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Hohe Einnahmen im Forst sanieren Haushalt

Hohe Einnahmen im Forst sanieren Haushalt

Beim Ortsgemeinderat Rascheid herrscht Begeisterung über das Betriebsergebnis aus dem Gemeindewald: Aus dem geplanten Überschuss von 11 000 Euro wurden 111 000 Euro. Damit ist der Haushalt wieder im grünen Bereich, und es kann mutiger geplant werden.

Rascheid. "Das war eine schöne Überraschung aus dem Forst", freut sich der Rascheider Ortsbürgermeister Andreas Ludwig. Der 379 Hektar große Gemeindewald hat im vergangenen Jahr einen Gewinn von 111 410 Euro abgeworfen. Das Forstamt Hochwald hatte nur 11 000 Euro vorausberechnet. Derzeit werden hohe Preise für Holz gezahlt. In Rascheid wurden aber auch 1000 Festmeter mehr eingeschlagen als ursprünglich geplant. "Da wollten wir die gute Konjunktur für Holz nutzen", sagt Ludwig.
"Holz folgt dem Preis für andere Energieträger", erklärt Forstamtsleiter Bernhard Buss die steigenden Preise für Brennholz. Von Landesforsten werden mittlerweile 37 Euro pro Raummeter empfohlen. Buss wirbt um einen höheren Preis fürs Holz: "Wer statt mit Holz mit Öl heizen muss, sollte nicht derart benachteiligt werden." Dem will der Ortsgemeinderat nicht folgen, sondern lehnt sich an die Preisvorstellung des benachbarten Geisfeld mit 32,50 Euro pro Raummeter an.
Das ist allerdings der Taxpreis, der einer Holzversteigerung zugrunde gelegt wird, und ist nach oben offen. Verkauft wird auch nur an Einheimische. Das neue Preisniveau gilt erst für die nächste Brennholzsaison. Nicht nur die immer noch gute Wirtschaftslage, sondern auch der harte Wettbewerb der Sägewerke in der Region macht sich positiv im Verkaufsergebnis von Holz bemerkbar. "Die Sägeindustrie hat Überkapazitäten und überbietet sich derzeit bei den Preisen", weiß Buss. Voran geht auch der Umbau zu einem Mischwald, der dem Klimawandel besser trotzt als Monokulturen. Es gab für den Buchenvoranbau in Rascheid sogar 4000 Euro Zuschuss vom Land. Einzig der Absatz von Schmuckreisig, beispielsweise für Grabschmuck, ist eingebrochen. "Früher haben wir dieses Material tonnenweise abgesetzt. Heute rechnen wir nur noch in Zentnern", sagt Buss und sieht veränderte Bestattungsformen wie kleinere Gräber mit Platte oder Urnenbeisetzung als Ursache. Von einer Weihnachtsbaumkultur riet der Forstmann ab, denn: "Da ist die Konkurrenz so groß und die Preise günstig." Für das laufende Jahr rechnet das Forstamt Hochwald in Hermeskeil mit einem Erlös von 31 700 Euro für den Rascheider Wald. doth