tropfen auf den heißen Stein. Weitere Zuwendungen sind nach Worten von Landrat Günther Schartz ebenso willkommen wie Hilfsangebote von Ehrenamtlichen und Wohnungsangebote von Hausbesitzern. Denn es ist offen, ob die 400 Plätze in den Wohncontainern reichen.Meinung

Aufgabe für viele Jahre
Kompliment. Obwohl es an der Anerkennung durch Land, Bund oder EU mangelt, arbeiten im Landkreis Trier-Saarburg ganz unterschiedliche Akteure zusammen, um Asylbegehrende gastfreundlich zu empfangen und sie zu integrieren. Das gilt für viele Behörden und Institutionen ebenso wie für viele engagierte Bürger. Doch für allzu große Zufriedenheit ist es zu früh. Es werden noch viele Asylbegehrende in den Landkreis kommen. Diese zu integrieren wird eine Aufgabe sein, die Jahre braucht. h.jansen@volksfreund.deExtra

Gut besuchte Infoveranstaltung in Saarburg: Etwa 90 Zuhörer sind zur Infoveranstaltung der Verbandsgemeinde Saarburg zum Thema Flüchtlinge in die Saarburger Kulturgießerei gekommen. "Wo brennt es am meisten?" Diese und andere Fragen von Besuchern machten deutlich: Die Menschen wollen helfen. Anette Barth, Ansprechpartnerin für die Fach- und Koordinierungsstelle für die Flüchtlingsarbeit im Lokalen Bündnis für Familien, und Hélène de Wolf vom Kooperationspartner FairWorld Academy präsentierten, was sie mit vielen anderen unter dem Stichwort "Fit für Flüchtlinge" auf die Beine gestellt haben. Grundlegend sind die Sprachkurse, die mit vielen Organisationen angegangen wurden. Die Verbandsgemeinde hat einen Bus gekauft, mit dem die Teilnehmer zu den Kursen in Saarburg gebracht werden. Ein Pool von Dolmetschern wurde aufgebaut. Bislang hat das Sozialamt mit Hilfe des Bündnisses für Familien die meisten der 128 Flüchtlinge in Wohnungen unterbringen können. Weitere Wohnungen werden gesucht. 24 Flüchtlingsbegleiter sind ausgebildet worden. Die VG hat ein Ladenlokal als Kleiderkammer angemietet. mai