Holzbausteine für die Kirche

IRSCH. "Ich brauche Hilfe!" Mit diesem Spendenaufruf wenden sich in den kommenden Tagen die Mitglieder der Pfarrgemeinde St. Gervasius und Protasius an die Bürger von Irsch. Mit "ich" ist die alte Pfarrkirche des Ortes gemeint. Sie soll spätestens im kommenden Jahr renoviert werden. Die Kosten: 650 000 Euro.

 Bereits seit Juni können Interessierte mit dem Kauf von "Kirchen-Bausteinen" die bevorstehende Renovierung der Pfarrkirche Irsch finanziell unterstützen. Im Bild: Monika Groß, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats. TV-Foto: Hermann Pütz

Bereits seit Juni können Interessierte mit dem Kauf von "Kirchen-Bausteinen" die bevorstehende Renovierung der Pfarrkirche Irsch finanziell unterstützen. Im Bild: Monika Groß, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats. TV-Foto: Hermann Pütz

Eine der größten Spendenaktionen, die es in Irsch bislang gegeben hat, hat begonnen - und sie scheint gut zu laufen. Mehrere tausend Euro habe man in den vergangenen Monaten bereits sammeln können, wie Monika Groß, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, berichtet. "Wir hoffen, dass unser Guthaben bis zum Jahresende die 100 000-Euro-Marke überschreitet", sagt Groß. Damit wäre immerhin die Hälfte des 200 000-Euro-Geldbergs geschafft, den das Bistum Trier von der Pfarrgemeinde Irsch fordert, damit die Renovierung der alten Pfarrkirche St. Gervasius und Protasius wie geplant im kommenden Jahr beginnen kann. 650 000 Euro kostet die Sanierung

Der finanzielle Grundstock ist die Voraussetzung, um den vom Bistum in Aussicht gestellten Zuschuss in Höhe von 280 000 Euro zu erhalten. Laut Groß beträgt der Guthabenstand der Pfarrgemeinde derzeit 50 000 Euro. Rund 650 000 Euro soll die Sanierung des maroden Gotteshauses insgesamt kosten. Ein Großteil der Summe muss über Kredite finanziert werden. Die Schockwellen, die die Höhe der Sanierungskosten in Irsch ausgelöst hatte, scheinen sich inzwischen etwas geglättet zu haben. Entstanden waren sie im Dezember, als die Pfarrgemeinde zu einer Informationsveranstaltung in das Gotteshaus eingeladen hatte (der Trierische Volksfreund berichtete). Auslöser war ein vom Bistum Trier in Auftrag gegebenes Gutachten über den baulichen Zustand der Kirche. Danach ist vor allem das Dach und das darunter liegende Holzgebälk in einem desolaten Zustand, die Tragfähigkeit der Konstruktion ist nicht mehr gewährleistet, wenngleich keine Einsturzgefahr besteht. Außerdem haben der Zahn der Zeit und der Holzwurm der Holzdecke im Innenraum arg zugesetzt. Damit war klar - und auch das ging aus dem Gutachten hervor -, dass eine Komplettsanierung des Wahrzeichens der Gemeinde Irsch unumgänglich ist. Das Problem war und ist das vom Bistum geforderte Eigenkapital der Pfarrgemeinde in Höhe von 200 000 Euro. Noch im Dezember belief sich das Guthaben auf rund 37 000 Euro. Hinzu kamen 4000 Euro aus der Kasse des im März vergangenen Jahres gegründeten Fördervereins "St. Gervasius und Protasius". Klar war für die Irscher auch: Spenden müssen her.Kein Mangel an Ideen

An Ideen zu Sammel-Aktionen mangelte es bislang nicht. Beispielsweise gibt es seit Juni "Kirchen-Bausteine" aus Holz mit dem Bild der Pfarrkirche zu kaufen. Mindestens zehn Euro müssen Interessierte pro Stück auf den Tisch legen. Zu jedem Stein gibt es eine von Monika Groß verfasste Kurz-Geschichte über die Entstehung des Gotteshauses. Die Chefin des Pfarrgemeinderats berichtet: "Wir haben sowohl nach Gottesdiensten als auch auf verschiedenen Festen im Ort Steine verkauft - bisher rund 300 Stück für insgesamt 2270 Euro." 150 Bausteine seien noch übrig. Darüber hinaus gab es weitere Spenden aus der Bevölkerung. Laut Groß sind in diesem Jahr weitere Aktionen geplant. Schon in den kommenden Tagen wollen sich Mitglieder des Pfarrgemeinde- und des Verwaltungsrats sowie des Fördervereins auf den Weg durch den Ort machen, um bei den Bürgern von Irsch um finanzielle Unterstützung der Kirchen-Renovierung zu werben. Dazu soll ein Faltblatt mit der Überschrift "Ich brauche Hilfe!" verteilt werden, das unter anderem Auskunft über den aktuellen Planungsstand gibt und darüber hinaus als Beitrittsformular für den Förderverein "St. Gervasius und Protasius" dient. Monika Groß erläutert: "Wir möchten nicht nur Kirchgänger ansprechen, sondern jeden." Schließlich sei die Kirche nicht nur ein Gotteshaus, sondern auch ein Kulturgut, das die Geschichte des Ortes geprägt habe. "Wir hoffen, möglichst viele Mitglieder für den Förderverein zu gewinnen, denn er gibt uns auf lange Sicht eine gewisse finanzielle Sicherheit." Auch der Reinerlös der ersten Irscher Film- und Kulturtage am Samstag und Sonntag, 10. und 11. März, soll der Kirchen-Renovierung zugute kommen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort