Hochwasser in Konz-Karthaus

TRIER. (red) Es war spannend und lustig – zumindest für die Kinder in Konz-Karthaus. Von den Hochwassern in den 50er-Jahren berichtet heute Marlies Wilwertz (56), Bankkauffrau aus Böhl-Iggelheim.

In den 50er-Jahren wohnte ich mit meiner Familie in der Trierer Straße in Konz-Karthaus. Unser Garten lag zur Moselseite hin. Da der Fluss noch nicht kanalisiert war, erlebte ich mehrere Hochwasser. Für die Erwachsenen war dies eine schlimme Zeit: immer wieder ging mein Vater in den Hof nachschauen, ob das Wasser noch steigt und wie schnell. Die Vorräte aus dem Keller galt es, rechtzeitig trocken unterzubringen. Einmal ist uns ein Viezfass davongeschwommen. Es wurde vom Wasser die Kellertreppe hinauf gespült und schaukelte auf den Wellen der breiten Mosel davon. Uns Kindern brachte das Hochwasser schulfrei, denn die Grundschule in der Brunostraße war ebenfalls umspült. Wir fanden es lustig, vom Fenster in der ersten Etage selbst gebastelte Papierschiffchen in die Mosel fallen zu lassen. Im Haus war es in dieser Zeit ziemlich eng. Im Treppenhaus und in unserem Wohnzimmer stapelten sich die Möbel der Nachbarn aus dem Erdgeschoss, das unter Wasser stand. Im Lebensmittelgeschäft nebenan gab es viel Arbeit: die Waren mussten in Sicherheit gebracht werden, und die Verkaufstheken wurden aufgebockt. Die ganze Nachbarschaft hatte mitgeholfen. Haben die 50er-Jahre auch Sie und Ihr Leben bewegt? Der TV sucht Zeitzeugen! Neben schriftlich verfassten Berichten freuen wir uns über Fotos mit Notizen. Die besten Texte und Fotos werden im TV und später in einem Buchband veröffentlicht. Die Textlänge sollte eine Din-A-4-Seite nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Digitalisierte Fotos sollten eine Auflösung von mindestens 1600 Pixel in der Breite aufweisen, Sie können uns aber auch gern Originale schicken. Zu Ihrer Person benötigen wir folgende Angaben: den Namen, Ihren Wohnort, Ihr Alter und Ihren (früheren) Beruf. Schicken Sie uns Ihre Berichte und Fotos per E-Mail an wirtschaftswunder@volksfreund.de oder per Post an: Trierischer Volksfreund, Stichwort: "Wirtschaftswunder", Postfach 3770, 54227 Trier. Bei Fragen wenden Sie sich an Anke Krüger (Telefon 0651/7199-425).