Hunsrückbahn-Investor: Züge könnten rollen

Hunsrückbahn-Investor: Züge könnten rollen

100 000 Euro hat die Hochwaldbahn Verkehrsgesellschaft (HWB) schon für das Teilstück Hermeskeil - Morbach der Hunsrückbahn investiert. Schon in drei Monaten könnten die ersten Züge rollen - wenn endlich die Besitzverhältnisse geklärt wären.

Hermeskeil. Die Hunsrückbahn fährt. Doch bisher noch nicht überall. Von Morbach bis Büchenbeuren rollen touristische Schienenbusse. Auch zwischen Hermeskeil und Türkismühle sind die mehr als 50 Jahren alten Fahrzeuge unterwegs. Nur im Streckenabschnitt Hermeskeil bis Morbach klafft noch eine Lücke. Die HWB hat diese Strecke gepachtet, die Schienen befinden sich aber noch im Besitz der Deutschen Bahn, erklärt der Geschäftsführer und Betriebsleiter der HWB, Bernd Andreas Heinrichsmeyer.

Die Schienen auf dem etwa 50 Kilometer langen Streckenabschnitt müssten von den Verbandsgemeinden Hermeskeil, Thalfang und Bernkastel-Kues sowie der Einheitsgemeinde Morbach für insgesamt 508 000 Euro gekauft werden (der TV berichtete). Allerdings gibt es jetzt eine neue Hürde. Den Kreisen Bernkastel-Wittlich und Trier-Saarburg wurde von der ADD untersagt, sich an dem Erwerb zu beteiligen, weil sie nach Ansicht der ADD finanziell dazu nicht in der Lage sind.

Für Heinrichsmeyer ist diese weitere Verzögerung ärgerlich. "Uns läuft die Zeit weg", sagt der HWB-Geschäftsführer. "Es ist ein wenig wie die Echternacher Springprozession", sagt Heinrichsmeyer. Der Schritt zurück ist manchmal größer als der nach vorne. Für ihn ist die Nutzung der Strecke sehr wichtig. "Die Strecke ist betriebsbereit", sagt er. 16 ehrenamtliche Mitarbeiter und zwei Hauptamtliche hätten die Strecke frei geschnitten. Insgesamt 100 000 Euro hat die HWB nach eigenen Angaben investiert, um die Schienen zwischen Hermeskeil und Morbach nutzbar zu machen.

Heinrichsmeyer hofft auf eine baldige Klärung der Besitzverhältnisse, da sonst die bereits geleistete Arbeit vergebens wäre und der Streckenabschnitt wieder zuwachsen würde. In den Ausbau von Haltepunkten will die HWB derzeit nicht investieren.

Aber die Mitarbeiter stünden "Gewehr bei Fuß". "Sobald die Tinte trocken ist, legen wir los", sagt Heinrichsmeyer, der trotz der Rückschläge optimistisch ist. Innerhalb von drei Monaten könne man die Strecke herrichten und zunächst einmal für den nicht öffentlichen Verkehr freigeben. Bauzüge und Güterzüge könnten dann schon zwischen Hermeskeil und Morbach fahren.

Dass die Inbetriebnahme der Strecke sinnvoll ist, daran hat Heinrichsmeyer keinen Zweifel. "Wenn alles klappt, sind die Züge voll." Extra Kosten und Anteile: Für den 50 Kilometer langen Abschnitt von Büchenbeuren nach Hermeskeil will die Deutsche Bahn 508 000 Euro haben. Die Kosten sollen prozentual so verteilt werden, wie es dem Streckenanteil der jeweiligen Kommune entspricht. Die Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil hat an der Gesamtstrecke einen Anteil von 11,8 Kilometern. Auf sie entfallen rund 150 000 Euro der Kosten für den Erwerb. Thalfang beteiligt sich mit 140 000 Euro (10,8 Kilometer). Den Löwenanteil trägt Morbach mit 210 000 Euro (16,7). Mit 50 000 Euro ist die VG Bernkastel-Kues im Boot (3,9 Kilometer). Die Kreise Bernkastel-Wittlich und Trier-Saarburg wollen den Erwerb fördern. Die Strecke Morbach-Hermeskeil ist stillgelegt und kann theoretisch entwidmet werden. Allerdings hat die Hochwaldbahn Gruppe die Strecke gepachtet. Zwischen Morbach und Büchenbeuren fahren touristische Schienenbusse. (noj)