Hochsitz-Vandalen im Jagdrevier

Immer wieder machen sich unliebsame Zeitgenossen einen "Spaß" daraus, Hochsitze zu beschädigen oder zu zerstören. Das, was sich im April nahe Freudenburg abgespielt hat, ist allerdings vor allem für Jagdpächter Robert Hoffmann ganz und gar nicht zum Lachen. Unbekannte zerstörten insgesamt fünf seiner Hochsitze. Der Sachschaden beträgt rund 5000 Euro.

Ausgerüstet mit Seil, Säge und anderen Gerätschaften sind immer wieder Hochsitz-Vandalen in den Jagdrevieren der Region unterwegs. TV-Foto: Hermann Pütz

Freudenburg. "Seit 20 Jahren bin ich Jagdpächter in Freudenburg, aber so etwas ist mir bisher noch nicht passiert", sagt Robert Hoffmann. Obwohl der Vorfall bereits mehr als zwei Wochen zurück liegt, ist dem Mann aus dem saarländischen Saarwellingen der Ärger noch deutlich anzumerken. Grund dazu hat er, denn der Sachschaden, den ihm Unbekannte zugefügt haben, beläuft sich auf immerhin rund 5000 Euro. Vermutlich in der Zeit zwischen Samstag, 21. April, und Montag, 23. April, zerstörten ein oder mehrere Täter insgesamt fünf Hochsitze, die der passionierte Jäger im Jagdrevier "Freudenburg II" zwischen Freudenburg und Kastel-Staadt aufgestellt hatte. Unter Zuhilfenahme eines Stricks seien die Hochsitze umgeworfen und zerstört worden. "Die Leute haben sich richtig Mühe gegeben." Solche Gewalttaten sind keine Seltenheit

Bei ihrem Streifzug durchs Revier seien der oder die Täter vermutlich zu Fuß unterwegs gewesen. "Fahrzeug-Spuren haben wir jedenfalls nicht gefunden", so Robert Hoffmann, der das Revier "Freudenburg II" gemeinsam mit einem Jagdgenossen gepachtet hat. "Wir haben sofort Anzeige erstattet." Bei ihren Ermittlungen tappt die Polizei Saarburg nach Auskunft von Hauptkommissar Heribert Kirf derzeit noch im Dunkeln. Auch Jagdpächter Hoffmann hatte sich kurz nach den Vorfällen auf die Suche nach Zeugen gemacht. Ein Bürger aus Freudenburg habe am Sonntagmittag verdächtige Geräusche gehört.Ob die Täter jemals gefasst und zur Rechenschaft gezogen werden, ist mehr als fraglich. Helmut Lieser, Leiter des Forstamts Saarburg, weiß: "Es wird zwar immer Anzeige erstattet. Meist werden die Verfahren aber nach wenigen Wochen eingestellt, weil die Verursacher nicht ermittelt werden können." Das habe die Erfahrung gezeigt, denn Hochsitz-Vandalismus sei keine Seltenheit. "Es kommt immer wieder vor, dass Hochsitze angesägt oder gar abgefackelt werden", sagt Lieser. "In der Regel handelt es sich dabei um Einzelfälle." Auch Jagdpächter Robert Hoffmann stellte in der Vergangenheit regelmäßig Beschädigungen an seinen Hochsitzen fest, die oft auf das Konto randalierender Jugendlicher gegangen seien. Frage nach dem Motiv drängt sich auf

Dass aber gleich fünf der Holzkonstruktionen vollständig zerstört worden sind, ist für den Jäger neu. Da drängt sich die Frage nach dem Motiv auf. Im Hinblick auf das Ausmaß der Zerstörungen liegt für Heribert Kirf von der Saarburger Polizei die Vermutung nahe, dass es sich bei den Vorfällen in Freudenburg nicht um bloßen Vandalismus handelt. "Die Täter verfolgten möglicherweise ein Ziel", mutmaßt Kirf. Nach Auffassung von Helmut Lieser stecken jedoch keine "militanten Jagdgegner" dahinter - "jedenfalls haben wir in der Region bislang nichts mit solchen Leuten zu tun gehabt", sagt der Forstamts-Chef. "Denkbar ist, dass sich die Taten gegen die Person des Jagdpächters richten." Dazu stellt Robert Hoffmann fest: "Es gab und gibt keine Unstimmigkeiten zwischen uns und Bürgern aus Freudenburg und Umgebung. Insofern können wir uns das Ganze nicht erklären." Auch Hoffmann berichtet, es habe in Freudenburg bislang keine Probleme mit Jagdgegnern gegeben.Auf der Suche nach den Hochsitz-Vandalen von Freudenburg bittet die Polizei die Bevölkerung um Mithilfe. Wer in der Zeit zwischen Samstag, 21. April, und Montag, 23. April, in den Bereichen Eiderberg (Freudenburg) und Pinschbach/Eißelsfels (Kastel-Staadt) verdächtige Personen beobachtet hat, wendet sich an die Polizei Saarburg, Telefon 06581/91550. Für Hinweise aus der Bevölkerung, die zur Ergreifung der Täter führen, haben die Jagdpächter eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt.