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Hunger-Herde kassiert

MERTESDORF. Das Kreisveterinäramt hat gestern die Herde eines Mertesdorfer Schäfers beschlagnahmt. Außerdem wurde dem 68-jährigen Marcel G. der Hund weggenommen. Die Kreisverwaltung begründet dies mit einer starken Unterernährung der Tiere. Insgesamt 20 Mutterschafe und Lämmer waren seit Anfang Januar verendet. ARRAY(0xfb80fd0)

Spaziergänger hatten am 9. Januar auf der Weide des Schäfers einige tote Lämmer und Mutterschafe entdeckt und die Behörden verständigt. Bei einer Untersuchung durch das Kreisveterinäramt stellte sich heraus, dass die Tiere stark abgemagert und trotz winterlicher Witterung ohne Wetterschutz auf der Wiese standen. In der vergangenen Woche wurde dem Mann daher auferlegt, die Schafe umgehend aufzufüttern, sie ausreichend mit Trinkwasser zu versorgen und einen Windschutz zu errichten.Keine Anordnung befolgt

Thomas Müller, Sprecher der Kreisverwaltung: "Weitere Kontrollen haben nun ergeben, dass der Mann diesen Auflagen trotz einer gesetzten Frist nicht nachkam. Außerdem waren bereits zwei weitere Tiere verendet." Auch die Anordnung, einen Windschutz zu bauen, die vorhandenen Futtervorräte zu verfüttern und Kaufbelege für neues Futter vorzulegen, habe der Halter ignoriert. Daher habe das Veterinäramt die Tiere nun weggenommen und auf Kosten des Schäfers in eine Aufnahmestation in der Eifel bringen lassen. Dem Mann drohe nun ein Verbot, Tiere zu halten.Der Bordercollie landete im Tierheim

Ebenfalls beschlagnahmt wurde der Hund des Schäfers. Der Bordercollie sei an einer zu kurzen Kette angebunden gewesen. Laut Kreisverwaltung habe das Tier außerdem Anzeichen für Unterernährung und Verwahrlosung aufgewiesen. Der Hund wurde in das Tierheim in Trier-Zewen gebracht. Der 68-jährige Schäfer Marcel G., nach eigenen Angaben schwer herzkrank und an starker Diabetes leidend, sieht sich als Opfer von Behördenwillkür. "Die Ortsgemeinde wollte mich von dieser Weide herunter haben - und das hat sie nun geschafft", sagte er gestern auf TV-Anfrage. Den Vorwurf, seine Tiere vernachlässigt zu haben, weist G. zurück. Auch beschuldigt er das Veterinäramt und dessen Helfer, roh und brutal mit den Schafen umgegangen zu sein. Der Schäfer: "Meine armen Tiere wurden regelrecht auf den Wagen geprügelt und dort zusammengepfercht. Und mein Collie steckt nun zusammen mit noch ein paar anderen Hunden in einem engen Tierheim-Zwinger." Thomas Müller von der Kreisverwaltung weist diesen Vorwurf als "unhaltbaren Quatsch" zurück. Müller: "Die Schafe wurden von einem im Kreis bekannten Tiertransport-Unternehmen abgeholt. Die Verladung fand unter der Aufsicht von zwei Amtsveterinären statt. Die hätten eingegriffen, wenn es zu solchen Szenen gekommen wäre."