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Hochwald-Kliniken gegen Windräder

Hochwald-Kliniken gegen Windräder

In einem Brief an die saarländische Innenministerin Monika Bachmann haben sich die Verantwortlichen der Cusanus-Trägergesellschaft Trier (CTT) gegen den Bau von vier Windrädern auf dem Schimmelkopf bei Weiskirchen ausgesprochen. Grund: negative Folgen für Patienten und Klinik.

Weiskirchen. Fast vier Jahre haben die Verantwortlichen der CTT-Hochwald-Kliniken zu der Diskussion um das Hochziehen von Windrädern geschwiegen. Anfang März dann flatterte Innenministerin Monika Bachmann ein Schreiben ins Haus, in dem die CTT ihre Einwände gegen Windkraft in der Gemeinde darlegte. Das Schreiben, das von den beiden Rechtsanwälten Bernd Molzberger und Thomas Thiel unterzeichnet ist, liegt der Artikel-Verfasserin vor. Nach Darstellung der Rechtsanwälte habe die CTT am 15. Juni 2010 "begründete Einwände gegen die Aufstellung von Windrädern im Weiskircher Wald" nahe der Klinik erhoben. "Auf dieses Schreiben haben wir bis heute keine Antwort erhalten." Sie seien überrascht gewesen, dass die gleichen Standorte bis zum 28. Februar offengelegt worden seien und danach einem Bau von Windrädern nichts mehr im Weg stehe. "Von unserer Seite haben wir erneut mit Schreiben vom 28. Februar Einspruch bei der Gemeinde eingelegt." Mögliche gesundheitliche Gefahren, denen die Patienten ausgesetzt werden könnten, ziehen sie bei ihrer Ablehnung ins Feld, ebenso ist nach ihrer Darstellung durch Schlagschatten und Blinkfeuer mit optischen Problemen zu rechnen, die ebenfalls zu gesundheitlichen Schädigungen führen können. Und Angst, dass ihrem Haus die Patienten ausbleiben, treibt Molzberger und Thiel ebenfalls um: "Wir befürchten weiterhin, dass sich viele Patienten, Zuweiser wie Kostenträger bei der Klinikauswahl in erheblichem Maße durch die Aufstellung der Windräder negativ beeinflussen lassen und die Klinik nicht mehr belegen. Dies führt zu einem entscheidenden, für uns nicht mehr vertretbaren dauerhaften Belegseinbruch", heißt es in dem Brief weiter. Die damit verbundenen finanz- wie volkswirtschaftlichen negativen Konsequenzen - auch im Hinblick auf die Arbeitsplätze in Weiskirchen - sind nach Darstellung der beiden Geschäftsführer nicht absehbar und vertretbar, ebenso wie ein Schaden für das Image und den Klinikstandort.
Klinik soll modernisiert werden


Der Brief erhält auch einen Hinweis auf die Investitionskosten von rund 24,5 Millionen Euro für die Modernisierung der Klinik, die eine Landesausfallbürgschaft in zweistelliger Millionenhöhe absichere. "Dies steht konträr zum aktuellen Bau- und Umsetzungsvorhaben der Windkraft in Kliniknähe." Zudem argwöhnen Molzberger und Thiel, dass das Prädikat Kneipp-Kurort über kurz oder lang entzogen werden könnte. Denn für die Verleihung dieses Titels war nach ihrer Meinung die vorgesehene Fläche unterhalb des Schimmelkopfes das landschaftliche Prädikatsmerkmal des Kneipp-Kurortes Weiskirchen.
Auf Anfrage bestätigte Weiskirchens Bürgermeister Werner Hero, dass die Pläne zu den Standorten Schimmelkopf wie auch Wildpark offengelegt wurden. "Das ist eine gesetzliche Vorgabe des Landes. Der Weiskircher Gemeinderat hat aber einstimmig beschlossen, dass keine Windräder in den Wildpark kommen. Und dann kommt da auch nichts hin." Dass das Schreiben vom Juni 2010 nie beantwortet worden sei, stellt er in Abrede.
Der Verwaltungschef vermutet, dass die Verantwortlichen der CTT Altbürgermeister Bernd Theobald gefolgt sind. Nach seinen Worten gebe es Passagen, die wortwörtlich aus der Eingabe von Theobald übernommen worden seien.
Weiskirchen plant zusammen mit der Ortsgemeinde Waldweiler (Verbandsgemeinde Kell am See) im Bereich Schimmelkopf/Teufelskopf einen grenzübergreifenden Windpark auf dem Höhenzug an der Landesgrenze. Gegen das Vorhaben gibt es auch innerhalb der VG Kell politischen Widerstand. Zudem hat die Parkmanagerin des Landal-Feriendorfs in Kell ihre Bedenken geäußert (der TV berichtete).