Hornklang im Gymnasium

KONZ. Sinfoniekonzerte sind für junge Leute nicht gerade Besuchsmagnete. Ein Grund mehr für das Städtische Orchester, in die Schule zu gehen. Das Hornquartett machte es im Gymnasium Konz vor.

Trockenübungen ade. Während sich der Musikunterricht meist notgedrungen auf Theorie mit Klangbeispielen aus der Konserve beschränkt, bot das Konzer Gymnasium seinem Musik-Leistungskurs 11 den umfassenderen Einblick ins Musikerleben. Auf Einladung von Fachleiter Gerd Demerath erschien das Hornquartett des Städtischen Orchesters im Klassenraum - Renate und Bernd Wege, Achim Rösner und Anke Rieff. Mit Heinz Heckmann war außerdem ein Komponist dabei. Man wolle den Schülern nicht nur Musiktheorie oder konservierte Klänge vorsetzen, sondern in die Tiefe gehen, Stücke analysieren und dann mit dem Komponisten und den Interpreten besprechen, sagte Gerd Demerath. Das ist deutlich mehr als trockene Theorie. Und so war die vormittägliche Schulstunde sicherlich eine der interessantesten im Pennälerdasein der Teilnehmer. "Hallo, hallo, mich beißt ein Floh", heißt das wolgadeutsche Lied, zu dem Heinz Heckmann Variationen und Metamorphosen für vier Hörner geschrieben hat. Grund genug für etliche Fragen. Was ist denn der Unterschied zwischen Variation und Metamorphose? Wie wird man Komponist? Gab es Vorbilder ?Durch die Eltern zur Musik gekommen

Heinz Heckmann, der bis zu seiner Pensionierung selber Lehrer war, antwortet ausführlich und geduldig. Metamorphose sei eine freiere, ausgedehntere Form der Variation. Zum Komponieren habe ihn Otto Schmitz von der Bischöflichen Kirchenmusikschule angeregt, und zur Musik sei er durch seine Eltern gekommen. Die Vorbilder seien Debussy, Bartok und Strawinsky gewesen und später im Studium Paul Hindemith. Fragen auch an die Instrumentalisten und dazu präzise Antworten: Jeder habe seinen Part geübt, und dann habe man schon sieben- oder achtmal gemeinsam proben müssen. Und obwohl in der Komposition manchmal der große Bogen fehle, seien sie ein dankbares Stück für Hornisten. Denn Heinz Heckmann, der jahrelang auch Orchestermusiker war, hat aus der Praxis und für die Praxis geschrieben. Für die Hörer sind die Variationen und Metamorphosen interessant und farbig. Darin waren sich alle Anwesenden einig. Denn zwischen den Fragen spielte sich die Hauptsache ab - Heckmanns Komposition in einer makellosen Wiedergabe. Neue Musik im Unterricht, live und dazu noch vorzüglich musiziert. Hörnerklang im Gymnasium, was will man mehr?Zusammenarbeit mit den Musikern

Gehen die Schüler auch in die Sinfoniekonzerte? Die Anworten fielen eher negativ aus. Aber der Besuch der Orchestermusiker soll ja gerade Interesse wecken. Die Anwesenheit von Schulleiter Nospers, Studiendirektorin Norta und vier Referendaren zeigt, wie wichtig man die Zusammenarbeit mit dem Klangkörper nimmt. Auch das Orchester möchte die Kooperation mit den Schulen verstärken. Es hat darum Renate Wege als Schulbeauftragte benannt (Telefon 06501/18676). Interessierte können sich an sie wenden.