Hurra, hurra, die Schule brennt

GUSENBURG. (jolo) Jahrelange Zusammenarbeit trägt Früchte. Zu sehen war dies bei der Abschlussübung der Feuerwehren Gusenburg und Grimburg.

Als um punkt 16 Uhr in Gusenburg die Alarm-Sirene heulte, war fast allen in dem 1000-Einwohner-Dorf klar, dass dies eine Brandschutz-Übung ankündigte. Denn ein Ernstfall sucht sich meist keine runden Uhrzeiten aus. Einsatzort war die Gusenburger Grundschule. Während als erste die Brandschützer aus Gusenburg eintrafen, wurden die Grimburger Wehrleute über Funk informiert. Wehrführer Rainer Andres machte sich ein Bild von dem "Brennpunkt". Was war geschehen? Ein technischer Defekt löst ein Feuer im Obergeschoss aus, wo die dritte Klasse unterrichtet wird. Ein Großteil der Kinder verlässt selbstständig das Gebäude. Wie viele Drittklässler sich allerdings noch im Inneren befinden, weiß niemand.Grimburger helfen mit Atemschutzgeräten aus

Die vier Atemschutzgeräte Gusenburgs reichen nicht - das ist Wehrführer Andres klar. Gut, dass in diesem Augenblick die Grimburger mit Wehrleiter Frank Zühlke den Unfallort erreichen. Nach kurzen Instruktionen wissen sie sofort, was zu tun ist - sie müssen ins Gebäude. Ihre Kollegen beginnen, die "brennende" Schule mit fünf so genannten C-Rohren zu löschen. Bei der späteren Nachbesprechung im Feuerwehrhaus lobt VG-Wehrleiter Toni Bonerz die gute Zusammenarbeit der beiden Wehren. Er bemängelt allerdings, dass so mancher Wasserstrahl eine Hochspannungsleitung traf, was bei einer geringeren Distanz gefährlich gewesen wäre. Im Großen und Ganzen habe die Übung jedoch das hevorragende Zusammenspiel der beiden Wehren gezeigt: Zwei eingeschlossene, nicht so schwer verletzte Kinder retten die Einsatzkräfte über eine Leiter, bei den Funkverbindungen gibt es keine Verständigungsprobleme.500 Liter Wasser für den ersten Angriff

Außerdem reichen die stets mitgeführten 500 Liter Wasser für den ersten Schnellangriff, bis nach vier Minuten eine Wasserleitung installiert ist. "Die Feuerwehren sind nicht nur da, wenn sie gebraucht werden", sagt Engelbert Philipp, Erster Beigeordneter der VG: "Sie leisten ebenfalls eine unschätzbar wertvolle Jugendarbeit, was in den beiden gut funktionierenden Jugendwehren dokumentiert ist." Wehrleiter Toni Bonerz betonte, das einzig Freiwillige bei der Feuerwehr sei der Ein- und Austritt. Alles andere habe mit Selbstdisziplin, Pünktlichkeit und Verantwortung zu tun. Der Gusenburger FCK-Fanclub übergab nach der Übung eine Spende von 150 Euro an die örtliche Wehr. Das Geld kommt dem Kinderspielplatz zugute, für den die Brandschützer eine Patenschaft übernommen haben. yVerpflichtet wurden Stefan Brosius und Simon Wahlen (beide Grimburg). Zum Feuerwehrmann beförderte Engelbert Philipp den Gusenburger Marco Kronenberger, als Oberfeuermann fungiert Timo Schneider (Gusenburg). Hauptfeuermänner sind Rainer Bonerz (Grimburg) sowie Jens Auerbach, Peter Fusenig, Georg Hares, Hans-Werner Kettenhofen, Stefan Schneider und Marco Weber (jeweils Gusenburg). Markus Barthen und Helmut Hares aus Gusenburg bekamen den Titel Löschmeister.

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