Hobbykoch und Frankreich-Fan

KONZ-NIEDERMENNIG. Als SPD-"Urgestein" wirkt Alfons Maximini seit langer Zeit in heimatlichen Gefilden. Bei der Landtagswahl am 26. März will der 54-Jährige durchstarten: Er kandidiert für den Wahlkreis 26 – und ist bereit, noch mehr Zeit als bisher in die politische Arbeit zu investieren.

Bei Familie Maximini im Einfamilienhaus in Konz-Niedermennig hat der Wahlkampf längst Einzug in den Alltag gehalten: "Hier stehen überall Kartons mit Werbematerial und Prospekten herum. Das gehört halt dazu", sagt Alfons Maximini fast entschuldigend. Auch vom Glastisch im Wohnzimmer lächeln dem Besucher Maximini höchstselbst, ferner die Genossen Beck und Dreyer entgegen. Platz für einen kleinen Bücherstapel, darunter ein Aphorismenband sowie die Neuerscheinung von Uwe Timm, wird Maximini jedoch wohl immer in seinem Umfeld schaffen. Schließlich widmet Maximini dem Lesen einen Großteil seiner Zeit: "Ich lese gerne und viel, bleibe ganze Nachmittage über einem Buch hängen." Die Zeit dafür hat der Vater einer 23-jährigen Tochter, seit er vor zwei Jahren das Vorruhestands-Angebot seines langjährigen Arbeitgebers RWE annahm. 25 Jahre stand er auf der Gehaltsliste des Energieversorgers, nachdem er zunächst eine Lehre als technischer Zeichner und anschließend ein Fachhochschul-Studium im Fach Maschinenbau/Versorgungstechnik absolviert hatte. Anwendungstechnik, speziell die Beratung und Planung im Bereich "Regenerative Energien", waren "sein täglich Brot". Davon ist bis heute etwas hängen geblieben: "Ich schreibe noch immer um den Ersten eines Monats herum die Energieverbräuche in unserem Haus auf", sagt er. An dem Schritt hin zu seinem eigenen und dem Vorruhestand einiger seiner Kollegen hat der überzeugte Sozialdemokrat skurrilerweise selbst mitgearbeitet: "Ich saß in Essen in einer Arbeitsgruppe, die sich damit beschäftigte, wie sich das Unternehmen auf den neuen Markt ausrichtet." Dass dabei auch seine Abteilung "platt gemacht wurde", sei ihm bewusst gewesen. "Für mich war wichtig, dass das für alle Betroffenen sozialverträglich geregelt wurde. Das war bei RWE stets der Fall." Freimütig räumt er ein: "Für mich war das immer eine Idealvorstellung: auszuscheiden, wenn man noch fit ist und etwas aus seinem Leben machen kann." Was ihn daran am meisten reize? "Die Freiheit, selbst zu bestimmen, was ich mit meiner Zeit anfange", sagt Maximini. Ein Großteil nehme die politische Arbeit ein - seit 1970 ist er SPD-Mitglied, war 15 Jahre im Ortsbeirat Konzer Tälchen, ist seit 1979 im Konzer Stadtrat, seit 1989 im Kreistag. Den Fraktionsvorsitz im Stadtrat hat er seit 1981, im Kreistag seit 2000. "Er bereitet sich intensiv auf Sitzungen vor, befasst sich ausführlich mit den entsprechenden Unterlagen", weiß Ehefrau Ursula, mit der er seit 1979 verheiratet ist. "Die politische Arbeit ist seit seinem Ruhestand noch mehr geworden." Die Politik als Ausgleich für fehlende Berufstätigkeit? Maximini winkt ab: "Nein, das ist kein Ersatz. Ich habe dieses Engagement schon immer als gesellschaftliche Aufgabe betrachtet, kann mir ein Leben ganz ohne Politik nur schwer vorstellen." Dabei könne er trotzdem "unheimlich gut abschalten", andere Dinge genießen. Zum Beispiel das Lesen, den Garten, Rad fahren, Reisen oder Kochen. "Ich besuche Kochkurse, bekoche Familie und Freunde und liebe es, Essen zu zelebrieren." Und dann gibt es da noch "diesen Traum": "Ich bin ein sehr frankophiler Mensch. Mein Traum wäre es, eines Tages zeitweise in Frankreich leben zu können - allerdings möchte ich hierhin immer zurück können."

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