Hochwald setzt auf Energie-Potenziale

Hochwald setzt auf Energie-Potenziale

HERMESKEIL/REINSFELD. Die Region setzt verstärkt auf erneuerbare Energien, wovon sich Fachbesucher in der Reinsfelder Biogasanlage sowie bei der Schwimmbad-Hackschnitzelheizung in Hermeskeil überzeugen konnten.

Eine Vorreiterrolle hat die Region in Sachen erneuerbare Energien nicht. Von knapp 2000 Biogasanlagen bundesweit stehen zum Beispiel in Rheinland-Pfalz noch keine 50. Doch in jüngster Zeit seien deutlich mehr Anlagen gebaut worden als in anderen Regionen. Dies versicherte Andreas Schütte, Geschäftsführer der auf Initiative der Bundesregierung ins Leben gerufenen "Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe", bei einer Visite in der Verbandsgemeinde Hermeskeil.Zwei Projekte mit Beispiel-Charakter

Mit Vertreten von Politik, Kommune und dem Institut für angewandtes Stoffstrommanagement vom Umwelt-Campus-Birkenfeld sah er sich die Reinsfelder Biogasanlage sowie die Hackschnitzelheizung des Hermeskeiler Schwimmbads an. Zwei Projekte, die seiner Ansicht nach "Beispiel-Charakter" für die Region haben. "Das sind richtige Kristallisationspunkte, um die sich andere Projekte entwickeln werden", prognostizierte Schütte. Für die Verbandsgemeinde bedeuten die beiden Projekte zusätzliche Arbeitsplätze und Vorteile für die Forstbetriebe. Die Entscheidung für eine Hackschnitzelanlage war laut Bürgermeister Michael Hülpes bewusst gefallen: "Wir wollten hier neue Absatzquellen realisieren." Denn bei den Hölzern, die in dieser Anlage verheizt werden, handelt es sich unter anderem um solche, die ansonsten kaum zu vermarkten wären, betont Ewald Emmerich vom Greimerather Unternehmen PEC, Planer der Hackschnitzelanlage. Der Ingenieur sieht jedoch allein schon die Umstellung von Öl auf Holz als Vorteil. "Wir substituieren hier 320 000 Liter Heizöl pro Jahr", wagt er eine Schätzung. Eine Strategie "Weg vom Erdöl", die Grünenpolitikerin Ulrike Höfgen propagiert, die als verbraucher- und agrarpolitische Sprecherin im Bundestag nach Hermeskeil und Reinsfeld eingeladen hatte. Nicht zu unterschätzen seien auch Verbesserungen, von denen die Menschen an Ort und Stelle profitierten. So etwa dadurch, dass sich Transportunternehmen und Landwirten durch das Beliefern mit der benötigten Biomasse neue Verdienstquellen erschließen würden.Region hat genügend Rohstoff-Vorräte

"Hier verbindet sich das Ziel von Wirtschaftsentwicklung mit Arbeitsmarktentwicklung und Klimaschutz", lobt Höfgen die Anlagen. Dass die Region über ergiebige Rohstoff-Vorräte verfügt, ist ein zusätzlicher Vorteil. "Da dürfen sich Eifel und Hunsrück reich fühlen", kommentiert Höfgen das riesige Potenzial, das beste Voraussetzungen für ein Nacheifern der Länder Baden-Württemberg und Bayern biete, die Vorreiter in Sachen erneuerbare Energien seien.

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