Holz wird ihr neues Element

Der Kindergarten St. Marien in Beurig soll noch in diesem Jahr durch einen Erweiterungsbau ergänzt werden. Die Ausschreibung für einen Komplex in Holzbauweise hat der städtische Bau-Ausschuss in nicht öffentlicher Sitzung beschlossen.

Saarburg-Beurig. Erzieherinnen, Eltern und Kinder des katholischen Kindergartens St. Marien in Beurig hoffen auf mehr Platz. Derzeit lässt sich mit der vorhandenen Fläche in dem Gebäude aus den 50er Jahren zwar noch auskommen. Spätestens im Kindergartenjahr 2010 aber, wenn die gesetzliche Verpflichtung greift, Unter-Dreijährige aufzunehmen, wird es in der Beuriger Einrichtung eng - zumal auch Kinder aus Mannebach, Fisch und Schoden dort untergebracht sind.

Darüber hinaus müsse der Kindergarten saniert werden. Mehr als eine halbe Million Euro fiele dafür an, meint Stadtbürgermeister Jürgen Dixius. Dabei schwebt der Stadt mittelfristig ohnehin ein Umzug vor. Dort, wo derzeit noch der französische Kindergarten und die französische Schule sind, will die Stadt den Kindergarten St. Marien ansiedeln - entweder in den vorhandenen Gebäuden oder in einem Neubau.

"Die Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilien-Angelegenheiten wegen des Flächenverkaufs sind abgeschlossen", sagt Dixius. Derzeit werde mit dem Land Rheinland-Pfalz über die Zuschuss-Frage gesprochen.

Die Frage, ob die alten Gebäude nach einer Sanierung für St. Marien genutzt oder abgerissen werden und ein Neubau errichtet wird, hänge von der Kosten-Kalkulation ab.

Geplant sei nach dem Abzug des französischen Militärs aber nicht allein der Umzug des Kindergartens auf die an dieser Stelle rund 12 500 Quadratmeter große Konversionsfläche.

Neues Zentrum für den Ort



Ein neues Zentrum für Beurig ist vorgesehen - mit einem Festplatz, dem wieder hergerichteten Klostergarten, der aufbereiteten Brunnenanlage und zusätzlichen Parkplätzen. Die Gebäude samt der kleinen Turnhalle neben der Schule sollen auch die Vereine nutzen können.

Dixius: "Bis das aber alles in trockenen Tüchern ist, haben wir sicher 2012. Eine Lösung für die Raum-Not des Kindergartens muss jetzt her."

Aus diesem Grund soll eine Zwischenlösung umgesetzt werden, die idealerweise bereits ab Herbst greift. Ein Erweiterungsbau "in hochwertiger Holzbauweise mit Passivhaus-Standard", der an das bestehende Gebäude angedockt wird, ist die von Dixius und seinen Fraktionskollegen favorisierte Variante. Zwei neue Gruppen-Räume, Neben-Räume, ein Besprechungs-Raum und eine Kinderwagen-Garage sollen darin Platz finden.

Die Ausschreibung ist auf den Weg gebracht, die Arbeiten sollen in den Sommerferien beginnen. "Mit diesem Anbau erhalten wir uns alle Optionen", ist Dixius überzeugt. "Denn dieser Anbau könnte wie ein Fertighaus demontiert und auf dem Konversions-Gelände integriert werden." Auf 500 000 Euro belaufe sich die Kosten-Schätzung. Die Zustimmung des Bistums stehe noch aus. Zuschüsse erwarte die Stadt außer vom Bistum auch vom Bund, vom Land und dem Kreis.

Zudem müssten die drei Ortsgemeinden, die "ihre Kinder schicken", mit ins Boot.

Die SPD-Fraktion ist indes nicht hundertprozentig zufrieden mit der Zwischenlösung. In vergleichbaren Situationen seien andernorts häufig Container-Lösungen bemüht worden. "Zudem ist die Holzbauweise nicht ganz unumstritten, und man weiß nicht, wie das hinterher an einen Gebäudekomplex dranpasst", sagt Fraktionsvorsitzende Edith van Eijck. Dennoch soll nun auch mit Zustimmung der SPD "erstmal provisorisch erweitert werden, damit es schnell geht." Allerdings werde die SPD die Entwicklung kritisch begleiten.