Hitzemonat bringt die Wende

Das schöne Wetter im August hat die Saison in den Freibädern in Saarburg und in Kell am See gerettet. In Saarburg zählte Betriebsleiter Dieter Speck fast 10 000 Besucher mehr als im Vorjahr. Das Saarburger Bad profitierte 2012 auch davon, dass das Konzer Freibad weiterhin geschlossen ist.

Saarburg/Kell am See. Verheerender Start, versöhnliches Ende: Auf diesen Nenner lässt sich die Saisonbilanz in den beiden Freibädern in Saarburg und in Kell am See bringen. Während in Saarburg knapp 48 000 Besucher gezählt wurden, waren es in Kell am See zwei Drittel weniger.

Saarburg: Der Auftakt war miserabel. "Wir waren bestens auf eine vorzeitige Saisoneröffnung vorbereitet. Der Start ist jedoch ins Wasser gefallen", sagt Dieter Speck, Betriebsleiter im Saarburger Schwimmbad. Eigentlich sollte das Freibad bereits Mitte April seine Tore öffnen, aufgrund des schlechten Wetters konnten die Schwimmer dort jedoch erst ab dem 12. Mai ihre Bahnen ziehen.
So trüb, wie sie begonnen hatte, ging die Saison weiter. Noch im Juli war das Saarburger Freibad einer der großen Verlierer dieses Sommers. Bis zu 40 Prozent weniger Besucher als im Vergleichszeitraum 2011 standen zu Buche. Speck ging vor zwei Monaten davon aus, dass die Marke von 25 000 Besuchern nicht geknackt wird - sollte das Wetter so schlecht bleiben. Der August brachte die Wende. 21 000 Gäste strömten im Erntemonat ins Bad - allein am Hitzewochenende 18. und 19. August kamen über 5000 Besucher.
Im August lief\'s besser


"Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen", sagt Speck heute. "Obwohl der Sommer sehr mäßig war, hatten wir am Ende knapp 10 000 Besucher mehr als 2011." Während im Vorjahr lediglich 38 065 Gäste das Saarburger Freibad besuchten, waren es 2012 47 780. Damit liege die Bilanz zwar immer noch unter den Vorjahren 2010 (52 736 Besucher), 2009 (62 588) und 2008 (50 903), "mit einer guten Woche wären wir aber schnell über 50 000 Besucher gekommen", sagt Speck.
Dass es trotz des wechselhaften Wetters gut lief, führt der Betriebsleiter auf mehrere Faktoren zurück. "Wir haben ein großes Einzugsgebiet. Und seit das Konzer Bad geschlossen ist, trifft man bei uns auch einige aus dem Tälchen", schmunzelt er. Im Haushalt waren Einnahmen in Höhe von 100 000 Euro durch den Freibadbetrieb kalkuliert. 95 000 Euro habe man 2012 letztlich eingenommen, sagt Speck.

Kell am See: Freie Bahn im neuen Becken: Unter diesen besonderen Vorzeichen stand die Saison 2012 im Freibad Kell, die an Pfingsten (26. Mai) startete. Für über eine Million Euro hatten die Verbandsgemeindewerke zuvor das Schwimmer- und Sprungbecken saniert, das in den Jahren 2010 und 2011 gesperrt war.
Doch trotz dieser gelungenen Schönheitsoperation und obwohl das Keller Freibad nun endlich wieder voll betriebsfähig war, kamen zunächst kaum Besucher. Wegen des schlechten Wetters wurden bis Mitte Juli gerade einmal 1800 Gäste in Kell gezählt. "Wir hatten in dieser Zeit an 26 Tagen weniger als 20 Besucher im Bad", sagt Werkleiter Jörg Jost.
Immerhin lief es in der zweiten Halbzeit der Saison und vor allem im August deutlich besser. So strömte allein am Hitzewochenende die Rekordzahl von rund 4000 Besuchern ins Bad. Insgesamt haben bis zur Schließung in diesem Jahr 16 500 Menschen den Sprung ins kühle Nass gewagt.
Gegenüber 2011, als nur 5000 Besucher gezählt wurden, bedeutet das zwar ein klares Plus. "Wir hatten aber damals ja auch die Baustelle am Schwimmerbecken", betont Jost. Vor der Sanierung gab es im Keller Freibad letztmals im Jahr 2009 keine Einschränkungen im Betrieb. Damals standen am Ende der Saison 23 000 Besucher.Extra

Das Saarburger Bad profitiert teilweise von der Schließung des Konzer Bades. Dort ziehen sich die Planungen für einen Neubau weiter in die Länge. Das Land fordert neue Unterlagen von der Gemeinde, die belegen, dass die Schwimmstätte für maximal sieben Millionen Euro zu bauen ist, bevor es eine Förderzusage macht. Derweil verliert die Schwimmabteilung der TG Konz Mitglieder - seit 2010 ging etwa die Hälfte, wie Trainer Michael Lang sagt. Auch der Schulsport leide erheblich. cmk