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Hochschule Trier Nikolaus-Koch-Stiftung: Temmelser Grundschüler bauen Assistenzsysteme für ihre Großeltern

Bildung : Grundschüler bauen Assistenzsysteme für ihre Großeltern

An der Grundschule in Konz-Oberemmel haben Schülerinnen und Schüler zusammen mit Studierenden der Hochschule Trier Assistenzsysteme für ältere Menschen gebaut.

Wohl jeder kennt die Situation: Ein älterer Angehöriger lebt alleine in gewohnter Umgebung. Die eigenen Kinder sind selbst Eltern und wohnen ein paar Kilometer entfernt: „Hat heute schon jemand mit Oma telefoniert? Ist sie vielleicht gefallen und braucht Hilfe?“

Grundschüler aus dem Konzer Stadtteil Oberemmel haben den Alarm-Prozess bei erkanntem Sturz etwas schlauer umgesetzt. Dazu haben sie günstige Komponenten nach Bauanleitungen und mit Hilfe der Studierenden Katrin Feldmann, Nikolai Hepke und Lukas Meyer kombiniert und auch programmiert. Eine kostenfreie Hausautomation wurde auf einem Minicomputer eingerichtet, dreh- und schwenkbare Kameras sowie Funksteckdosen mit Tischlampen wurden eingebunden, eine „Alexa“ von Amazon verstand die Sprachbefehle und sorgte nebenbei für etwas Aufheiterung.

Das Ziel: Sobald ein Sturzarmband einen vermeintlichen Sturz meldet, machen die Kameras Bilder vom Geschehen und senden diese per E-Mail an einen Angehörigen. Dieser entscheidet, ob es sich um ein echten Notfall handelt  und – falls ja – was zu tun ist. In Wohnzimmer, Küche und Flur ist jeweils eine Kamera installiert. Sobald eine Person den Raum betritt, meldet die Kamera, in welchem Raum die Person ist; dann dreht sie sich weg. Die Kinder haben den Sinn, nämlich Fehlalarme intelligent zu vermeiden ohne die Person zu beobachten, schnell verstanden. Sie konnten die technischen Anpassungen selbst vornehmen und hatten viel Spaß beim Erproben. Das Projekt fördert die generationsübergreifende Hilfestellung und vermittelt gleichzeitig ein aktuelles Informatik-Thema, das Internet der Dinge.

Die Kombination aus sozialem Engagement einerseits und technischer Umsetzung andererseits sprach Mädchen und Jungen gleichermaßen an. Die Studierenden der Hochschule bedankten sich herzlich bei den Kindern für deren tolle Mitarbeit. Dank galt  außerdem den Klassenlehrern Heike Laufer und Michael Roth für die Ermöglichung und didaktische Unterstützung des Projekts.

Professor Stefan Benzschawel als Betreuer der Arbeit bedankt sich zudem bei der Nikolaus-Koch-Stiftung (Trier), die das Projekt finanziell unterstützt hat. Benzschawels Prognose: „In zehn Jahren darf sich die Hochschule über tolle Informatik-Studierende aus Oberemmel freuen“.