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Hödstatt-Anwohner gehen in die Luft

Hödstatt-Anwohner gehen in die Luft

KONZ-KÖNEN. Ein offener Streit ist zwischen dem Aero-Club Trier und Konz sowie Anwohnern des in unmittelbarer Nähe des Fluggeländes gelegenen Wohngebiets "Hödstatt" entbrannt. Auslöser der Differenzen war ein Flugblatt des Vereins.

"Könener Politiker verhindern Lärmreduzierung!", titelt ein Faltblatt des Aero-Clubs Trier und Konz, das kürzlich an Könener Haushalte verteilt wurde. In großen Lettern schreibt der Verein weiter: "Aero-Club Trier und Konz e.V. will mit neuem Pachtvertrag weniger Flugmotorenlärm." Politiker verhinderten dies, bekommen es die Gescholtenen auf die Mütze. Über das Anliegen des Vereins berichtete der TV am 16. März und auch darüber, was der Ortsbeirat Konz-Könen darüber denkt. Die Seilwinde allein reicht nicht aus

Ortsvorsteher Peter Wincheringer räumt dem Anliegen der Hobby-Piloten geringe Erfolgsausschichten ein. Die unvollständigen Unterlagen seien für eine Prüfung nicht geeignet. In seiner Schrift bemüht der Verein die Historie: "Auf Drängen der Politik musste der damalige Aero-Club Trier 1974 vom Flugplatz Trier-Euren wegziehen." Das Motorflugzeug (Typ Morane) schleppe Segelflugzeuge und diene dazu, Piloten-Lizenzen zu erhalten. In den Himmel kommen die Segelflugzeuge auf zweierlei Art: zum einen am Haken eines Motorflugzeugs, zum anderen an einer stationären Seilwinde. Letztere Startart löst keinen Ärger bei den um ihre Ruhe besorgten Anwohnern aus, wohl aber die Motor-Schlepp-Flüge. Warum lassen sich die Segelflugpiloten dann nicht nur an der Seilwinde hochziehen? Der Grund: Steht die erwartete Thermik (Aufwind) nicht dicht am Flugplatz, reicht die zur Verfügung stehende Höhe aus der Seilwinde nicht aus, um an die gewünschte Stelle zu kommen. Also scheint das Motorflugzeug die einzige Alternative bei der Aufwindsuche. Drei Anwohner berufen sich auf eine Vereinbarung von 1992, wonach 16 Motorflugbewegungen pro Tag vereinbart wurden - ebenso eine Mittagspause zwischen 13 und 15 Uhr. Wenn nun der Verein ein leiseres Flugzeug als das ältere Motorflugzeug - in Frage kämen die Kategorien Ultraleicht (UL), Leichtflugzeuge (VLA) oder K-Klasse-Motorsegler - anschaffen wolle, sei es kein Tausch von alt gegen neu, sondern es handele sich um ein neues, drittes Motorflugzeug am Könener Platz, argumentieren die Anwohner. Aero-Club schießt zurück

Der Pachtvertrag sehe einen Austausch der Flugzeugklassen nicht vor, so der Club in seiner Schrift, bestätigt aber nicht, dass bei einem Neukauf das alte Motorflugzeug ausgemustert werden soll. Dorothee und Andreas Weiner, Matthias Lehmann und Hans-Erwin Müller teilen in einem "Offenen Brief" mit: In einem Schreiben des Vereinsvorsitzenden Alois Zyber vom 23. März 2003 heiße es: "Ganz können wir jedoch nicht auf das (alte) Motorflugzeug verzichten, da wir es bei windigen Wetterlagen aus Sicherheitsgründen einsetzen müssen." Also plane der Verein eine "drastische Erhöhung der Motorstarts", lesen die Hödstatt-Bewohner zwischen den Zeilen. Auch verhinderten die unzumutbaren Forderungen ein verträgliches Nebeneinander. Die Verfasser stellen auch die "Wer-war-zuerst-da-Frage": Das "reine Wohngebiet" existiere seit Anfang der 60er-Jahre, der Segelflugplatz erst seit 1973. Stocksauer über den Verein "fordern wir Vorstand und Geschäftsführung des Aero-Clubs auf, sich bei allen Politikern und Anwohnern, die Sie in dieser übelsten Art und Weise angegriffen haben, öffentlich zu entschuldigen und die Falschaussagen zu widerrufen." Der Aero-Club "schießt" in einem Brief von Alois Zyber und Karl Henning (Vorsitzende) zurück: "Sie prügeln mal wieder auf den Aero-Club ein und bringen Argumente vor, die gegenstandslos oder längst überholt sind." Die beiden verlangen eine Entschuldigung. Detlef Müller-Greis sieht ebenfalls die Fronten verhärtet. Der Vorsitzende der FWG-Fraktion im Ortsbeirat findet, dass die "massive Attacke gegen den Ortsbeirat" nicht dazu geeignet sei, das Problem zu lösen. Es sei "ein schon als brutal zu bezeichnender Versuch", Interessen des Vereins mit massivem Druck gegen die Interessen der Anwohner durchzusetzen. Auch Müller-Greis fordert eine Entschuldigung "für dieses indiskutable Vorgehen".