Höhenluft für Senioren

Ein Pflegeheim, Café, Bäckerei, Mittagstisch und Räume für Kinder und Vereine: Ralph Clark, Geschäftsführer des Seniorenhauses "Zur Buche", hat eine Vision für ein neues Angebot im Stadtteil Roscheid.

Konz. Seniorenhaus statt Supermarkt: Eigentlich hat die Stadt Konz ihr etwa 7300 Quadratmeter großes Grundstück am Rolf-Robischon-Platz auf Konz-Roscheid für einen Einzelhandels-Anbieter freihalten wollen - doch ein Interessent blieb bis dato aus, die Fläche ist weitestgehend ungenutzt.

Nun hat sich vor einigen Monaten Ralph Clark, Geschäftsführer des in Konz bekannten Seniorenhauses "Zur Buche", an die Verwaltung gewandt, um neben den Standorten in Konz-Zentrum und Salmtal ein drittes Heim aufbauen zu können. "Wir wollen uns konzeptionell weiterentwickeln", sagt der Engländer im TV-Gespräch. Das Ziel sei eine höhere Wohnqualität für die Bewohner und eine höhere Zahl an Einzelzimmern. Die Wahl eines geeigneten Grundstücks fiel auf das Land im Baugebiet Roscheid V. "Ich habe mich in das Gebiet verliebt. Es gibt so viel Grün", schwärmt Clark.

Seine derzeit noch groben Planungen sehen nicht nur ein Pflegeheim mit etwa 90 Betten vor. Auch ein Café und eine Bäckerei sowie ein offener Mittagstisch für alle Interessierten, ähnlich wie im Haus in der Konzer Innenstadt, sind geplant. Ebenso anvisiert sind Räume für Vereine sowie zur Betreuung von Kindern und Jugendlichen, die dort auch ihre Hausaufgaben erledigen können. Mehrere Millionen Euro sollen in den Komplex fließen.

Zur Umsetzung des Projekts hat der Stadtrat nun den Bebauungsplan den neuen Erfordernissen angepasst. Die Veränderungen wurden einstimmig beschlossen. Der neue Bebauungsplan-Entwurf kommt demnächst in die Offenlage.

Gartenanlage und geräumiges Inneres



Die grundlegenden Planungen Clarks sehen einen Baukörper mit viel Glas vor, der sich zurücknehme und in eine Parklandschaft eingebettet sei. Bäume auf den Erdwällen entlang der Straße ins Neubaugebiet und entlang den bereits bestehenden Familienhäusern würden bepflanzt. Und auch um das Haus herum soll es eine ähnlich wild gehaltene Gartenanlage geben wie bereits in Konz-Mitte. Der Stil soll "runde, fließende Formen" beinhalten, sagt Clark, der großen Wert auf Ästhetik legt.

Im Hausinneren ist es ihm wichtig, ein gemütliches und großräumiges Ambiente zu schaffen. "Flure sollen zu Lebensräumen werden", etwa 55 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche sollen pro Hausgast zur Verfügung stehen. Wie genau die Räume aufgeteilt sind, wird in den nächsten Wochen erörtert. Es sei alles im Fluss, sagt Clark. Vieles würde im Gespräch mit den erfahrenen Mitarbeitern geklärt und den Ansprüchen der Bewohner entsprechend gestaltet.

Von den offenen Türen des Seniorenhauses soll auch der Stadtteil profitieren. Denn ähnlich wie in Konz-Mitte sollen auch "auf der Höhe" Vereine und Künstler Gäste des Hauses sein. Roscheider Bürger seien dabei oft willkommen.

Jetzt wartet Clark erstmal gespannt auf die Ergebnisse der noch ausstehenden Offenlage des Bebauungsplan-Entwurfs.

Meinung

Trier-Anbindung forcieren

Roscheid wächst und wächst. Der zweite Bauabschnitt von Roscheid V entwickelt sich zurzeit. Bald werden noch mehr Konzer den Höhenstadtteil besiedeln. Mancherorts ist sogar jetzt schon die Rede von einem sechsten Teil des Baugebiets. Das bedeutet noch mehr Neubürger, noch mehr Familien, noch mehr Kinder, noch mehr Bedürfnisse, die tagtäglich gedeckt werden wollen. Allmählich scheint auch das Bemühen vielseitig zu wachsen, die öffentliche Infrastruktur zu verbessern. Es bewegt sich was. Investoren sind da vermutlich herzlich willkommen. Ein Anreiz für sie, sich in Roscheid anzusiedeln, könnte auch eine weiterreichende Annäherung der Städte Konz und Trier sein. Vielleicht sollte langsam über eine Anbindung des Roscheider Stadtteils über die Pellinger Straße an die Großstadt öffentlich und ernsthaft diskutiert werden. Die Roscheider Bürger könnten sicher davon profitieren. a.pipke@volksfreund.deEXTRA Roscheid: Etwa 3000 Menschen leben im Konzer Stadtteil Roscheid. Vor allem viele Familien mit Kindern sind in das Neubaugebiet gezogen, der zweite Bauabschnitt in Roscheid V ist im Sommer vergangenen Jahres freigegeben worden. Zuletzt machte der Stadtteil von sich reden, als sich einige aktive Bürger um eine bessere Anbindung an das Nahverkehrsnetz bemühten (der TV berichtete). Seitdem ist die Einrichtung eines Anruf-Sammel-Taxis eine Idee, die weiterverfolgt wird. (api)

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