Himmel und Erde verbinden

ZEMMER. Die Einweihung des neuen Peter-Friedhofen-Wanderweges lockte zahlreiche Wanderfreunde auf den Schönfelderhof bei Zemmer. Dort erlebten sie die Einsegnung eines Denkmals, das an den Ordensgründer der Barmherzigen Brüder, Peter Friedhofen, erinnern soll.

Peter Friedhofens Anliegen war nobel: Er wollte kranke Menschen betreuen und versorgen. Daher gründete er 1850 den Orden der Barmherzigen Brüder von Maria Hilf. Dieser erwarb 1920 den Schönfelderhof bei Zemmer und baute ihn zu einer Einrichtung für psychisch kranke Menschen aus. Eine Halle und ein Weg sind dort bereits nach dem Ordensgründer benannt. "Heute wollen wir das Jahr der 20-jährigen Seligsprechung Peter Friedhofens nutzen, um diesem Mann hier auf der Fidei ein Denkmal zu setzen", sagte der kaufmännische Direktor des Hofes, Fred Olk, der den Oberen und den Vorstand der Barmherzigen Brüder Trier begrüßte. Das Denkmal, bestehend aus Kreuz und Figurengruppe, steht am Beginn des neuen Wanderweges und ist von Kunstschmied Hans-Jörg Bender aus Schweich geschaffen worden. Für diesen besonderen Auftrag habe er sich viele Gedanken um eine zeitgemäße Ausführung gemacht, sagt Bender. Zwei lebensgroße stilisierte Figuren hat er mit Laser aus Edelstahl geschnitten. "Sie zeigen Peter Friedhofen und einen hilfsbedürftigen Menschen, ein Hinweis auf den Ursprung des Ordens." Die Bedeutung des Kreuzes erläuterte Bruder Peter, der, musikalisch begleitet vom Musikverein Zemmer, das Denkmal segnete. Die Längsachse stehe für die Verbindung zwischen Himmel und Erde, der Querbalken für Nächstenliebe. Auch dem Wanderweg wies er eine symbolische Bedeutung zu: "Er ist ein Abbild des Pilgerweges zu Gott, ein Ort der Begegnung und Verbindung." Gestaltet ist der vier Kilometer lange Weg als naturkundlicher Lehrpfad. Konzipiert hat ihn der Heimatverein Zemmer, der bereits einen kulturhistorischen Lehrpfad in der Ortsgemeinde Zemmer entwickelt und dafür den Umweltpreis des Kreises Trier-Saarburg erhalten hatte. 19 Schautafeln informieren über Flora und Fauna

Aufgrund dieser Erfahrungen, so der Vorsitzende des Vereins Berthold Köhnen, seien vor zwei Jahren Fred Olk und Bruder Linus, der Hausobere des Hofes, an ihn herangetreten. "Wir haben diese Aufgabe sehr gerne übernommen", sagte Köhnen und bedankte sich für den Einsatz der Vereinsmitglieder. Fünf, darunter der zweite Vorsitzende Helmut Keilen, haben 19 Schautafeln entwickelt, die über Flora, Fauna und Ökosystem des Naturraums um den Schönfelderhof informieren. Den Weg weisen hölzerne Schilder, auf denen der verschmitzte Bruder Willi zwinkert, eine Figur, die Künstler Thomas Brandscheid entworfen hat. Trotz des Regens erkundeten die Wanderer den neuen familien- und fahrradtauglichen Weg. Deftiges aus der hofeigenen Küche entschädigte für die widrigen Wetter-Bedingungen.Auf dem Parkplatz des Schönfelderhofes bei Zemmer (von Trier L 46, Abzweigung Rothaus Richtung Orenhofen) weist ein Schild zum Wanderweg. Ausflügler können in die St. Bernhardsklause einkehren.

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