Hunde ohne Leine ärgern Anwohner

Merzkirchen/Trassem · Hunde, die sich selbstständig und ohne Leine auf Spaziergang durchs Dorf machen, sind vielen Anwohnern ein Dorn im Auge. Zuletzt war das in Trassem und Merzkirchen der Fall. In der Saargaugemeinde wurde im Sommer sogar ein Pilger von einem Hund angegriffen.

Ein Pilger läuft über den Jakobusweg durch Merzkirchen. Plötzlich wird er von einem streunenden Hund angegriffen. Der Pilger bleibt unverletzt. Er wendet sich in einem Brief an Ortsbürgermeister Martin Lutz. Diesem bestätigen auch zwei junge Familien, dass sie einen ähnlichen, ebenfalls glimpflichen Zwischenfall hatten.

Nicht immer laufen Begegnungen mit Hund und Mensch so ab. Dennoch sorgen freilaufende Hunde in den Ortsgemeinden immer wieder für Ärger. Weil sie Menschen Angst machen, weil ihre Hinterlassenschaften auf Fußwegen, Wiesen oder Gärten stören. Dann bittet der Ortsbürgermeister die Hundehalter öffentlich, die Anleinpflicht zu beachten. So zuletzt geschehen in Merzkirchen und Trassem.

"Natürlich sprechen wir auch selbst die Hundebesitzer an, sofern wir wissen, wessen Hund das ist", sagt Wolfgang Benter, Ortsbürgermeister von Trassem. Sicher seien auch nicht alle Fälle böse Absicht.

Das sieht sein Kollege Lutz ebenso. "Aber manchmal geht's eben auch schnell über den Friedhof, weil es so bequem ist." Bei ihm hätten sich auch schon Landwirte beschwert, die in den Hundehaufen auf den Wiesen unmittelbar außerhalb des Ortes eine Gesundheitsgefahr für ihr Vieh sehen.

Zeigen sich die Hundebesitzer auch nach persönlichem Gespräch nicht kooperationsbereit, wird der Vorfall ans Ordnungsamt gemeldet.

Grundlage für dessen Handeln ist die sogenannte Gefahrenabwehrverordnung. Diese schreibt vor, Hunde innerhalb von Ortschaften generell anzuleinen und außerhalb dann, wenn andere Menschen auftauchen und sich nähern (siehe Hintergrund). "Es geht darum, dass die Leute keine Angst haben sollen, dass ein Hund sie anbellt oder anspringt", erklärt Michael Meyer vom Ordnungsamt der VG Saarburg.

Ist der Halter bekannt, was nicht immer der Fall ist, wird dieser vom Ordnungsamt angeschrieben. "In diesem Schreiben weisen wir dann nochmal auf die Rechtslage hin", erklärt er.

Kommt es danach trotzdem wiederholt vor, wird ein Bußgeld ab 35 Euro fällig. In diesem Jahr habe die VG bereits 13 Schreiben verschickt - Bußgeld wurde noch nicht verhängt. Anders läuft das Verfahren, wenn es um sogenannte gefährliche Hunde geht (siehe Extra).

Rund 70 Hunde gibt es in Trassem - darunter ist laut Benter keiner, der als gefährlich eingestuft wird. Auch unter den 83 Hunden in der Gemeinde Merzkirchen ist laut Lutz keiner dabei, der zu dieser Kategorie gehört.

"Die, die Ärger machen, sind auch wirklich Ausnahmen", betont Benter. Die meisten Hundebesitzer halten sich an die Ordnung. "Aber es sind eben die wenigen, die sich nicht daran halten, die die Leute beschäftigen."

Wie ist Ihre Meinung zum Thema freilaufende Hunde? Halten Sie die Gesetzeslage für richtig oder wünschen Sie den Hunden mehr Freiheit?

Gefahrenabwehrverordnung:

Hintergrund Gefahrenabwehrverordnung: Paragraf 3 "Umgang mit Hunden" 1) Auf öffentlichen Straßen innerhalb bebauter Ortslagen dürfen Hunde nur angeleint geführt werden. Außerhalb bebauter Ortslagen sind sie umgehend und ohne Aufforderung anzuleinen, wenn sich andere Personen nähern. Blindenhunde sind ausgenommen, sofern sie als solche besonders gekennzeichnet sind. (2) Auf öffentlichen Straßen und in öffentlichen Anlagen ist es verboten, Hunde ohne geeigneten Führer auszuführen. Ferner ist es verboten, Hunde auf Kinderspielplätze mitzunehmen oder in Brunnen, Weihern oder Wasserbecken baden zu lassen. (3) Halter und Führer von Hunden müssen dafür sorgen, dass diese öffentliche Anlagen und Gehflächen öffentlicher Straßen nicht mehr als verkehrsüblich verunreinigen. Zur Beseitigung eingetretener Verunreinigungen sind Halter und Führer nebeneinander in gleicher Weise unverzüglich verpflichtet.Extra Gefährliche Hunde: Laut Paragraf 1, Absatz 2 des Landeshundegesetzes gelten folgende Hunde als gefährlich: Pit Bull Terrier, Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire Terrier. Darüber hinaus gelten laut Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion als gefährliche Hunde solche, die sich als bissig erwiesen haben. Außerdem zählen Hunde dazu, die durch ihr Verhalten gezeigt haben, dass sie Wild oder Vieh hetzen oder reißen, die in aggressiver oder bedrohlicher Weise Menschen angesprungen haben sowie solche, die über das natürliche Maß hinausgehende Kampfbereitschaft und Angriffslust entwickelt haben. Für die Haltung eines gefährlichen Hundes ist eine Erlaubnis erforderlich, bei Verstößen gegen das Gesetz kann ein Bußgeld bis zu 10 000 Euro verlangt werden. Das Ordnungsamt der VG begutachtet auch immer wieder Hunde, um einzuschätzen, ob sie als gefährlich gelten. (jka)

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