Hilfe soll zur Herzenssache werden

Hilfe soll zur Herzenssache werden

Der Förderverein des Kreiskrankenhauses Saarburg möchte deutlich mehr Mitglieder gewinnen. Zur "Herzenssache" soll die Unterstützung bestimmter Projekte nach Vorstellung des neuen Vorsitzenden Dieter Schmitt werden.

Saarburg. Fördervereine sind in der breiten Landschaft gesellschaftlicher, sozialer oder kultureller Einrichtungen längst gang und gäbe. Kaum ein Kindergarten, eine Schule oder ein Museum, das heute noch ohne den Verein "im Rücken" verschiedendste Projekte und Aufgaben stemmen kann. Auch das Kreiskrankenhaus St. Franziskus in Saarburg hat einen Förderverein. 1991 hoben ihn die damalige Pflegedirektorin Paula Mich, der inzwischen verstorbene Verwaltungsdirektor Matthias Streit und der frühere Ärztliche Direktor Dr. Peter Focken aus der Taufe. "Mancher Bürger mag sich vielleicht fragen, warum das Kreiskrankenhaus einen Förderverein braucht", sagt Geschäftsführer Holger Brandt. "Aber es ist eben so, dass nur die Behandlung der Patienten und die Infrastruktur bezahlt werden. Alles, was nicht direkt zu unserem Grundversorgungs-Auftrag gehört, wird von den Kassen nicht übernommen."Als Beispiele nennt Brandt das vor einiger Zeit im Kreiskrankenhaus eingerichtete Palliativzimmer, den Brunnen im Seniorenzentrum, das neu geschaffene Partnerschaftszimmer auf der Geburtshilfe-Station oder die Pflegebetten. "All das sind freiwillige Angebote über die vorgesehene Palette hinaus, bei denen wir vor der Anschaffung sehen müssen, wie wir sie finanzieren", so der Geschäftsführer.Gezielt Projekte vorstellen

75 Mitglieder zähle der Förderverein zurzeit. Davon gehörten etwa zehn bis 15 dem Krankenhaus-Personal an, der Rest stamme aus der Bevölkerung. "Wir wollen diese Zahl deutlich steigern", hat sich der neu gewählte Vereins-Vorsitzende Dieter Schmitt vorgenommen. Schmitt hat das Amt am 21. August von Landrat Günther Schartz übernommen, der sich mehr als zwölf Jahre als Vorsitzender im Verein engagierte. Schmitt betont, an der inhaltlichen Arbeit des Fördervereins sei nichts Grundsätzliches zu verbessern. "Ich möchte aber, dass sich mehr Menschen aus unserem Raum mit dem Krankenhaus identifizieren. Das versuchen wir, indem wir den Menschen gezielt Projekte des Fördervereins vorstellen. Das Unterstützen soll zur Herzenssache werden. Das war es bisher nicht." Patienten sollen künftig im neu enstehenden Eingangsbereich mittels Plakaten und Schautafeln über aktuelle Projekte des Fördervereins informiert werden. "Ich setze auch auf die persönliche Ansprache der Patienten", sagt Schmitt. Er könne sich auch vorstellen, Interessierten einen Besuch im Krankenhaus zu vermitteln. Darüber hinaus soll mehr Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden, Unternehmen sollen konkret zur Unterstützung aufgerufen werden.Dieter Schmitt würde am liebsten so weit gehen, Patienten nach ihrer Entlassung anzusprechen und für die Mitgliedschaft zu begeistern. "Wer sich hier gut aufgehoben gefühlt hat, bekommt ein anderes Verhältnis zu dem Krankenhaus", berichtet er auch aus eigener Erfahrung. Schmitts Idee ging dem übrigen Vorstand jedoch einen Schritt zu weit und wurde verworfen. "Das war uns eine Spur zu offensiv, das Ganze ist eine Gratwanderung", meint Brandt. Zwei Patienten hätten sich allerdings vor wenigen Tagen nach ihrem Krankenhaus-Aufenthalt bei Brandt gemeldet und gefragt, was sie dem Haus Gutes tun könnten. "Sie haben sich daraufhin im Förderverein angemeldet."Pflegedirektor Harald Lehnertz steuert indes seinen persönlichen Beitrag für den Förderverein bei. In dritter Auflage ist gerade sein Kochbuch "Leben wie Gott im Saarburger Land" erschienen. Mit dem Erlös der ersten beiden Auflagen ist das Palliativzimmer eingerichtet worden. Erhältlich ist der "Koch-Bildband" für 12,80 Euro im Krankenhaus, beim Bürgerservice und bei Bücher Volk.